Kreuzungsbahnhof Viermünden soll Schienenverkehr zwischen Rhein-Ruhr und Rhein-Main deutlich verbessern

Veröffentlicht am: 25.03.2014

Bahn

Schon vor der Wiederinbetriebnahme der Bahnstrecke Frankenberg - Korbach führen der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) und Landrat Dr. Kubat intensive Gespräche mit dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und dem Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), die den Schienenverkehr in den Nachbarregionen organisieren. „Um künftigen Fahrgästen und Besuchern  eine schnelle Verbindung zwischen Waldeck-Frankenberg  und den Ballungszentren Rhein-Main und Rhein-Ruhr zu ermöglichen, müssen die Fahrpläne so aufeinander abgestimmt werden, dass es bei Umsteigesituationen nicht zu langen Wartezeiten kommt", erläuterte der  Landrat. Dies habe zum Teil Auswirkungen bis in die bauliche Infrastruktur

So plane der NWL zum Fahrplanwechsel im Dezember 2016 Neuregelungen bei diversen Verbindungen. Davon betroffen ist auch die Strecke Brilon Wald - Dortmund, wo nach gegenwärtigem Stand der Dinge Wartezeiten von bis zu einer Stunde für Bahnreisende aus Waldeck-Frankenberg entstehen könnten. Dies wäre der Akzeptanz der Bahn eher abträglich, deshalb wurden Möglichkeiten diskutiert, um eine derartige Situation zu vermeiden.

„Am sinnvollsten wäre die Einrichtung eines Kreuzungsbahnhofs in Viermünden", sind sich Landrat, NVV, Kurhessenbahn und Land Hessen einig. „Das würde den Bau eines zweiten Gleises am Haltepunkt Viermünden erfordern, so dass Begegnungsverkehr möglich ist". Dadurch würde der Verkehrsfluss insgesamt beschleunigt, so dass Bahnreisende die in Brilon (Wald) abfahrenden Züge Richtung Dortmund ohne lange Wartezeiten beim Umsteigen erreichen könnten.

Für den Bau des Kreuzungsbahnhofs Viermünden werden einmalige Kosten in Höhe von rd. 2,5 Mio. Euro veranschlagt. Nach ersten Gesprächen mit dem Land Hessen zeichnet sich ab, dass dieses Projekt  außerhalb der Reaktivierung der Strecke Korbach - Frankenberg als eigenständiges Projekt realisiert werden könnte. Die Kurhessenbahn habe sich bereiterklärt als Antragsteller aufzutreten, um Mittel nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz zu akquirieren.

Der neue Geschäftsführer des NVV, Wolfgang Rausch, bestätigte, dass das Projekt ohne finanzielle Beteiligung des Landkreises gestemmt werden kann, weil es insgesamt eine sehr wirtschaftliche Lösung darstellt.

Landrat Dr. Kubat und Geschäftsführer Rausch sind überzeugt davon, dass der Bau eines  Kreuzungsbahnhofs in Viermünden die Flexibilität bei der Nutzung der Gesamtstrecke, also auch über den Teilabschnitt Frankenberg - Korbach hinaus, erhöhen wird. Es wären bei Bedarf Sonderverkehre möglich, ein höheres Besucheraufkommen etwa bei Großveranstaltungen könnte leichter aufgefangen und der Einsatz von Güterverkehren könnte einfacher realisiert werden. „Die ursprünglich an der Station Viermünden vorgesehene Park + Ride bzw. Bike + Ride Anlage wird zunächst zurückgestellt, zugunsten der Planungen für den Kreuzungsbahnhof", erklärte Kubat. Dieser könnte im Dezember 2016 in Betrieb gehen. Unabhängig davon wird der Haltepunkt Viermünden für die Betriebsaufnahme im Sommer 2015 provisorisch hergerichtet.