KLIMZUG-Nordhessen untersucht Alternativen zum Maisanbau

Veröffentlicht am: 09.10.2012

Zunehmende Trockenperioden, starke Regenfälle, orkanartige Stürme - die Vorboten des Klimawandels sind längst in Nordhessen angekommen. Wie Gesellschaft, Politik oder Wirtschaft in der Zukunft mit den klimatischen Veränderungen umgehen können, untersucht das Verbundprojekt KLIMZUG-Nordhessen (Klimawandel zukunftsfähig gestalten).

Eine besonders von Wetter und Klima abhängige Berufsgruppe sind die Landwirte. „In den letzten Jahren haben bereits unterschiedlichste Extremwetterereignisse die Landwirtschaft beeinflusst", erklärt Jens Deutschendorf, Erster Kreisbeigeordneter und Dezernent für den Fachbereich Landwirtschaft im Landkreis Waldeck-Frankenberg. „Jüngstes Beispiel sind die verheerenden Auswinterungsschäden im Frühjahr diesen Jahres, die in vielen Fällen zum Totalausfall bei Wintergetreide geführt haben", fügt Fachdienstleiter Axel Friese hinzu. Ganz andere Schäden verursachen Starkregenereignisse im Sommer, die häufig mit Ernteeinbußen oder gar ökologischen Belastungen wie Bodenerosion und Nährstoffaustrag einhergehen. Der fortschreitende Klimawandel stellt zunehmend eine Gefährdung von Boden und Wasser dar, insbesondere im Hinblick auf den steigenden Maisanbau zur Energieerzeugung.

An genau dieser Stelle setzt KLIMZUG-Nordhessen mit einem Konzept an:

Auf seinen Flächen nahe der Stadt Korbach hat Landwirt Bruno Wolff in den letzten Wochen Kulturen wie Kleegras oder Grünroggen für einen Demonstrationsversuch ausgesät. „Ziel dabei ist es, alternative Varianten für den Energiepflanzenanbau vorzustellen, die robuster sind als herkömmliche Systeme", erläutert Bruno Wolff. Grundlage für den Demonstrationsversuch bilden Forschungsergebnisse des Fachgebietes Grünlandwissenschaft und Nachwachsende Rohstoffe der Universität Kassel. Diese wurden gemeinsam mit verschiedenen Fachdiensten der Kreisverwaltung, dem Maschinenring Waldeck-Frankenberg und dem Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH) weiterentwickelt. „Im Mittelpunkt stehen Kulturen und Anbaumethoden, die einen ganzjährigen Bodenschutz und eine Reduzierung der Nährstoffauswaschung anstreben", betont LLH-Pflanzenbauberater Friedrich Göge.

Jens Deutschendorf zeigt sich begeistert von dem Vorhaben: „Ich bedanke mich für die gelungene Kooperation und wünsche dem Anbauversuch viel Erfolg!"

Die Aktivitäten im Bereich Landwirtschaft werden auf dem diesjährigen Regionalforum des Projektes KLIMZUG-Nordhessen aufgegriffen. Neben einem Vortrag über die Betroffenheit, die der Klimawandel für das landwirtschaftliche Handeln mit sich bringt, findet eine Diskussionsrunde statt - Fachdienstleiter Axel Friese bezieht gemeinsam mit Wissenschaftlern aus dem Verbund KLIMZUG-Nordhessen Stellung über Maßnahmen zur Klimaanpassung im Bereich Landwirtschaft.

Das Regionalforum von KLIMZUG-Nordhessen findet am 11. Oktober in der Bad Wildunger Wandelhalle statt. Es richtet sich an Vertreter aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft sowie an interessiertes Fachpublikum.