Schmallenberg Virus bislang bei einem Fall in Waldeck-Frankenberg nachgewiesen

Veröffentlicht am: 03.02.2012

Das sogenannte „Schmallenberg-Virus" ist nun auch in einem Fall in Waldeck-Frankenberg nachgewiesen worden. Der Erreger, der erstmals im November 2011 im benachbarten Hochsauerlandkreis isoliert wurde, führt zu schweren Geburtsfehlern vor allem bei Schafen, aber auch bei Ziegen und Rindern. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich, es kann auch nicht übertragen werden. Wie Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Jens Deutschendorf mitteilte, wurde bei dem ersten von aktuell 33 zur Untersuchung eingesandten Schaf- und Ziegenlämmern sowie Kälbern aus Beständen in Waldeck-Frankenberg das Schmallenberg- Virus nachgewiesen.

„Aufgrund der deutlich sichtbaren Missbildungen an den eingesandten Tieren wird davon ausgegangen, dass weitere positive Untersuchungsergebnisse folgen werden", sagte Deutschendorf weiter. „Die Infektion mit dem Erreger erfolgte bei den Muttertieren während der Trächtigkeit, eine Infektion ist aber nicht an äußeren Anzeichen erkennbar".

Bei Schafen komme es vermutlich bei einer Ansteckung zwischen dem 28. und dem 36. Trächtigkeitstag, bei Rindern bei einer Ansteckung der Mutter zwischen dem 75. und 110. Trächtigkeitstag zu Fehlbildungen der Feten. Deutschendorf appellierte an die Tierhalter, ein besonderes Augenmerk auf die anstehenden Geburten ihrer Schafe, Ziegen und Rinder zu richten. Durch die starken Verkrümmungen der Feten komme es bei den Muttertieren während der Geburt häufig zu Komplikationen.

„Gezielte Vorsichts- oder Bekämpfungsmaßnahmen gegen die Erkrankung sind nicht möglich, Infektionsweg und Ausbreitung des Erregers sind noch nicht erforscht", erläuterte der Erste Kreisbeigeordnete. „Ein Impfstoff ist derzeit noch nicht verfügbar, er müsste wie bei der Blauzungenkrankheit erst hergestellt werden". Empfohlen werde jedoch der Einsatz von insektenabwehrenden Mitteln, wenn die Vektoren (Stechmücken) im Frühjahr wieder aktiv sind. Der Erreger wird durch diese Insekten übertragen.

Wie Deutschendorf weiter ausführte, haben Bund und Länder sich darauf verständigt, zunächst durch eine Surveillance, also eine systematische und kontinuierliche Überwachung, in Deutschland zu prüfen, ob und inwieweit sich die Krankheit schon ausgebreitet hat.

Zugleich betonte der Dezernent noch einmal, dass kein Risiko für den Menschen bestehe und Fleisch- und Milchprodukte unbedenklich verzehrt werden könnten.