Erfolgreicher Abschluss des Elektromobilitätskonzepts für die Region Nordhessen

Veröffentlicht am: 29.01.2019

Abschluss Elektromobilität

Das Projekt der Landkreise Waldeck-Frankenberg, Schwalm-Eder, Kassel, Hersfeld-Rotenburg und Werra-Meißner zur Entwicklung eines Elektromobilitätskonzepts wurde im Waldgut Schloß Höhnscheid erfolgreich abgeschlossen. Koordiniert wurde das Projekt durch den Land-kreis Waldeck-Frankenberg und durch die Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC) sowie brenner BERNARD ingenieure GmbH (bBi) begleitet.

Die Erstellung des Konzeptes wurde im Rahmen der erfolgreichen Teilnahme am Wettbewerb zur Förderung von kommunalen Elektromobilitätskonzepten des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) mit Bundesmitteln gefördert. Das interkommunale und integrierte Elektromobilitätskonzept bildet die Basis für eine moderne und nachhaltige Entwicklung der Mobilität in der Region Nordhessen.

Das Elektromobilitätskonzept wurde auf vier Bausteinen aufgebaut. Zunächst wurde durch die Analyse der elektromobilitätsbezogenen Ausgangslage die wichtigsten Rahmenbedingungen betrachtet und dargestellt, die sich auf die Elektromobilität in Nord-hessen auswirken. Dazu wurden u.a. neben den aktuellen Technologien im Bereich der Elektroautos insbesondere der aktuelle Stand der Ladeinfrastruktursysteme sowie die vielfältigen Rechtsvorschriften die mit der Elektromobilität einhergehen beschrieben. Da bei der Entwicklung von attraktiven Elektromobilitätskonzepten stets die spezifischen Besonderheiten des Planungsgebiets zu berücksichtigen sind, galt es, die verkehrs- und raumplanerischen sowie infrastrukturellen Rahmenbedingungen Nordhessens ebenfalls zu berücksichtigen.

In die Analyse wurden neben der sozioökonomischen und funktionsräumlichen Struktur sowie den mobilitätsseitigen Merkmalen auch die bereits existierenden Elektromobilitätskonzepte ein-bezogen. Eine Abfrage auf Landes- und Kreisebene zu den aktuellen Aktivitäten im Bereich neuartiger (Elektro-)Mobilitätskonzepte hat ergeben, dass sich 74 Projekte in Planung bzw. Umsetzung (Stand: März 2018) befinden.

Des Weiteren wurde im Rahmen des Elektromobilitätskonzepts eine Online Befragung der Bürgerinnen- und Bürger durchgeführt, um eine breite Akzeptanz zu generieren und Informationen zum aktuellen Mobilitätsverhalten der Bürgerschaft einzuholen. Insgesamt wurde die Online-Befragung 1.325-mal von den Bürgerinnen und Bürger beantwortet. Auf Basis der umfangreichen Voruntersuchung der Region Nordhessen konnte eine SWOT-Analyse (Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken) in Bezug zur Elektromobilität gemein-sam mit lokalen und regionalen Akteuren erarbeitet werden. Darauf aufbauend wurden im nächsten Schritt die regionalen Handlungsbedarfe im Hinblick auf den Ausbau und die Stärkung der Elektromobilität in Nordhessen abgeleitet.

Übergeordnet auf den fünf Zielbausteinen wurde das gemeinsame Oberziel (siehe mittleren Textbereich in der Abbildung) für die Region Nordhessen definiert.Der bedarfsgerechte Ausbau der Ladeinfrastruktur ist notwendig, um Hemmnisse abzubauen und die Attraktivität für Elektromobilität in der Region zu erhöhen. Daher wurde der systematische Aufbau eines bedarfsorientierten Netzes an öffentlicher Ladeinfrastruktur für Elektroautos an geeigneten Orten in Nordhessen verortet. Das Ergebnis sind zwei zentrale Potenzialkarten, auf denen die am besten geeigneten Standorte für den Aufbau von Schnell- und Normalladeinfrastruktur dargestellt sind.

Zur Realisierung der genauen Verortung von Standorten wurde ein Handlungsleitfaden entwickelt, der die Landkreise und Kommunen bei der Realisierung/Umsetzung der Landeinfrastruktur unterstützen soll. Dabei wurden rechtliche, räumliche sowie technische Rahmenbedingungen berücksichtigt. Für die weiteren vier Handlungsfelder wurden auf Basis von Best-Practice-Beispielen aus dem über(regionalen) Spektrum mittels eines strukturierten Analyserasters in Form von Steckbriefen Elektromobilitätsangebote entwickelt. Nach der Entwicklung der Konzepte wurden diese den regionalen Akteuren am 17. Oktober 2018 in Edertal vorgestellt.

Insgesamt wurden 17 Konzepte in den vier Themenbereichen diskutiert; 14 Konzepte wurden von der Lenkungsgruppe als potenzielle Mobilitätskonzepte für die Region Nordhessen einge-stuft. Die Konzepte sollen dem übergeordneten Ziel dienen die Mobilität in der Region nach-haltiger, vernetzter und nutzergerechter auszugestalten.Um die Konzepte auf Landkreis- und Kommunalebene umzusetzen, wurden analog zur bedarfsgerechten Ladeinfrastruktur vier Handlungsleitfäden, jeweils einer zu jedem Themenbereich, entwickelt.

Das landkreisübergreifende Elektromobilitätskonzept bildet die Ausgangslage für den weiteren gemeinsamen Ausbau der Elektromobilität in den Landkreisen und Kommunen der Region Nordhessen. Es ist notwendig, wie bereits erfolgreich bei der Erstellung dieses Elektromobilitätskonzepts geschehen, die interkommunale, landkreisübergreifende Kommunikation und Zusammenarbeit bei der Ausgestaltung und Förderung der Elektromobilität weiter zu forcieren. Dieses Konzept stellt ein geeignetes Werkzeug dar, um die Elektromobilität in Nord-hessen erfolgreich zu gestalten.