Bildungs- und Teilhabepaket

Neues Bildungs- und Teilhabepaket für einkommensschwache Familien

PDF   Flyer Bildungs- und Teilhabepaket

Seit dem 1. Januar 2011 haben Kinder, Jugendliche und junge Erwachsen aus einkommensschwachen Familien einen Rechtsanspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben in der Gemeinschaft.

Im Landkreis Waldeck-Frankenberg sind derzeit rund 7.800 Menschen von staatlichen Transferleistungen abhängig. Sie gehören zu etwa 4.300 "Bedarfsgemeinschaften" die Arbeitslosengeld II erhalten. In diesen Familien leben etwa 2.400 Kinder und Jugendliche. Um genau diese geht es beim neuen Bildungspaket. Hinzu kommen rd. 2.300 Kinder aus einkommensschwachen Familien, deren Eltern Leistungen nach dem SGB XII, dem Wohngeldgesetz oder einen Kinderzuschlag erhalten.

Weiterhin erhalten Kinder von Personen mit geringem Einkommen Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket. Unter diesen sogenannten „Schwellen-Haushalten" versteht man Familien, die weder im laufenden Bezug von Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII stehen noch Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen und mit ihrem Einkommen nur geringfügig über den Bedarfen nach SGB II liegen.

Das Bildungspaket ist so konzipiert, dass diese Förderung direkt bei denjenigen Kindern ankommt, die sie auch wirklich brauchen.

Wichtig ist, dass diese Leistungen nur auf Antrag gewährt werden. Beziehen sie Leistungen nach dem SGB II oder SGB XII werden die Leistungen für die Schulausstattung von Amts wegen erbracht.

Antragsvordrucke und Informationsmaterial erhalten Sie beim Landkreis Waldeck-Frankenberg, Fachdienst Soziale Angelegenheiten (siehe Ansprechpartner), oder im Jobcenter. Sie können die Anträge auch auf der Internetseite des Landkreises herunterladen.

PDF  Antrag auf Leistungen für Bildung und Teilhabe
PDF  Anlage Klassenfahrten (Bestätigung der Schule)
PDF  Anlage Lernförderbedarf (Bestätigung der Schule)

Das Bildungs- und Teilhabepaket besteht aus folgenden Komponenten:

  • Schulpaket
    • Das Schulpaket stellt sicher, dass Schülerinnen und Schüler mit einer angemessenen Ausstattung in die Schule kommen. Anschaffungen wie z.B.Schulranzen, Taschenrechner, Zirkel und die Grundausstattung mit Heften und Schreibmaterial werden durch das Schulbasispaket finanziert.
    • Das Paket wird in zwei Stufen ausbezahlt: 70 Euro erhalten die Eltern zum 1. August und 30 Euro zum 1. Februar eines Jahres, um die Schulmaterialien über das Schuljahr gut abdecken zu können. Die Höchstgrenze für die Übernahme der Kosten für mehrtägige Klassenfahrten beträgt bei Inlandsfahrten 300 Euro und bei Auslandsfahrten 450 Euro.
  • Eintägige Ausflüge und mehrtägige Klassenfahrten
    • In der Praxis nahmen hilfebedürftige Kinder aus finanziellen Gründen häufig nicht an diesen Ausflügen teil oder waren auf die Unterstützung der Klassengemeinschaft angewiesen. Die mehrtägigen Klassenfahrten wurden bisher für Kinder aus Familien, die Arbeitslosengeld II erhalten,  übernommen. Nun können diese auch für Kinder aus Familien, die Wohngeld oder Kinderzuschlag erhalten, im Rahmen der schulrechtlichen Bestimmungen gewährt werden.
    • Auch für eintägige Schulausflüge oder Kindergärten stehen Mittel bereit. Die Abrechnung wird in Form von Kostenübernahmeerklärungen oder Direktzahlung an die Schule/den Kindergarten vorgenommen.
  • Mittagessen in Kitas und Schulen
    • In Schulen und Kitas, die Mittagessen anbieten, berichten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter häufig von schwierigen Situationen, wenn Kinder nicht am gemeinsamen Essen teilnehmen, weil ihnen die finanziellen Mittel dafür fehlen. Für die Kinder sind diese Erfahrungen extrem verletzend, gerade auch, weil ihnen so ein Teil Gemeinschaftsgefühl vorenthalten blieb.
    • Dies wird sich durch das Bildungspaket ändern. Bieten Kitas oder Schulen ein warmes Mittagessen an, werden die Kosten für jedes Kind aus einkommensschwachen Verhältnissen bis auf 1 Euro, der als Elternbeteiligung vorgesehen ist, übernommen.
    • Die Abrechnung erfolgt in Form von Gutscheinen. Für den Bewilligungszeitraum werden die Gutscheine an die Eltern verschickt. Diese Gutscheine werden dann mit Bestätigung der Teilnahme zur Abrechnung wieder eingereicht.
       
  • Lernförderung
    • Kinder brauchen manchmal Unterstützung, um die Lernziele in der Schule zu erreichen. Bei Kindern aus einkommensschwachen Familien scheitert dies jedoch häufig an finanziellen Problemen. Mit dem Bildungspaket können Kinder und ihre Eltern nun Lernförderung beantragen.
    • Wesentliches Lernziel ist regelmäßig die Versetzung in die nächste Klassenstufe. Grundsätzlich ist zum Ende des 1. Schulhalbjahres erkennbar, ob das Lernziel erreicht werden kann, so dass die Lernförderung in der Regel ab dem 2. Schulhalbjahr gewährt werden kann.
    • Die Notwendigkeit wird durch die Lehrerinnen und Lehrer, die das Kind am besten kennen, festgestellt und unkompliziert bescheinigt. Voraussetzung ist, dass die Lernförderung erforderlich, geeignet und angemessen ist, um das Lernziel zu erreichen.
  • Kultur, Sport, Teilhabe
    • Nichts ist frustrierender, als anderen Kindern beim Sport zuschauen zu müssen oder einem Hobby nicht nachgehen zu können, weil das Geld der Eltern für den Vereinsbeitrag nicht reicht. Mit dem Bildungspaket bekommen hilfebedürftige Kinder ein Teilhabebudget für Vereins-, Kultur- und Freizeitangebote, mit dem sie endlich mitmachen können. Musikunterricht, außerschulische Jugendbildung, Jugendarbeit in Sport, Spiel und Geselligkeit, vergleichbaren Kurse kultureller Jugendbildung oder die Teilnahme an Freizeiten kann so ermöglicht werden.
    • Für jedes hilfebedürftige Kind steht pro Monat einen Betrag in Höhe von 10 Euro zur Verfügung. Die 10 Euro dürfen im Ausnahmefall auch für Ausrüstungsgegenstände (Musikinstrument, Sportbekleidung etc.) verwendet werden.  
PDF   Flyer Schulbedarf PDF   Flyer Schülerbeförderung
PDF  Flyer Klassenfahrten PDF  Flyer Mittagsverpflegung
PDF  Flyer Lernförderung PDF  Flyer soziale und kulturelle Teilhabe

Empfänger von Arbeitslosengeld II-Leistungen und Familien mit geringem Einkommen (Schwellenhaushalte) wenden sich bitte an ihre Ansprechpartner im Jobcenter.

Für alle anderen Anspruchsberechtigen, d. h. Leistungsempfänger nach SGB XII sowie Kinder, für die die Eltern Wohngeld oder Kinderzuschlag erhalten, ist der Landkreis zuständig. Erhalten Sie bereits Leistungen nach dem SGB XII wenden Sie sich bitte an ihren zuständigen Sachbearbeiter.



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