Aufenthaltstitel

Für die Einreise und den Aufenthalt bedürfen Ausländer grundsätzlich einer Erlaubnis, die in Form eines Aufenthaltstitels erteilt wird. Mit dem Zuwanderungsgesetz wurde die Zahl der Aufenthaltstitel gegenüber den Regelungen im früheren Ausländergesetz reduziert: Aufenthaltserlaubnis, Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG, Niederlassungserlaubnis und das Visum. Die Aufenthaltserlaubnis wird grundsätzlich befristet erteilt; dagegen ist die Niederlassungserlaubnis unbefristet, zeitlich und räumlich grundsätzlich unbeschränkt und berechtigt zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit. Bei der Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG, die auf EU-Recht beruht, handelt es sich um einen unbefristeten Aufenthaltstitel, den Ausländer nach fünfjährigem rechtmäßigen Aufenthalt in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union bzw. Deutschland erhalten. Dieser Titel beinhaltet das Recht auf Weiterwanderung in einen anderen Mitgliedstaat und bietet, wie die Niederlassungserlaubnis, eine weitgehende Gleichstellung von Drittstaatsangehörigen mit eigenen Staatsangehörigen z.B. beim Arbeitsmarktzugang und bei sozialen Leistungen.

Voraussetzungen
Die Voraussetzungen für die Erteilung eines Aufenthaltstitels sind sehr unterschiedlich. Wenden Sie sich daher bitte an Ihre Ausländerbehörde.

Aufenthaltstitel

Sie können einen Aufenthaltstitel zum Zweck

  • des Besuchs
  • zum Zweck der Familienzusammenführung (z.B. Nachzug von Ehepartner oder Kindern)
  • zum Zweck der Ausbildung (z.B. Studium oder Sprachkurs)
  • zum Zweck der Erwerbstätigkeit (Selbständige und unselbständig Beschäftigte)
  • aus völkerrechtlichen, humanitären oder politischen Gründen (z.B. als Flüchtling) 
  • oder wegen gesetzlich vorgeschriebener besonderer Aufenthaltsrechte (z.B. Recht auf Wiederkehr von Ausländern, die als Minderjährige in Deutschland gelebt haben)


erhalten.

In begründeten Fällen kann eine Aufenthaltserlaubnis für einen anderen Zweck erteilt werden.

1. Das Visum

existiert in der Form des Schengen-Visums für die Durchreise oder für kurzfristige Aufenthalte von bis zu 3 Monaten. Dieses wird nach den Voraussetzungen des Schengener Durchführungsübereinkommens erteilt. Mit einem Schengen-Visum dürfen Sie sich im Rahmen seiner Gültigkeitsdauer zu touristischen Zwecken in folgenden Schengen-Staaten aufhalten:

Deutschland, Belgien, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Schweden, Schweiz, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechische Republik und Ungarn

Für längerfristige Aufenthalte benötigen Sie ein (nationales) Visum für Deutschland, das Sie bei der deutschen Auslandsvertretung in Ihrem Heimatstaat beantragen können.

2. Die Aufenthaltserlaubnis

ist befristet und wird zu bestimmten Aufenthaltszwecken erteilt. Die Dauer des Aufenthaltes richtet sich nach dem jeweiligen Zweck. Unter Umständen ergibt sich aus der Aufenthaltserlaubnis das Recht zu arbeiten.

3. Die Niederlassungserlaubnis

gilt unbefristet und schließt das Recht zu arbeiten ein. Sie ist zeitlich und räumlich unbeschränkt und darf in der Regel nicht mit Nebenbestimmungen versehen werden.

4. Die Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG

Ausländerinnen und Ausländer aus Nicht-EU-Staaten, die sich langfristig rechtmäßig in Deutschland aufhalten und sich sowohl wirtschaftlich als auch sozial integriert haben, können die "Erlaubnis zum Daueraufenthalt-EG" erhalten. 

Wer einen solchen Aufenthaltstitel besitzt, kann sich unter erleichterten Voraussetzungen in fast allen anderen EU-Ländern (außer in Großbritannien, Irland und Dänemark) niederlassen. 

Erleichterungen gibt es im Wesentlichen bei den Einreisevorschriften. Die nationalen aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen des anderen EU-Staates müssen allerdings erfüllt werden. Das gilt insbesondere auch für Regelungen zur Arbeitsaufnahme und zum Familiennachzug.

