Landkreis gibt Empfehlungen zum Start des Schulbetriebs

Veröffentlicht am: 22.04.2020
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In Hessen sollen die Schulen ab der kommenden Woche wieder schrittweise geöffnet werden. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg wird als Träger entsprechende Schutzmaßnahmen in seinen Schulgebäuden umsetzen – und gibt den Bildungseinrichtungen zudem Sicherheitsempfehlungen für den Schulbetrieb.

Ab dem 27. April öffnen die Schulen etappenweise: höhere Jahrgangsstufen, Schüler, die vor einem Abschluss oder vor dem Übergang in eine weiterführende Schule stehen, sollen zuerst wieder in die Schulen kommen dürfen. Um den Schulbetrieb so sicher wie möglich zu gestalten und Ansteckungen mit dem Coronavirus zu vermeiden, trifft der Landkreis entsprechende Vorkehrungen.

Händewaschen ist das A und O

„Das regelmäßige und gründliche Händewaschen mit Seife ist immer noch die effektivste und wichtigste Maßnahme, um eine Übertragung von Krankheitserregern zu verhindern“, erläutert der Leiter des Fachdienstes Gesundheit beim Landkreis Thomas Hetche. Auf eine gute Händehygiene weist auch das Robert-Koch-Institut hin. Die Wassertemperatur spielt dabei keine Rolle. „Auch kaltes Wasser spült die Erreger von den eingeseiften Händen“, betont der Amtsarzt Thomas Hetche. In der kommenden Woche werden daher in den Schulen sämtliche noch nicht entsprechend ausgestattete Waschgelegenheiten mit ausreichend Seife und Einmalhandtüchern bestückt – neben den Toiletten zum Beispiel auch die in den Klassenräumen.  

Masken tragen

Das Land Hessen hat in Geschäften und im Öffentlichen Personennahverkehr eine Maskenpflicht eingeführt, die ab dem 27. April gilt. So empfiehlt auch der Landkreis Lehrern, Schülern und dem Schulpersonal, Mund- und Nasenschutz auch in Schulen zu tragen. „Diese haben zwar keine wissenschaftlich belegte Wirkung, können aber das Risiko verringern, andere Menschen beim Sprechen, Husten oder Niesen per Tröpfcheninfektion mit Krankheitserregern anzustecken“, so der Amtsarzt weiter. Den Träger können sie zudem davor schützen, sich zu oft ins Gesicht zu fassen und so Erreger auf sich selbst zu übertragen. Eltern empfiehlt der Landkreis, ihre Kinder nach Möglichkeit auch in der Schule entsprechend mit einer Maske oder einem anderen Gesichtsschutz auszustatten.

Bei Krankheitssymptomen dringend zuhause bleiben

Zudem gilt die dringende Empfehlung, dass Schüler mit Erkältungssymptomen – unabhängig welcher Art oder Ausprägung – in jedem Fall zuhause bleiben sollen. „Wir wissen, dass das Coronavirus insbesondere bei jungen Menschen nicht immer Symptome ausbildet oder zum Teil auch nur sehr schwache“, sagt Landrat und Schuldezernent Dr. Reinhard Kubat. „Daher appellieren wir an Lehrer, Schüler und Eltern, dass Personen mit Krankheitsgefühl zwingend zuhause bleiben. Das ist immens wichtig.“

Unabhängig davon gilt es weiterhin, die aktuellen Abstands- und entsprechenden Hygieneregeln einzuhalten – auch in den Schulen. Dafür wird den Bildungsträgern nahegelegt, auch die Schulaufsichts-Konzepte entsprechend anzupassen, damit auch auf dem Pausenhof, an den Bushaltestellen oder in den Schulfluren die Abstandsregelungen eingehalten werden können.

Erhöhte Reinigungsintensität

Bereits seit Ende Februar lässt der Landkreis Handkontaktflächen in den Schulen besonders intensiv reinigen. Daran wird mit Öffnung des Schulbetriebs angeknüpft: Alle sensiblen Bereiche und Flächen wie Handläufe, Türklinken und -griffe, Lichtschalter, Bedienfelder von Aufzügen werden desinfiziert – und die Räumlichkeiten intensiv gereinigt. Die Sekretariate als publikumsintensiver Bereich werden zudem mit Plexiglas-Schutzplatten oder ähnlichem ausgestattet, um das Risiko für eine Tröpfcheninfektion weiter zu verringern. Kantinen und Kioske bleiben geschlossen.  

Zur Organisation des Schulunterrichts hat das Hessische Kulturministerium den Schulen ebenfalls entsprechende Empfehlungen zukommen lassen. So soll beispielsweise die Gruppengröße 15 Schüler nicht übersteigen und der Unterricht soll zunächst einen Umfang von 20 Wochenstunden umfassen. Je nach Personal- und Raumkapazitäten können Präsenztage in den Schulen angesetzt und Arbeitsaufträge für andere Tage vergeben werden, an denen die Schüler nicht in der Schule sind.

„Die schrittweise Öffnung der Schulen für den Unterricht ist eine richtige und wichtige Entscheidung, um Stück für Stück zu einer neuen Normalität und einem verantwortungsbewussten Umgang mit dem Coronavirus zu gelangen“, sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Wir wissen, dass dadurch Schüler, Lehrer, Schulpersonal und auch Eltern vor besondere Herausforderungen gestellt werden.“ Nun gelte es, gemeinsam entsprechende Lösungen zu finden, die individuell an die jeweilige Situation in den Schulen angepasst werden können. „Im Vordergrund steht, dass wir alle gemeinsam unser Möglichstes tun, um die Verbreitung des Virus weiter zu verlangsamen.“