Verdienstausfälle durch Coronavirus: Land Hessen kommt für Entschädigungen auf

Veröffentlicht am: 25.03.2020
(c) Fischer-Bolz Schulleitung per Video So erlebt der Chef den Alltag

Viele Geschäfte wurden geschlossen, einige Produktionen eingestellt, manche Dienstleistungen verboten: Das Coronavirus entschleunigt die Wirtschaft – auch in Waldeck-Frankenberg. Viele Arbeitnehmer und Arbeitgeber stellen sich die Frage nach finanzieller Entschädigung für ihren Verdienstausfall – und nach einem konkreten Ansprechpartner hierfür. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg erarbeitet dazu aktuell mit den anderen hessischen Landkreisen und dem Land an einer schnellen und praktikablen Lösung.

Alle Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus hat das Land Hessen durch entsprechende Verordnungen erlassen. Demnach wird es in diesem Fall für die Kosten für Entschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz aufkommen – unabhängig davon, ob es selbst oder ein Landkreis in das Berufsleben eingreifende Maßnahmen letztendlich angeordnet hat. „Damit Arbeitnehmer beziehungsweise Arbeitgeber die Erstattungen zeitnah und unbürokratisch bekommen können, arbeiten wir aktuell gemeinsam mit den anderen Landkreisen in Hessen und dem Land an einer schnell umsetzbaren hessenweiten Vorgehensweise“, berichtet der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent des Landkreises Karl-Friedrich Frese.

Wer daher in der aktuellen Corona-Krise aufgrund des Infektionsschutzgesetzes einem Tätigkeitsverbot unterliegt oder unterworfen wird, oder in Quarantäne abgesondert wurde,  einen Verdienstausfall erleidet und dabei nicht krank ist, erhält grundsätzlich eine Entschädigung, die sich nach dem Verdienstausfall bemisst. Bei Arbeitnehmern muss der Arbeitgeber – soweit tarifvertraglich nicht anders geregelt – für längstens sechs Wochen die Lohnfortzahlung zu übernehmen. Die ausgezahlten Beträge können dem Arbeitgeber erstattet werden. Die Frist hierfür ist ausreichend lang: Für die entsprechende Antragsstellung für die Erstattung durch das Land können sich Arbeitnehmer bis zu einem Vierteljahr nach Beginn des Tätigkeitsverbotes oder der Absonderung durch Quarantäne Zeit lassen.

„Wie diese Erstattung an den Arbeitgeber, der Beträge an seine Mitarbeiter gezahlt hat, schnell umgesetzt werden kann, dazu wird es in Kürze eine entsprechende Regelung geben“, so Frese weiter. „Wir werden die Vorgehensweise für die Anträge auf Erstattung dann sofort veröffentlichen.“ Bereits in den vergangenen Wochen habe es dazu zahlreiche Anfragen beim Fachdienst Gesundheit des Landkreises gegeben. „Das ist nachvollziehbar, da sich verständlicherweise viele Arbeitgeber und Mitarbeiter Gedanken über Verdienstausfälle und Entschädigungen machen.“ Es werde allerdings darum gebeten, die Hotline des Landkreises weitestgehend für Beratung und gesundheitliche Fragestellungen rund um das Coronavirus zu nutzen. „Wir haben uns der Thematik rund um die Entschädigungsleistungen schnell angenommen – und werden dafür auch eine schnelle Lösung finden, damit weder Arbeitnehmer, noch Arbeitgeber in Waldeck-Frankenberg in finanzielle Schieflage geraten.“