Kindertagesmütter erhalten Bundeszertifikat

Veröffentlicht am: 14.12.2016

Kinderhände

Bei einer feierlichen Veranstaltung im NationalparkZentrum Kellerwald-Edersee haben 19 Damen ein Bundeszertifikat erhalten, das sie als anerkannte Tagesmütter ausweist. Die kleine Feierstunde wurde von der Kreisvolkshochschule in Zusammenarbeit mit der Fachberatung Kindertagespflege des Landkreises Waldeck-Frankenberg organisiert. Als Gast war Frau Gerster anwesend, stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundesverbandes für Kindertagespflege, den Festvortrag hielt Frau Diez-König vom Hessischen Kindertagespflegebüro.

Anlass für diese besondere Feierstunde: Zum ersten Mal wurde diese Art der Bescheinigung als Nachweis für die hohe Qualifikation von Kindertagespflegepersonen in Waldeck-Frankenberg verliehen. Die 19 neu qualifizierten Tagesmütter haben für ihr Zertifikat 160 Unterrichtseinheiten absolvieren müssen – zehn Mal so viel wie vor zehn Jahren, als Landkreis und Kreisvolkshochschule mit 16 Unterrichtseinheiten in die Qualifizierung eingestiegen waren. Im kommenden Jahr sollen es sogar 184 Unterrichtseinheiten sein, da erstmalig Hospitationstage angeboten werden.

Kreisbeigeordnete Hannelore Behle betonte in ihrer Laudatio, dass Kindertagespflege längst schon kein reines Alternativ-Angebot für diejenigen Kinder mehr sei, die keinen Platz in einer Kindertagesstätte bekommen haben. Vielmehr handele es sich um eine eigenständige Betreuungsform, die als gleichrangiges Angebot vorgehalten werde. „Aus pädagogischer Sicht ist die Betreuung durch Tagesmütter oder auch Tagesväter eine sehr gute Art, sich um unsere Jüngsten zu kümmern“, so die Kreisbeigeordnete. Daher sei der Landkreis neben dem Ausbau der institutionellen Tagesbetreuung auch am Ausbau der Tagespflege interessiert. Derzeit gebe es etwa 80 ausgebildete Tagespflegepersonen mit über 200 Tagespflegeverhältnissen in Waldeck-Frankenberg.

Frau Diez-König erläuterte in ihrem Vortrag, es sei mittlerweile allgemein bekannt, dass ein verlässlicher und sicherer Bindungsaufbau die Voraussetzung für ein Kind ist, sich der Welt zuzuwenden und zu lernen. „In der frühen Kindheit werden die Weichen gestellt für die Bildungsbiografien und späteren Lebenschancen von Kindern“, führte Frau Diez-König aus. Diese sichere Beziehung biete die Tagesmutter. Sie sei als feste Bezugsperson für das Kind da, biete dem Kind einen familiären und flexiblen Rahmen. Daher sei Kindertagespflege gerade für kleine Kinder empfehlenswert.

Frau Gerster wies ergänzend auf die rasante Entwicklung hin, die Kindertagespflege in den letzten Jahren durchlaufen habe. Außerdem habe es einen Paradigmenwechsel in der Schulung der Tagesmütter gegeben. Ursprünglich sei die Qualifizierung nach dem Curriculum des Deutschen Jugendinstitutes durchgeführt worden, mittlerweile orientiere sie sich am „Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege“. Insofern setze sie den europäischen Gedanken des lebenslangen Lernens um. „So ist u.a. die Anschlussfähigkeit der Qualifizierung an berufliche Ausbildungswege gegeben und ein weiterer Schritt in Richtung Professionalisierung getan“, sagte Frau Gerster abschließend.