Sanieren und neu nutzen: Landkreis investiert 500.000 Euro in alte Bauten

Veröffentlicht am: 06.06.2019

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Um individuellen Wohnraum zu fördern, strebt der Landkreis neue Nutzungskonzepte alter Bauten in Waldeck-Frankenberg an. Traditionelle und moderne Bauformen lassen sich hier gut vereinen. Seit diesem Jahr investiert der Landkreis eine halbe Million Euro in historische Bausubstanz – und fördert Bauherren mit bis zu 25.000 Euro.

Ob der Umbau einer alten Scheune in ein modernes Loft, die Sanierung eines antiken Fachwerkhauses zu zweckmäßigen Büroräumen oder die Renovierung eines historischen Bauernhauses in altersgerechte Wohnungen – durch das Förderprogramm des Landkreises zur Umnutzung alter Bausubstanz werden derzeit zahlreiche Bauvorhaben in Waldeck-Frankenberg umgesetzt. Das Ziel: Der Fülle an historischen Gebäuden im Landkreis neues Leben einhauchen – und sie zu individuellem Wohn- oder Arbeitsraum umgestalten.

Dafür stellt der Landkreis ab diesem Jahr bis 2023 jährlich 500.000 Euro bereit. In 2019 fließen sie in 24 Maßnahmen, die jeweils mit bis zu 25.000 Euro gefördert werden. „Wir möchten dadurch den ländlichen Raum als Lebensmittelpunkt attraktiver machen – insbesondere auch für jüngere Generationen – und gleichzeitig alte Gebäudebestände erhalten“, erläutert der Erste Kreisbeigeordnete und Baudezernent Karl-Friedrich Frese. „Damit stärken wir auch alte Ortskerne – und erhalten gleichzeitig ein Stück Landkreis-Geschichte aufrecht.“

So auch die junge Familie Weltecke aus Bad Arolsen: in einem kleinen Fachwerkhaus in der Nähe des Schlossteichs möchte sich das Ehepaar mit seinen Kindern ein neues Zuhause schaffen. Dafür erhalten sie aus dem Fördertopf eine finanzielle Unterstützung von 25.000 Euro. Bei der Sanierung und Instandsetzung des alten Gebäudes arbeiten sie durchgängig mit denkmalverträglichen Baustoffen – und setzen unter anderem das alte Holztragwerk, Reparaturen im Bereich des Daches und die denkmalgeschützten Fenster instand.

„Das ist ein Musterbeispiel für die Sanierung eines antiken Fachwerkhauses“, lobt Walter Schumann, der das Förderprogramm im Fachdienst Bauen des Landkreises koordiniert. Was er aber auch ausdrücklich betont: „Das Kriterium für eine Teilnahme am Förderprogramm ist nicht, dass das Bauvorhaben unter Denkmalschutz steht. Es sollte sich lediglich um alte Bausubstanz handeln.“

Gefördert werden können Städte und Gemeinden, Privatpersonen, Vereine, Verbände oder Unternehmen. Finanziell unterstützt werden bauliche Investitionen an Gebäuden und Grundstücken, die die Verwendung von Elementen des regionaltypischen Baustils beibehalten. Für die Förderung in Frage kommen Investitionen mit einer Mindestsumme von 10.000 Euro. Die Höhe der Förderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten – jedoch höchstens 25.000 Euro.

„Durch die Bereitstellung der halben Million aus unseren Haushaltsmitteln lösen wir in diesem Jahr Investitionen in einem Gesamtwert von über 3,6 Millionen Euro in Waldeck-Frankenberg aus“, rechnet die Leiterin des Fachdienstes Bauen beim Landkreis Susanne Paulus. „Eine enorme Summe, die deutlich zur Wertschöpfung der Region beiträgt.“

Die Anträge für die Fördermittel 2020 werden ab sofort entgegengenommen. Wer das Förderprogramm gern in Anspruch nehmen möchte, sollte seine Projektidee beschreiben und einen Förderantrag inklusive aller nötigen Unterlagen beim Landkreis stellen. Der Fachdienst Bauen steht dabei gern beratend zur Seite. Weitere Informationen über die Richtlinie zur Förderung und Sanierung alter Bausubstanz gibt es hier oder unter Tel. 05631 – 954 413.