Aufenthalt zur Ausbildung

Eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Ausbildung kann Ihnen erteilt werden:

  • für ein Studium an einer staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschule,
  • zur Studienbewerbung,
  • zur Teilnahme an einem Sprachkurs und
  • im Ausnahmefall auch für den Schulbesuch

Wird Ihnen eine Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Studienbewerbung erteilt, umfasst die Aufenthaltserlaubnis ebenfalls studienvorbereitende Maßnahmen wie Sprachkurs, Studienkolleg oder ähnliches.

Sprachkurs (ohne anschließendes Studium)

Eine Aufenthaltserlaubnis kann zur Teilnahme an einem Sprachkurs zum Erlernen der deutschen Sprache, der nicht der Studienvorbereitung dient, erteilt werden. Es muss sich aber um einen Intensivsprachkurs handeln. Abend- und Wochenendkurse erfüllen diese Voraussetzungen nicht.

Das heißt,

  • der Unterricht muss in der Regel täglich stattfinden (mindestens 18 Wochenstunden) und
  • muss auf den Erwerb umfassender deutscher Sprachkenntnisse gerichtet sein.
Schulbesuch

Die für eine Ausbildung in Deutschland erforderlichen allgemeinen schulischen Voraussetzungen müssen vorher (normalerweise im Heimatland) erbracht worden sein. Ein Aufenthalt zum Besuch allgemein bildender Schulen wird daher nicht zugelassen. Ausnahmen sind in besonderen Fällen möglich.

Sonstige Ausbildungszwecke

Es besteht auch die Möglichkeit, sich zum Zweck der betrieblichen Aus- und Weiterbildung in Deutschland aufhalten zu können. Eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Aus- und Weiterbildung können Sie allerdings in der Regel nur nach Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit erhalten oder wenn durch Rechtsverordnung bestimmt ist, dass die Aus- und Weiterbildung ohne Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit zulässig ist. Das kann auch durch eine zwischenstaatliche Vereinbarung geregelt sein.

Hinweise

Als Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis zu Ausbildungszwecken können Sie jedoch keine Niederlassungserlaubnis erhalten. Ein Aufenthalt zu Ausbildungszwecken ist von seinem Sinn und Zweck her nur vorübergehend. Inhaber einer Aufenthaltserlaubnis zu Ausbildungszwecken erhalten daher auch nach dem Ablauf von fünf Jahren keine Niederlassungserlaubnis.

Während des Aufenthalts zu Ausbildungszwecken soll Ihnen in der Regel keine Aufenthaltserlaubnis zu einem anderen Zweck erteilt oder verlängert werden. Ausnahmen sind jedoch möglich (z.B. bei gesetzlichem Anspruch).

Eine Arbeitsaufnahme neben dem Deutschkurs, dem Schulbesuch und einem sonstigen Ausbildungszweck ist nicht zugelassen.

Die Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis zu Ausbildungszwecken liegt im Ermessen der Behörde, das heißt, Sie haben keinen Anspruch darauf.

Welche Unterlagen werden benötigt?
  • gültiger Nationalpass
  • 1 aktuelles biometrietaugliches Passbild
  • Nachweis über die Teilnahme an Sprachkurs, Ausbildung bzw. Schulbesuch
  • Nachweis über ausreichenden Krankenversicherungsschutz
  • Nachweis über die Sicherstellung des Lebensunterhalts, falls noch nicht vorhanden (z.B. Verpflichtungserklärung, Sparbuch, Kontoauszüge)

Es können im Einzelfall weitere Unterlagen benötigt werden.

Was kostet die Dienstleistung?
  • Ausländer mit deutschen Stipendien: kostenfrei
  • Ersterteilung: 100 € (bis 1 Jahr) oder 110 € (länger als 1 Jahr)
  • Verlängerung: 80 €
  • Ausstellung einer Fiktionsbescheinigung (vorläufiger Aufenthalt): 20 €