Auftaktveranstaltung zur Gründung eines Weiterbildungsverbundes für Hausärzte in Waldeck-Frankenberg

Veröffentlicht am: 03.06.2013

Eine der wichtigsten Herausforderungen im Hinblick die Zukunft des ländlichen Raums ist die Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung. Dieses Ziel ist nicht mit einzelnen Maßnahmen zu erreichen, sondern es bedarf einer gesamtheitlichen Betrachtung, die sowohl Aspekte wie Vereinbarkeit von Beruf und Familie als auch flexible Modelle für die Aus- und Weiterbildung umfasst. Zu diesem Zweck wurde auf Beschluss des Kreistages vom Juni vergangenen Jahres das Netzwerk „Gesundheit schafft Zukunft" gegründet. Mitglieder sind bisher Ärzte, der Landrat und der Erste Kreisbeigeordnete, die Projektkoordinatorin, der Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung, der Fachdienst Gesundheit sowie das Kreiskrankenahaus Frankenberg. In enger Kooperation mit Ärzten, Krankenhäusern, Gesundheitsmanagern usw. werden Konzepte erarbeitet, die sich zu einem „Rundum sorglos Paket" für junge Ärztinnen und Ärzte zusammenfügen und diese zur Übernahme einer Landarztpraxis motivieren sollen.

Wie Landrat Dr. Reinhard Kubat mitteilte, ist die hausärztliche Versorgung mit 114 Praxen für Allgemeinmedizin in Waldeck-Frankenberg nominell sehr gut, doch sei die räumliche Verteilung so, dass eine Konzentration in den Mittelzentren festzustellen sei, während die Praxisdichte auf dem Lande als eher dünn bezeichnet werden müsse.

Erster Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Jens Deutschendorf weist darauf hin, dass auch sinkende Einwohnerzahlen als Folge des demografischen Wandels keinen geringer werdenden Bedarf bei der hausärztlichen Versorgung zur Folge haben. Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung steige, es gebe immer mehr ältere Menschen, die einen deutlich höheren Bedarf an medizinischer Betreuung hätten als jüngere.

Das Netzwerk „Gesundheit schafft Zukunft" lädt für den 5. Juni Allgemeinmediziner und Internisten wie auch Chefärzte und die Geschäftsführer aller Krankenhäuser aus dem Landkreis, die über die Weiterbildungsermächtigung für Allgemeinmediziner verfügen zu einer Konferenz ins Korbacher Kreishaus ein. Dort werden u.a. der Vorsitzende des Hausärztebezirks Waldeck, Dr. Armin Mainz, sowie Dr. Susanne Sommer vom Kompetenzzentrum Marburg über Rahmenbedingungen eines attraktiven Weiterbildungskonzeptes referieren. Danach ist eine Aussprache vorgesehen. Im Anschluss daran stellt Projektkoordinatorin Katharina Kappelhoff die Serviceangebote vor, die vom Netzwerk entwickelt wurden bzw. noch entwickelt werden sollen.

Für den Landrat und den Ersten Kreisbeigeordneten ist die Gründung eines „Weiterbildungsverbundes" ein wichtiges Modul zur Sicherstellung der Ärzteversorgung auf dem Lande. „Wir brauchen eine kreisweit organisierte Verbundausbildung, die auch für Eltern in Teilzeit absolvierbar ist. Wenn unser Landkreis eine echte Alternative bietet dann werden wir auch das Interesse junger Medizinerinnen und Mediziner an der Übernahme einer Landarztpraxis wecken können".

Darüber hinaus komme es darauf an, eine Plattform zu schaffen, auf der sich Ärzte austauschen, Einblicke in die vorhandenen Strukturen im Landkreis bekommen und sich im „rundum sorglos Paket" verstanden fühlen können. Dazu gehörten Finanzierungskonzepte für Immobilien ebenso wie Praxisbörsen und Ansprechpartner. All das soll bald im Internet verfügbar sein

Kubat und Deutschendorf freuten sich darüber, dass das Interesse von Ärzten, Krankenhausgeschäftsführern und Chefärzten an der Veranstaltung am 5. Juni sehr hoch ist. Mehr als dreißig Zusagen seien eingegangen, das mache Mut im Hinblick auf eine erfolgreiche Fortsetzung des Prozesses.