Netzwerk für Toleranz des Landkreises fördert Projekte mit rund 3.800 Euro

Veröffentlicht am: 20.01.2014

Netzwerk für Toleranz
Das Netzwerk für Toleranz ist 2013 im Landkreis neu gegründet worden. Im Rahmen seiner Arbeit hat es im vergangenen Jahr bereits drei thematisch einschlägige Projekte gefördert - mit einem finanziellen Zuschuss von rund 3.800 Euro.

Eines davon ist der Verein „Rückblende - Wider das Vergessen e.V.", dessen Vorsitzender Ernst Klein ein Buch „Verschwundene Nachbarn - Verdrängte Geschichte" verfasst hat. Der Band dokumentiert das deutsch-jüdische Leben in Waldeck-Frankenberg im Lauf der Jahrhunderte. Es beschreibt Begegnungen mit ehemaligen jüdischen Einwohnern sowie deren tägliches Leben, ihre Vertreibung und ihr Schicksal. Die Neuauflage des Buches wurde mit rund 3.000 Euro bezuschusst.  „Dieses Buch beschreibt sehr anschaulich die damalige Situation der jüdischen Einwohner in der Region", so Dr. Jürgen Römer, Leiter des Fachdienstes Dorf- und Regionalentwicklung, der gemeinsam mit der Koordinatorin des Netzwerks Ursula Müller den Förderbescheid übergab. Daher sei es vor allem auch für Schülerinnen und Schüler und somit für den Einsatz im Unterricht geeignet. Der Geldbetrag zur Finanzierung konnte einmalig und ausnahmsweise aus noch nicht abgerufenen Projektmitteln für 2013 bereitgestellt werden.

Neben dem Zuschuss für die Publikation wurde auch der Förderverein „Synagoge Vöhl e.V." in seiner Arbeit unterstützt. Um die Öffentlichkeitsarbeit zu verbessern, wurden plakative Aufsteller angeschafft, auf denen Hintergrundinformationen zur regionalen jüdischen Geschichte sowie zum Verein dargestellt werden. Die Investition unterstützte das Netzwerk für Toleranz mit einem Betrag von 600 Euro. „Aus der Geschichte lernen und Brücken bauen sind beiden Initiativen wichtige Grundsätze", so Ursula Müller. „Wir haben uns für die Förderung entschieden, da beide Vereine sich zum Ziel gesetzt haben, die verbliebenen Zeugnisse deutsch-jüdischer Kultur in unserer Region aufzufinden und zu bewahren."

Neben den beiden Vereinen wurde auch die Initiative des Runden Tischs in Willingen für die Integration von ausländischen Mitbürgern mit rund 200 Euro unterstützt. Organisiert wurde eine Kletteraktion mit spanischen und deutschen Auszubildenden, um die Kontakte zwischen beiden Gruppen zu intensivieren.

Auch im Jahr 2014 möchte das Netzwerk für Toleranz Projekte aus einschlägigen Themenfeldern unterstützen. Hierzu hat die Steuerungsgruppe Förderrichtlinien beschlossen, die vor allem die Nachhaltigkeit von Maßnahmen und Aktionen in den Mittelpunkt stellen. Beispielsweise wird eine Ausstellung zum Thema Rechtsextremismus, die in den Gymnasien des Landkreises in diesem Sommer gezeigt werden soll, bezuschusst. Weitere Anträge und Ideen sind herzlich willkommen. 

Herzlich Willkommen ist auch die Mitarbeit interessierter Bürgerinnen und Bürger im Netzwerk für Toleranz. Bereits beim ersten Netzwerktreffen im vergangenen November haben sich Arbeitsgruppen gebildet, um einen lokalen Aktionsplan zur Steuerung von Entwicklungsprozessen zur Demokratieentwicklung  und der nachhaltigen Etablierung lokaler Bündnisse für Toleranz zu entwerfen. „Ziel ist, ein offenes, tolerantes Klima zu fördern und die soziale Integration zu sichern", so Ursula Müller. Jeder, der sich in diese Arbeitsgruppen einbringen möchte, ist herzlich wollkommen." Denn für den Erfolg benötige das Netzwerk möglichst viele gesellschaftliche Akteure, Kommunen, öffentliche und freie Träger, Kirchen und engagierte Bürgerinnen und Bürger. Weitere Informationen zum Netzwerk für Toleranz gibt es bei der Koordinierungsstelle des Landkreises, Ursula Müller, Telefon: 05631-954 889, oder ursula.mueller@landkreis-waldeck-frankenberg.de.

Die Termine der Arbeitsgruppen im Überblick:

Montag, 27. Januar - AG Demokratie- und Toleranzerziehung, 17 Uhr im Saal 3 des Kreishauses/Zimmer 162, Südring 2, Korbach

Dienstag, 28. Januar - AG Soziale Integration, 17 Uhr im Saal 3 des Kreishauses/Zimmer 162, Südring 2, Korbach

Mittwoch, 29. Januar - AG Bekämpfung rechtsextremistischer Bestrebungen, 17 Uhr im Saal 3 des Kreishauses/Zimmer 162, Südring 2, Korbach
 
Donnerstag, 30. Januar - AG Interkulturelles/interreligiöses Lernen, 17 Uhr im Saal 3 des Kreishauses/Zimmer 162, Südring 2, Korbach

Freitag, 31. Januar - AG Kulturelle und geschichtliche Identität, 15 Uhr im Saal 3 des Kreishauses/Zimmer 162, Südring 2, Korbach