Neujahrsbotschaft von Landrat Dr. Reinhard Kubat

Veröffentlicht am: 31.12.2015

Landrat Dr. Kubat Schreibtisch

Neujahrsbotschaft von Landrat Dr. Reinhard Kubat

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wieder neigt sich ein ereignisreiches Jahr dem Ende zu, ein Jahr, in dem jeder von uns persönlich frohe und traurige, erfolgreiche und weniger erfolgreiche Zeiten durchlebt hat. Der bevorstehende Jahreswechsel bietet sich an, Rückschau auf die vergangenen zwölf Monate zu halten und zugleich einen neugierigen, erwartungsvollen, gespannten, vor allem aber hoffnungsvollen Blick in die Zukunft zu richten.

Beim Rückblick auf das Jahr 2015 speziell im Landkreis Waldeck-Frankenberg darf vor allem ein Ereignis nicht fehlen: das Fest Mitte September zur Wiedereröffnung der Schienenstrecke zwischen Korbach und Frankenberg (Eder). Als ich am 1. Januar 2010 mein Amt als Landrat antrat, stand diese Reaktivierung ganz oben auf meiner Agenda. Und fünf Jahre später haben wir es - die Gremien des Landkreises, der Nordhessische Verkehrsverbund, die Kurhessenbahn, mit Hilfe tatkräftiger Unterstützung durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung - in gemeinsamer Anstrengung tatsächlich geschafft, dass wieder Züge fahren zwischen der Kreis- und Hansestadt und der Illerstadt.

Das ist etwas, auf das wir nicht nur stolz sein können. Es bedeutet für den Landkreis auch einen Meilenstein für den Ausbau der kommunalen Infrastruktur. In diesem Bereich werden wir uns, parallel zur Schiene, auch verstärkt um die Ertüchtigung unseres Kreisstraßennetzes kümmern, übrigens das längste in ganz Hessen. Insgesamt 8,6 Millionen Euro haben wir im Haushalt 2016 dafür vorgesehen - ein weiterer Schritt zur Stärkung des ländlichen Raums, unserer Heimat.

Überhaupt gibt es beim Stichwort „Kreishaushalt 2016“ nur Erfreuliches zu berichten. Erstmals seit langem haben wir im Ergebnishaushalt wieder einen Überschuss von 2,46 Millionen Euro zu verzeichnen. Wir können also in großem Umfang investieren, z. B. mit 11,95 Millionen Euro in die Schulen und mit 692.000 Euro in die Kinderbetreuung/ Kindertagesstätten/ Förderung von „U3-Plätzen“.

Bildung und Erziehung sind uns genauso wichtig wie die Sicherung oder sogar Verbesserung der ärztlichen Versorgung in unserem Flächenkreis. Mit der Internetplattform „Landarzt werden“, deren Aufbau wir als Landkreis intensiv unterstützt haben, bieten wir jungen Ärztinnen und Ärzten eine attraktive Möglichkeit, sich im ländlichen Raum niederzulassen, ohne dadurch Einbußen hinzunehmen. Und auch das Angebot in unserem Kreiskrankenhaus in Frankenberg wird stets der aktuellen Entwicklung angepasst. So wurde dort erst kürzlich eine neue geriatrische Abteilung eingerichtet, die für unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger eine optimale wohnortnahe Versorgung bietet.

Das zu Ende gehende Jahr war aber natürlich vor allem von der Diskussion um die Aufnahme von Flüchtlingen geprägt. Ohne jeden Zweifel bedeuten die vielen Menschen, die sich auf der Suche nach ein wenig Sicherheit, nach einem Platz, an dem sie zur Ruhe kommen können, hilfesuchend an uns wenden, eine große Herausforderung für uns in Deutschland. In allen Städten und Gemeinden unseres Landkreises haben sich Initiativen, Unterstützergruppen oder Helferkreise zusammengefunden, denen es aus echter Nächstenliebe ein Herzensanliegen ist, sich um die Flüchtlinge zu kümmern. Das zeigt, die Betreuungsarbeit wird in unserem Landkreis als eine Aufgabe wahrgenommen, die aus humanitären Gründen die ganze Gesellschaft etwas angeht. Unsere Solidargemeinschaft funktioniert in diesem Bereich wirklich bestens.

Nicht nur im Zusammenhang mit der Flüchtlingssituation haben wir im Landkreis Waldeck-Frankenberg gerade im zu Ende gehenden Jahr bewiesen, dass wir letztendlich alle an einem Strang ziehen. Gemeinsam kommen wir so auch mit den schwierigsten Situationen zurecht. Mit dem gleichen Engagement, das unsere Solidargemeinschaft bei der Flüchtlingssituation bewiesen hat, können wir die wichtigen Aufgaben in 2016 zuversichtlich angehen. Wir können uns optimistisch den Herausforderungen im neuen Jahr stellen, um diese schließlich gemeinsam mit Erfolg zu bewältigen.

Ich wünsche Ihnen eine ruhige und erholsame Zeit zum Jahreswechsel sowie Energie und Mut für diese neuen Herausforderungen. Kommen Sie gut in das Jahr 2016, das hoffentlich viele schöne Erlebnisse bereithält. Lassen Sie uns weiter Hand in Hand an der Zukunft Waldeck-Frankenbergs arbeiten!

Ihr

Dr. Reinhard Kubat

- Landrat -