Kinder sitzen auf einem Steg und spitzen mit den Füßen im Wasser
Unterhaltsvorschuss

Wenn der Unterhalt von minderjährigen Kindern nicht gesichert ist, weil der unterhaltspflichtige Elternteil ihn für dieses Kind nicht zahlt oder nicht zahlen kann, kann die zuständige Unterhaltsvorschusskasse bei Vorlage der Leistungsvoraussetzungen zunächst in Vorlage treten. Die Unterhaltsansprüche des Kindes gehen dann in Höhe des gezahlten Unterhaltsvorschusses auf den Staat über, der sich die verauslagten Geldleistungen vom unterhaltspflichtigen Elternteil zurückholt oder einklagt.

Anspruch auf Unterhaltsvorschuss besteht, wenn

  • ein Kind das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat,
  • das Kind in Deutschland einen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat,
  • der Elternteil, bei dem das Kind lebt, ledig, verwitwet oder geschieden ist oder von seinem Ehegatten dauernd getrennt lebt und
  • der andere Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, keinen oder nur teilweise oder unregelmäßig Unterhalt zahlt bzw. das Kind nach dem Tod des unterhaltspflichtigen Elternteils keine Waisenbezüge erhält.


Darüber hinaus besteht für Kinder ab Vollendung ihres 12. Lebensjahres bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres ein Anspruch, wenn zusätzlich zu den genannten Punkten:

  • das Kind keine Leistungen nach dem SGB II bezieht (Jobcenterleistungen)

oder

  • durch die Unterhaltsvorschussleistungen die Hilfebedürftigkeit nach § 9 SGB II vermieden werden kann

oder

  • der Elternteil, bei dem das Kind lebt, über Einkommen im Sinne des § 11 SGB II in Höhe von mindestens 600,00 € verfügt.


Die Unterhaltsleistung wird im Regelfall unter Anrechnung des für ein erstes Kind zu zahlenden Kindergeldes in Höhe des sich nach § 1612 a Abs. 1 Satz 3 Nr. 1 oder 2 des Bürgerlichen Gesetzbuches ergebenden monatlichen Mindestunterhalts gewährt. Darüber hinaus werden auch Halbwaisenrentenbezüge, erhaltene Unterhaltszahlungen und, bei Kindern ab dem vollendeten 15. Lebensjahr, auch dessen Einkünfte angerechnet.

Der Unterhaltsvorschuss beträgt ab 1. Januar 2020 im Regelfall:

  • 165,00 € monatlich für Kinder von bis zu 5 Jahren
  • 220,00 € monatlich für Kinder von 6 – 11 Jahren
  • 293,00 € monatlich für Kinder von 12 – 17 Jahren

Die Unterhaltsvorschussleistung kann rückwirkend auch für den Monat vor dem Eingang des Antrags bei der Unterhaltsvorschussstelle gezahlt werden, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen bereits in dieser Zeit erfüllt waren.


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