Basdorf und Schmittlotheim gewinnen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Veröffentlicht am: 29.07.2014

Basdorf und Schmittlotheim gewinnen Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Die Attraktivität und Lebensqualität von Orten im ländlichen Raum zu verbessern ist Ziel des bundesweiten Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“. Im Regionalentscheid 2014 wurden jetzt die zwei erfolgreichsten Orte der Region Waldeck-Frankenberg und Main-Kinzig ermittelt. Gegen elf andere Dörfer konnten sich Basdorf und Schmittlotheim als Sieger durchsetzen.

Alle Orte wurden von der neunköpfigen Bewertungskommission festgelegt, die die insgesamt 13 Teilnehmer in den vergangenen Wochen besuchte und bewertete. „Viele Orte sind in diesem Jahr mit einem anstehenden Jubiläum beschäftigt; dazu kommt, dass das Ehrenamt an der Grenze der Belastbarkeit ist“, erklärt die Leiterin der Bewertungskommission Sigrid Göbel. Das erkläre eine relativ geringe Teilnehmerzahl. Daher wurden die Landkreise Waldeck-Frankenberg und Main-Kinzig zu einer Region zusammengelegt – und die Teilnehmer miteinander verglichen und bewertet.

Dabei konnte sich in der Gruppe A – die alle Orte beinhaltet, die im Rahmen des Förderprogramms zur Dorferneuerung durch Landesmittel gefördert werden und wurden – Basdorf mit 88,06 Punkten gegen die zweit- und drittplatzierten Orte Hohenzell der Stadt Schlüchtern mit 82,94 und Marborn der Stadt Steinau an der Straße mit 80,50 Punkten durchsetzen. Die Preisträger erhalten nach Platzierung gestaffelt Prämien in Höhe von 3.000, 2.000 und 1.000 Euro.

„Basdorf hat´s! ist das Motto, unter dem sich der Ort im Rahmen des Wettbewerbs präsentierte“, so Sigrid Göbel. „Dass dieses Motto zu 100 Prozent der Realität entspricht, darin waren sich alle Mitglieder der Jury einig.“ Ob durch das Maislabyrinth, den Hutewald, den Anbau von Sonderkulturen, Energie- oder Arzneipflanzen, diverse Veranstaltungen, den Bau eines Mehrgenerationen-Spielplatzes oder die Neugestaltung der historischen Dorfmitte und vieles anderes mehr – durch gemeinsames ehrenamtliches Engagement und unermüdlichen Einsatz konnte Basdorf im vergangenen Jahr einiges erreichen – und so die Jury von sich überzeugen.

In der Gruppe B, in der Orte ohne Förderung teilnahmen, konnte sich Schmittlotheim mit insgesamt 88,88 Punkten gegen neun andere Bewerber durchsetzen. Den zweiten und dritten Platz konnten Geismar (Frankenberg/Eder) mit 86,50 Punkten und Lohrhaupten (Flörsbachtal) mit 86,19 Punkten erreichen. Mit Erfolg teilgenommen haben weiterhin die Orte Diemelstadt-Dehausen, Frankenberg-Schreufa, Hatzfeld, Korbach-Helmscheid, Rosenthal, Steinau an der Str.-Umbach und Vöhl-Herzhausen. Auch die ersten drei Platzierten erhielten Prämien in Höhe von 3.000, 2.000 und 1.000 Euro.

Schmittlotheim hat sich zum 750-jährigen Jubiläum mit der Auszeichnung selbst das schönste Geschenk gemacht. Es überzeugte die Jury als verhältnismäßig kleiner Ort, der sich laut Bewertungskommission durch eine gute Infrastruktur, den enormen Gemeinschaftssinn der Bewohner und mit authentisch vorgetragenen Präsentationen gegen seine Mitbewerber behaupten konnte. So wurden unter anderem nicht nur vorhandene Gebäude im Ortskern umgenutzt, eine ehemalige Dreschhalle zur Festhalle umfunktioniert oder mitten im Ort ein Treffpunkt für jedermann gestaltet, sondern auch ein Kinderspielpatz neu angelegt. Ein Wein-Lehrpfad, eine eigene Bierbrauerei sowie ein von mehreren Generationen betriebener Ferienhof, der faire Milch der Milcherzeugergemeinschaft vermarktet und eigenen Strom produziert, sind ebenfalls zu nennende Projekte.

Neben der Bewertung der Gruppen A und B wurde in diesem Jahr ein Sonderpreis mit dem Thema „Jugend im Dorf“ vergeben. Dieser ging an die Orte Frankenberg-Geismar und Schlüchtern-Hohenzell, die ihre Jugendarbeit besonders vorbildlich darstellten. In beiden Orten wurde über Jahre hinweg eine stabile Struktur für Jugendliche geschaffen, die diese langfristig in das Dorfleben integriert, in dem ihnen immer wieder eigenständige Projekte für das Dorf- und Gemeinschaftsleben übertragen werden. Geismar wurde dabei mit einem Preisgeld von 650 Euro und Hohenzell mit 350 Euro prämiert. 

„Alle Orte, die sich zu einer Teilnahme entschieden haben, gehören zu den Gewinnern“, sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat, der gleichzeitig auch Vorsitzender der Bundesbewertungskommission des Wettbewerbs ist. „Denn dort gibt es engagierte Bürgerinnen und Bürger, die sich aktiv mit der Gestaltung der Zukunft ihres Lebensumfelds beschäftigen.“ Darüber hinaus würden auch die Kommunen solch aktiver Dörfer davon profitieren. Denn durch den Wettbewerb mit dem enormen ehrenamtlichen Einsatz erfahre die bauliche, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Entwicklung eines Ortes einen neuen Aufschwung.  

Detaillierte Informationen zur Auswertung finden Sie hier.