Weiterbildung angehender Ärzte gezielter fördern – Deutschendorf fordert neue Schwerpunkte in der Förderpolitik des Landes

Veröffentlicht am: 07.11.2013

Geld

Die Weiterbildung junger Mediziner zu Fachärzten sollte in ländlichen Regionen stärker finanziell unterstützt werden. Das fordert der erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf und regt zum Umdenken in der Förderpolitik des Landes Hessen an.

Seiner Ansicht nach sollte neben der Ansiedlung neuer Ärzte im ländlichen Raum auch stärker die Ausbildung angehender Ärzte im Fokus stehen. „Wir müssen junge Menschen fördern und mehr Anreize dafür schaffen, sich in ländlicheren Regionen wie Waldeck-Frankenberg zum Facharzt ausbilden zu lassen“, so Jens Deutschendorf. Dafür sei ein Umdenken in der Förderpolitik in Hessen notwendig – hin zur stärkeren finanziellen Unterstützung der Weiterbildungsangebote.

Bestehende Förderprogramme wie die Zusatzvereinbarung zum „Pakt zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung für die Jahre 2012 bis 2014“ unterstützen bislang ausgebildete Ärzte, die sich dafür entscheiden, für mindestens fünf Jahre in ländlichen Regionen zu praktizieren. Sie konnten eine Fördersumme von bis zu 50.000 für die Einrichtung ihrer Praxis beantragen. „Dieses Angebot wurde nur sehr eingeschränkt wahrgenommen, sodass noch finanzielle Mittel im Fördertopf enthalten sein müssten. Für die Ausbildung von jungen Ärzten in Weiterbildungsverbünden steht jedoch kein Geld mehr zur Verfügung“, so Deutschendorf. Diese Mittelverteilung sei unsinnig und müsse überdacht werden. „Die Ausbildung von jungen Ärztinnen und Ärzten zu Allgemeinmedizinern ist der Schlüssel zur Sicherstellung der hausärztlichen Versorgung im ländlichen Raum. Deswegen müssen dort auch die Kräfte und das Geld gebündelt werden“, sagt Jens Deutschendorf.    

In Waldeck-Frankenberg ist der Anfang dafür gemacht: Im vergangenen Jahr hat der Kreistag die Initiierung eines Projektes zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung „Gesundheit schafft Zukunft“ beschlossen. Dies beinhaltet unter anderem auch die Organisation einer kreisweiten Verbundweiterbildung für angehende Hausärzte. „Dieses Weiterbildungsangebot soll in Waldeck-Frankenberg in Kooperation mit den örtlichen Krankenhäusern und Hausarztpraxen realisiert werden“, erklärt Deutschendorf. „Jeder angehende Arzt bekommt einen persönlichen Mentor und wird so individuell betreut.“ Offiziell gestartet und feierlich gegründet wird die Verbundweiterbildung am 25. November um 19 Uhr im Rahmen eines Festaktes im Kreistagssitzungssaal.  

Darüber hinaus wurde im Rahmen des Projekts „Gesundheit schafft Zukunft“ bereits ein Expertennetzwerk eingerichtet; in Planung ist die Informationsplattform „www.landarzt-werden.de“, die als Serviceportal und Kommunikationskanal für angehende Landärzte dienen soll. Die Einrichtung von Notdienstzentralen an den örtlichen Krankenhäusern und ein Konzept zur Errichtung von Gesundheitszentren gehören ebenfalls zu den Projektzielen. „Der Anfang für eine flächendeckende  und langfristige gesundheitliche Versorgung in Waldeck-Frankenberg ist also getan“, so Deutschendorf. Würden die Zuschüsse des Landes nun noch zielgerichteter und effektiver eingesetzt, sei man auf einem guten Weg.