Kooperationsvereinbarung Geoinformationssystem (GIS) zwischen Landkreis Waldeck-Frankenberg und Amt für Bodenmanagement Korbach

Veröffentlicht am: 07.11.2012

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg und das Amt für Bodenmanagement Korbach haben eine Kooperationsvereinbarung über die Zusammenarbeit bei der Nutzung des Geoinformationssystems (GIS) INGRADA der Firma Softplan unterzeichnet. Es ist hessenweit die erste Vereinbarung dieser Art mit einem Amt für Bodenmanagement und auch kein Zufall: Das Amt in Korbach ist besonders geeignet, da es eines von drei Kompetenzzentren für Geoinformationsmanagement in ganz Hessen ist.

Landrat Dr. Kubat und Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf hatten aus diesem Grund der benachbarten Behörde einen Besuch abgestattet, wo sie von Amtsleiter Dipl.-Ing. Frank Mause empfangen und noch einmal über die vielfältigen Möglichkeiten dieses speziellen Werkzeuges informiert wurden.

Nachdem der Landkreis die Nutzungsrechte an den Geobasisdaten (z.B. Liegenschaftskarte, Luftbilder, ...) Ende 2011 erworben hatte, war es notwendig ein entsprechendes Werkzeug zur Analyse, Visualisierung und Präsentation sowohl der erworbenen Geobasisdaten als auch der eigenen Geofachdaten z.B. im Bauplanungsbereich zu beschaffen.

„Nach einem umfangreichen Probebetrieb und entsprechender Anforderungsstellung durch verschiedene Fachdienste des Landkreises an das gewünschte GIS und die damit verbundene Betreuung, war relativ schnell klar, dass eine Kooperation mit dem Amt für Bodenmanagement Korbach für uns die praktikabelste Lösung darstellt", erklärte der Landrat. „Durch den Einsatz dieses GIS wird Landkreis in die Lage versetzt, Geodaten wie Luftbilder, Liegenschaftsdaten oder topographische Karten ebenso einfach verfügbar zu haben wie Informationen über Bebauungspläne und Schutzgebietsabgrenzungen".

Durch den Erwerb eines GIS verfügen nun alle Städte und Gemeinden sowie der Landkreis über die notwendigen Nutzungsrechte an den Geobasisdaten und die technische Ausstattung um eine sogenannte Geodateninfrastruktur aufbauen zu können. Eine Geodateninfrastruktur ist eine Infrastruktur bestehend aus den eigentlichen Daten (Geodaten, Metadaten) und Geodatendiensten sowie Netzdiensten und -technologien (Programme zur Darstellung, Verknüpfung, ... der Daten). Neben diesen Punkten sind ein weiterer wichtiger Bestandteil die Vereinbarungen über die gemeinsame Nutzung, den Zugang und die Verwendung der verschiedensten Geodaten. Weiterführende Informationen finden Interessenten auf der Internetseite des Geoportals Hessen (www.geoportal.hessen.de/). Dies ist die zentrale Plattform der landesweiten Geodateninfrastruktur Hessen (GDI-Hessen). Sie bietet einen zentralen Zugang zu raumbezogenen Daten, Diensten und Anwendungen und informiert über Projekte und relevante Entwicklungen der GDI-Hessen.

„Die nun vereinbarte Kooperation wird den Landkreis in die Lage versetzen die aktuellen Anforderungen an eine moderne und bürgerfreundliche Verwaltung zu erfüllen" gab sich der Erste Kreisbeigeordnete überzeugt. „Ein wichtiges Stichwort  ist in diesem Zusammenhang das E-Government, das im weiteren Sinn eine Vereinfachung von Arbeitsabläufen innerhalb von Behörden sowie zwischen den Bürgern durch den Einsatz von digitalen Informations- und Kommunikationstechniken darstellt".

Der technische Fortschritt insbesondere durch das Internet ermöglicht hier neue Kommunikations- und Interaktionswege sowohl intern als später auch extern. Im Kreishaus werden viele Arbeitsabläufe vereinfacht und automatisiert, so dass mehr Kapazitäten für Sonderfälle zur Verfügung stehen, was wiederum dem Bürger zu Gute kommt.

Der Bürger hat in einer späteren Ausbaustufe den Vorteil, dass Geoinformationen des Landkreises „rund um die Uhr" erreichbar sind. Für ihn entfallen somit oft zeitaufwändige Wege. Ein weiterer wesentlicher Punkt ist, dass die Transparenz des Landkreises erhöht wird, da einzelne Bearbeitungsschritte oder Informationswege für den Bürger besser erkennbar werden.

Dadurch, dass dem Bürger Informationen leichter zugänglich gemacht werden, wird der politische Willensbildungsprozess unterstützt und intensivere Mitwirkungsmöglichkeiten erreicht, beispielsweise bei Bürgerbeteiligungen.

GIS Kooperationsvereinbarung

Bildunterschrift: Erster Kreisbeigeordneter Jens Deutschendorf, Landrat Dr. Reinhard Kubat  und Leitender Vermessungsdirektor Frank Mause (v.r.) unterzeichneten in Korbach einen Kooperationsvertrag über die Nutzung des Geoinformationssystems. Es ist die erste Vereinbarung dieser Art in Hessen. Mit auf dem Bild sind Walter Voigt und Florian Beyerbach vom Amt für Bodenmanagement