Allgemeine Voraussetzungen

Um überhaupt einen Aufenthaltstitel zu erhalten, müssen Sie in der Regel zunächst folgende Erteilungsvoraussetzungen erfüllen:

  • Sie müssen einen gültigen Pass oder Passersatz besitzen
  • Ihr Lebensunterhalt muss gesichert sein
  • Ihre Identität und Staatsangehörigkeit muss geklärt sein
  • es darf kein Ausweisungsgrund vorliegen
  • Ihr Aufenthalt darf die Interessen der Bundesrepublik Deutschland weder beeinträchtigen noch gefährden
  • Sie müssen mit dem erforderlichen Visum eingereist sein und die für die Erteilung des Aufenthaltstitels maßgeblichen Angaben bereits beim Visumantrag gemacht haben
  • es darf kein Einreise- oder Aufenthaltsverbot gegen Sie vorliegenund Sie dürfen sich nicht in einem entgegenstehenden, noch laufenden Asylverfahren befinden, es sei denn, Sie haben einen Anspruch auf Erteilung einer Aufenthaltserlaubnis.

Ihr Lebensunterhalt ist gesichert, wenn Sie für Ihre Lebenshaltungskosten, ausreichenden Krankenversicherungsschutz eingeschlossen, selbst aufkommen können, ohne öffentliche Mittel in Anspruch nehmen zu müssen.

Grundsätzlich benötigt jeder Ausländer für die Einreise nach Deutschland und den Aufenthalt im Inland einen Aufenthaltstitel. Dieser ist im Allgemeinen vor der Einreise in Form des Visums bei der deutschen Auslandsvertretung einzuholen. Das kann entweder die deutsche Botschaft oder ein deutsches Generalkonsulat sein. Es gelten dabei die gleichen Voraussetzungen wie für die Erteilung des jeweiligen Aufenthaltstitels in Deutschland. Ausnahmen von der Visumspflicht werden noch in einer Rechtsverordnung festgelegt werden. Andere Ausnahmen von der Visumspflicht ergeben sich auf der Grundlage des europäischen Rechts.

Ein für den Aufenthalt in Deutschland erforderlicher Aufenthaltstitel muss rechtzeitig (vor Ablauf des rechtmäßigen Aufenthalts) bei der Ausländerbehörde des Wohnsitzes beantragt werden.

Genehmigung für Erwerbstätigkeit im Aufenthaltstitel

Sie müssen sich nicht an die Arbeitsverwaltung wenden, um eine Arbeitsgenehmigung zu beantragen. Stattdessen gibt Ihr Aufenthaltstitel nun Auskunft darüber, in welchem Umfang Sie eine Erwerbstätigkeit ausüben können und welcher Art diese sein darf. Die Arbeitsverwaltung entscheidet zwar immer noch über Ihren Zugang zum Arbeitsmarkt, das Verfahren wird aber intern durchgeführt. Die Aufenthaltserlaubnis Ihres nachgezogenen Familienangehörigen berechtigt ihn in gleicher Weise und sofort zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit, soweit Sie selbst zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt sind. Das bedeutet auch, dass Ihre Familienangehörigen einen uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt haben, wenn Ihnen die Erwerbstätigkeit uneingeschränkt erlaubt ist. Im Übrigen darf Ihr Ehegatte uneingeschränkt arbeiten, wenn Ihre eheliche Lebensgemeinschaft seit mindestens zwei Jahren rechtmäßig im Bundesgebiet besteht.

Was kostet die Dienstleistung?

Es fallen unterschiedliche Gebühren an. Bitte erkundigen Sie sich bei Ihrer Ausländerbehörde.

Gebühren für die Erteilung und Verlängerung von Aufenthaltstiteln sowie sonstige aufenthaltsrechtliche Amtshandlungen sind in der Aufenthaltsverordnung (AufenthV) festgelegt.

  • Ersterteilung einer Aufenthaltserlaubnis: 100 € (bis 1 Jahr) oder 110 € (länger als 1 Jahr)
  • Verlängerung einer Aufenthaltserlaubnis: 80 €
  • Erteilung einer Niederlassungserlaubnis: 135 €
  • Übertrag des Aufenthaltstitels nach Ablauf der Gültigkeitsdauer des bisherigen Passes oder Passpapiers:  30 €

In bestimmten Fällen kann eine Ermäßigung oder Befreiung gewährt werden. Bringen Sie ggf. den Bescheid des Sozialamtes/Jobcenters mit.