Landrat übergibt Bewilligungsbescheide für Dorferneuerung Höringhausen an Bürgermeister Feldmann

Veröffentlicht am: 28.01.2010

Bewilligungsbescheide zur Durchführung kommunaler Projekte im Rahmen der Dorferneuerung Höringhausen mit einem finanziellen Zuschuss von fast 440.000 Euro hat Landrat Dr. Reinhard Kubat an Waldecks Bürgermeister Jörg Feldmann übergeben. Damit können zwei, das neue Dorfzentrum betreffende, wesentliche Teilmaßnahmen, die ein Investitionsvolumen von circa 585.000 Euro beinhalten, umgesetzt werden. „Mithilfe der jetzt zur Verfügung gestellten Fördersumme kann die Neugestaltung des ehemaligen fürstlichen Hofgutes in Angriff genommen werden“, berichtete Dr. Kubat. „Durch den Abriss einiger Wirtschaftsgebäude und die Anlage von Freiflächen soll ein attraktiver Ortsmittelpunkt entstehen und eine Kommunikations- und Begegnungseinrichtung geschaffen werden“. Die Gesamtkosten sind mit rd. einer Million Euro veranschlagt, die Förderquote beträgt 75 Prozent.

Auch Waldecks Bürgermeister Jörg Feldmann freute sich darüber, dass nun, genau in der Mitte der Förderperiode, das wichtigste kommunale Vorhaben im Rahmen der Dorferneuerung in Höringhausen umgesetzt werden kann. „Für den Ortsteil Höringhausen ist die Umsetzung dieser wesentlichen Dorferneuerungsmaßnahme ein Meilenstein. Viele Gespräche, Geduld und enormes Engagement von Ortsvorsteher Heinrich Figge und auch dem Arbeitskreisvorsitzenden Peter Trietsch haben dazu beigetragen, das zentral gelegene Areal zum Kern der Dorferneuerung in Höringhausen zu machen.

Es ist gelungen, die vormals verstreuten Aktionsfelder wie Jugendtreff, Dorfplatz und auch gastronomische Begegnungsstätte auf die ehemalige Hofgutfläche zu planen und hierbei die Bürgerinnen und Bürger von Höringhausen mitzunehmen. Eine fundierte Gesamtplanung konnte sowohl mit der Förderbank (WI Bank), dem Landkreis, aber auch dem zuständigen Ministerium in Wiesbaden, zielorientiert besprochen werden. Unter Einbindung der Denkmalpflege ist so eine hervorragende Dorferneuerung in der Umsetzung“.

Höringhausen befindet sich seit 2006 im Dorferneuerungsprogramm, das noch bis 2014 fortgeführt werden soll. Gut 1,36 Millionen Euro stehen für den drittgrößten der zehn Waldecker Ortsteile als Fördersumme zur Verfügung. Nach der einleitenden Planungs- und Koordinierungsphase konnten bereits einige Projekte abgeschlossen werden. Dazu gehören u.a. das Nutzungskonzept für das Hofgut und Umgebung sowie die Umgestaltung des Friedhofs und einer zugehörigen Parkfläche.

Bereits bewilligt ist neben verschiedenen Planungseinheiten auch die Herstellung einer Schutzhütte als Jugendtreff. Wie Bürgermeister Feldmann ausführte, ist das Hauptziel der Dorferneuerung, den Ort als attraktives Lebens- und Wohnumfeld zu erhalten. Diesem Zweck dienten vor allem Maßnahmen wie die Gestaltung des Dorfzentrums mit Grün-, Frei- und Spielflächen sowie einer Kulturbühne und einer Festscheune. Aber auch private  Maßnahmen, die ins Konzept passen, könnten bezuschusst werden.

Landrat Dr. Kubat  betonte die Bedeutung der Dorferneuerung als Entwicklungs- und Konjunkturprogramm für den ländlichen Raum.  „Derzeit befinden sich 22 Ortsteile in Waldeck-Frankenberg als so genannte `Förderschwerpunkte´ im Dorferneuerungsprogramm und haben uns in den Genuss hoher Zuschüsse gebracht“. 2007 seien 2,0 Millionen Euro für kommunale und 885.000 Euro für private Projekte geflossen, 2008 waren es 737.000 Euro (kommunal) bzw. rd. 490.000 Euro (privat), 2009 dann 1,23 Millionen Euro (kommunal) und 808.000 Euro (privat).  „Jeder im Zuge der Dorf- und Regionalentwicklung bewilligte Euro löst Investitionen von ca. 4 Euro aus“, erläuterte der Landrat. „Das heißt, dass allein 2009 angesichts der etwa 2 Millionen Euro, die zur Förderung aller Projekte in unseren Kreis geflossen sind, tatsächlich Investitionen von geschätzten 8 Millionen Euro getätigt wurden“. Diese seien fast ausschließlich der heimischen Wirtschaft zu Gute gekommen.

Angesichts dieser Quoten und im Hinblick auf die positiven Auswirkungen, die das Dorferneuerungsprogramm auf das Erscheinungsbild der Dörfer sowie auch auf den sozialen Zusammenhalt der Bevölkerung (Stärkung des Wir-Gefühls durch gemeinsame Planung und Umsetzung der bewilligten Projekte) habe, sei die Dorferneuerung ein wichtiges Element bei der Bewältigung der Folgen des demografischen Wandels, der sich in ländlich strukturierten Regionen wie Waldeck-Frankenberg besonders stark auswirke. Dies bestätigte auch  Landwirtschaftsdirektor Axel Friese, Leiter des Fachbereichs Landwirtschaft, Veterinärwesen und Verbraucherschutz beim Landkreis. Das Interesse an eine Aufnahme ins Dorferneuerungsprogramm sei in den Kommunen ungebrochen. Sechs qualifizierte Bewerbungen sind beim Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung für die Vergabe im Jahr 2010 eingereicht worden. Wegen der Kürzung der Fördermittel dürfe der Kreis jedoch nur  zwei neue Orte für das Programm benennen.

Auch für Friese ist die Dorferneuerung ein wichtiges Infrastruktur- und Zukunftsprogramm für den ländlichen Raum. Allerdings sieht er auch die Notwendigkeit, die Richtlinien den geänderten Rahmenbedingungen anzupassen. „Gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel müssten nach meiner Ansicht in dem Programm noch attraktivere Fördermöglichkeiten für zeitgemäßes Wohnen in den Ortskernen geschaffen werden“. Landrat Dr. Kubat begrüßte den Vorschlag und sagte zu, diesen auch an das Land Hessen weiterzuleiten.

Informationen zur Dorferneuerung Höringhausen gibt es im Internet (www.dorferneuerung.hoeringhausen.de) und beim Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises, Herrn Görge, Tel.: 05631/954-810.

 

Landrat Dr. Kubat übergibt den Bewilligungsbescheid zur Dorferneuerung an Waldecks Bürgermeister Jörg Feldmann