Landrat Dr. Kubat: Schullandschaft zukunftsfähig gestalten

Veröffentlicht am: 02.07.2010

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg will seine Schullandschaft fit machen für die künftige Generation. Oberstes Ziel des Schulträgers ist die beste Erziehung und Bildung für die Kinder in der Grundschule und, darauf aufbauend, ein breit gefächertes neigungs- und leistungsorientiertes Angebot im Bereich der weiterführenden Schulen. Als Krönung der Bildungslandschaft im Landkreis wird das seit knapp einem Jahr vorhandene Hochschulbildungsangebot im Bereich des dualen Studiums gesehen. Neben diesen staatlichen Einrichtungen sind im Landkreis Privatschulen vertreten, welche in enger Kooperation mit dem Schulträger das Schulangebot erweitern und ergänzen.

Der Schulträger hat im Dezember 2009 die Schulentwicklungspläne für die Grund-, Förder- und beruflichen Schulen vorgelegt. Die Zustimmung des Landes zum Grundschulplan wurde verweigert, da hier nicht alle Aspekte ausreichend berücksichtigt worden sind. Insbesondere verweist das Land in seinem Erlass vom Juni 2010 auf die kleinen Grundschulen, bei denen der Fokus zu sehr auf den Erhalt der Eigenständigkeit gelegt worden sei. Für die Grundschulen ist nach Ansicht des Landes auch die pädagogische Situation sowie die Perspektive über den gesamten Planungszeitraum bis 2015 zu planen und darzustellen. Hier sieht das Land Nachbesserungsbedarf.

Landrat Dr. Kubat hat hierauf sofort reagiert und mit dem Staatlichen Schulamt Fritzlar sowie dem Hessischen Kultusministerium einen Gesprächstermin vereinbart. Dabei sollte die Entwicklung im Grundschulbereich sowie die dortige zeitliche Vorgehensweise, aber auch die schulische Entwicklung insgesamt besprochen werden.

Bei den Gesprächen wurde deutlich, dass vielfältige Einflussfaktoren die Schullandschaft von heute bestimmen und stark auf die künftige Entwicklung einwirken. Neben der demografischen Entwicklung mit einem Rückgang der Schülerzahlen um 10 bis 20 Prozent in den nächsten fünf Jahren, ist es auch die Schulwahl nach der Grundschule, welche Einfluss auf die Schullandschaft nimmt. Das Land Hessen ist dabei, das Hessische Schulgesetz in Teilen neu zu fassen. Hierbei sollen auch die Verbundschulen, als Schule mit einem oder mehreren Standorten, sowie die Mittelstufenschule als Haupt- und Realschule mit einem Eingang, gemeinsamer Beschulung in Klasse 5 und 6, aber zwei Ausgängen, je nach Eignung und Neigung, eingerichtet werden. Diese Mittelstufenschule muss in enger Kooperation mit einer benachbarten beruflichen Schule zusammenarbeiten.

Da im Landkreis  für das kommende Jahr auch die Fortschreibung der Schulentwicklungspläne für die Haupt- und Realschulen, die Gesamtschulen und die Gymnasien anstehen, wurde in dem Gespräch, an welchem seitens des Landkreises Fachdienstleiter Friedhelm Pfuhl und sein Stellvertreter Rainer Stracke teilnahmen, Einigkeit darüber erzielt, die von Landrat Dr. Kubat gewünschte Schullandschaft aus einem Guss umzusetzen. Ministerialrat Ralf Hörnig, Referatsleiter Regionale Schulentwicklung beim Kultusministerium, zeigte sich erfreut, dass Waldeck-Frankenberg bereit sei, schon im Vorfeld des neuen Schulgesetzes die dort vorgesehenen Möglichkeiten für eine zukunftsfähige Schullandschaft zu nutzen.

Die für Waldeck-Frankenberg verantwortlichen Schulaufsichtsbeamten Ruth Pfannstiel, Elmar Töpfer, Rolf Römer sowie die Leiterin des Staatlichen Schulamtes, Frau Credè, stimmten mit den Kreisvertretern überein, dass im Vorfeld einer neuen gemeinsamen Fortschreibung der Schulentwicklungspläne für die Grundschulen und die weiterführenden Schulen mit den Schulen schon jetzt intensive Gespräche über deren künftige Ausrichtung geführt werden sollen. Dabei soll ein besonderes Augenmerk auf die Zusammenarbeit mit den weiterführenden Schulen gelegt werden, welche die Kinder nach der Grundschulzeit besuchen werden. Land und Staatliches Schulamt bieten ihre Mitarbeit an der Gestaltung des neuen zukunftsfähigen Schulentwicklungsplans für den Landkreis Waldeck-Frankenberg an.

Landrat Dr. Kubat zeigte sich erfreut, dass Konsens darüber erzielt worden ist, die Schullandschaft neu zu ordnen und zum Wohle der Kinder und ihrer Erziehung und Bildung zu gestalten. Der Zeitpunkt der Fortschreibung soll so gewählt werden, dass mit Einführung der Gesetzesänderung der Schulentwicklungsplan für alle Schulformen im Herbst 2011 in den politischen Gremien des Kreises beraten werden kann, so dass er bis zum Jahresende 2011 dem Kultusministerium zur Zustimmung vorgelegt werden kann.

Damit bleibt die Schullandschaft vorerst im Wesentlichen so, wie sie sich zurzeit darstellt. Dies gilt insbesondere für den Grundschulbereich mit den derzeit gültigen Schulbezirksgrenzen. Mögliche Änderungen aufgrund des neu zu erstellenden Schulentwicklungsplans werden frühestens zum Schuljahr 2012/13 umgesetzt.