Mehr Bio aus Waldeck-Frankenberg: Arbeitsgruppe Ökomodellregion erarbeitet erste Projekte

Veröffentlicht am: 29.05.2019

2019_05_29 Mehr Bio aus Waldeck-Frankenberg_Arbeitsgruppe Ökomodellregion erarbeitet erste Projekte
Ökologischer Landbau – also die umweltschonende Herstellung von Lebensmitteln und Rohstoffen – hat positive Auswirkungen auf Natur, Mensch und Tier. Seit Anfang 2019 ist der Landkreis Waldeck-Frankenberg eine von acht vom Land geförderten so genannten Ökomodellregionen. Die dafür gegründete Arbeitsgruppe hat in ihrem ersten Treffen bereits erste Ideen für Projekte zusammengetragen.

Die Förderung der Artenvielfalt, stärkere Vermarktung regionaler Produkte und die Verknüpfung von Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus sind die Schwerpunkte, mit denen sich der Landkreis für die Anerkennung als Ökomodellregion beworben hat – und über die die neu gegründete Arbeitsgruppe in ihrer ersten Sitzung nachgedacht hat. In den kommenden Monaten sollen aus den ersten Überlegungen gemeinsame Projekte entstehen – die Weichen dafür sind gestellt: in der Arbeitsgruppe arbeiten Vertreter aus den Bereichen Gastronomie, Landwirtschaft, Direktvermarktung, Naturschutz, Handwerk und Tourismus gemeinsam. Aus ihren Schnittmengen möchten sie Leuchtturmprojekte für Waldeck-Frankenberg wachsen lassen, die den ökologischen Landbau in Waldeck-Frankenberg fördern und entsprechend vermarkten.

Dafür hat der Landkreis eigens eine Projektkoordinatorin eingestellt, die die Weiterentwicklung der Ökomodellregion steuern wird: die Agrarwissenschaftlerin Jessica Albers hat sich bereits beim ersten Arbeitsgruppentreffen dem gesamten Team vorgestellt. Die 27-Jährige hat an der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf erst ihren Bachelorabschluss in Biologie gemacht; an der Georg-August Universität Göttingen dann ihren Master in Agrarwissenschaften absolviert. „Mit diesem Projekt möchten wir das bio- und regionale Angebot in Waldeck-Frankenberg stärker ausbauen – und so nicht nur den Landkreis in Sachen ökologischem Landbau nach vorn bringen, sondern auch einen Teil zum Umweltschutz beitragen“, freut sich die gebürtige Waldeck-Frankenbergerin auf ihre Aufgabe.

Ihre Arbeitsgruppe wird sich dafür in regelmäßigen Abständen treffen – zu den einzelnen konkreten Projektideen sollen fachgerechte und fachübergreifende Arbeitskreise gebildet werden. „Dazu werden wir immer auf die Vernetzung mit Akteuren aus den Bereichen Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus in der Region angewiesen sein“, betont Landwirtschaftsdezernent Friedrich Schäfer. „Wir freuen uns hier über jeden Input und loten gern alle Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus.“ Die Aufnahme in die Landesförderung ist auch für Landrat Dr. Reinhard Kubat eine deutliche und nachhaltige Stärkung der Region: „Eines der Kernziele der ländlichen Struktur- und Regionalpolitik ist es, das außergewöhnliche landschaftliche Potenzial zu bewahren – und zugleich geschickt und verantwortungsvoll in Wert zu setzen“, so der Landrat.

Waldeck-Frankenberg ist neben den Landkreisen Kassel und Werra-Meißner, die die Ökomodellregion Nordhessen bilden, Fulda, der Wetterau, Marburg-Biedenkopf, dem Vogelsberg und dem Zusammenschluss der Landkreise Lahn-Dill und Gießen, sowie den Landkreisen um die Stadt Darmstadt die achte Ökomodellregion, die in das Förderprogramm des Landwirtschaftsministeriums aufgenommen wurde. Hauptziel ist die landesweite Umsetzung des Ökoaktionsplans, der unter anderem die Ausweitung des bio-regionalen Produktangebotes in Hessen vorsieht. Die hessischen Ökomodellregionen beschreiten unterschiedliche Wege, um dieses Ziel zu erreichen und vernetzen sich zunehmend, um voneinander zu lernen.