Netzwerk für Toleranz und MPS Adorf veranstalteten Workshop gegen Rechtsextremismus

Veröffentlicht am: 27.06.2014

Netzwerk für Toleranz

Immer weniger treten rechtsextreme Anhänger mit Glatzen und in Springerstiefeln und Bomberjacken auf. In welchen Äußerungen, welcher Mode, welchen Zahlencodes oder Symbolen sich fremdenfeindliche Einstellungen zeigen, lernten Schülerinnen und Schüler in einem vom Netzwerk für Toleranz und der Mittelpunktschule Adorf veranstalteten Workshop.

Initiiert wurde der Projekttag von MPS-Lehrerin Hannelore Behle, die gemeinsam mit der Koordinatorin des Netzwerks für Toleranz, Ursula Müller, und dem Experten zum Thema Rechtsextremismus Helge von Horn durch den Vormittag führte. Nach einer theoretischen Einführung arbeiteten sich die Jugendlichen an drei Stationen mit unterschiedlichen Aspekten in das Thema ein: Wie sieht eigentlich rechtsextreme Mode aus? In welchen Äußerungen zeigen sich rassistische, fremdenfeindliche und nazistische Einstellungen? Und welche Zahlencodes und Symbole sind der rechtsextremen Szene zuzuordnen?

Dabei zeigte sich, dass es häufig nicht einfach ist, fremdenfeindliche Einstellungen eindeutig zu erkennen. Längst treten rechtsextreme Anhänger nicht mehr mit Glatzen und in Springerstiefeln und Bomberjacken auf, sondern nutzen übliche Kleidung, die sich durchaus an anders Gesinnten orientiert. Die Schülerinnen und Schüler lernten, bei den Outfits, aber auch bei Codes und Symbolen genauer hinzusehen. Dass beispielsweise die Aussage „Inländer rein“ im Umkehrschluss die Ausgrenzung von Ausländern bedeutet, lässt sich nicht auf den ersten Blick erkennen. „Darüber muss man erst einmal bewusst nachdenken“, sagt die Netzwerkkoordinatorin Ursula Müller.

Aktiv und interessiert arbeiteten die jugendlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer
an den verschiedenen Stationen mit. Insbesondere die Auflösung von Zahlencodes stieß auf großes Interesse; jedoch auch das Thema Musik. Anhand von Liedern und Texten analysierten sie die Einstellung der Interpreten und ordneten sie politischen Gruppen zu. So waren die Schülerinnen und Schüler erstaunt, welche Gewaltbereitschaft und Ausgrenzung teilweise in manchen Texten propagiert wurde.

„Insgesamt war es ein spannender Vormittag“, zieht Ursula Müller Bilanz. „Für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und auch den Lehrkräften war dieser Workshop sehr interessant.“ Projekttage und Workshops wie diese bietet das Netzwerk für Toleranz des Landkreises Waldeck – Frankenberg unter anderem für Schulen und Jugendgruppen an. Interessierte Lehrkräfte, Eltern, Jugendliche und Multiplikatoren können sich bei Interesse an Ursula Müller (Tel.: 05631-954 889 oder E-Mail: ursula.mueller@landkreis-waldeck-frankenberg.de) wenden.