Jugendberufsagentur startet mit Unterstützung vom Land Hessen

Veröffentlicht am: 04.07.2019

ggg

„Kein Jugendlicher darf verloren gehen.“ Mit diesem Leitmotto des gemeinsamen Handelns ist im Juni der Startschuss für die Arbeit der Jugendberufsagentur Schwalm-Eder und Waldeck-Frankenberg gefallen.

Die Kooperationsvereinbarung zur deutschlandweit einzigen landkreisübergreifenden Jugendberufsagentur wurde im Dezember 2018 zwischen den Landkreisen, dem Staatlichen Schulamt, der Arbeitsagentur und den Jobcentern unterzeichnet. Hintergrund ist, dass es in beiden Landkreisen zwar vielfältige und gute Unterstützungen für Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf gibt, aber das Zusammenwirken innerhalb dieser ausgeprägten Angebotslandschaft immer noch eine Herausforderung darstellt.

Mit der Gründung der Jugendberufsagentur haben sich die Kooperationspartner verpflichtet, sich dieser Herausforderung zu stellen. Junge Menschen sollen bei Bedarf nicht mehr ausschließlich im Rahmen des eigenen gesetzlichen Auftrages betrachtet werden. Es soll vielmehr mit den Akteuren zusammengearbeitet werden, die zeitgleich in Kontakt mit einem Jugendlichen stehen, in der Vergangenheit standen oder in naher Zukunft stehen werden. Besonders Jugendliche mit besonderem Unterstützungsbedarf auf dem Weg in den Arbeitsmarkt sollen davon profitieren.

Bei der offiziellen Auftaktveranstaltung zur Jugendberufsagentur im Kulturbahnhof in Wabern konnten die Ersten Kreisbeigeordneten, Jürgen Kaufmann (Schwalm-Eder-Kreis) und Karl-Friedrich Frese (Landkreises Waldeck-Frankenberg), über 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Arbeitsagentur, Jobcentern, Jugendämtern, Trägern der freien Jugendhilfe sowie Schulamtsmitarbeiter und Lehrkräfte aus beiden Landkreisen begrüßen.

„Wir alle haben eine gemeinsame Aufgabe“, betont der Erste Kreisbeigeordnete des Schwalm-Eder-Kreises, Jürgen Kaufmann, in seiner Ansprache. „Wir setzen uns dafür ein, dass unsere Kinder und Jugendlichen zu selbstständigen und verantwortungsbewussten Menschen heranwachsen“. Karl-Friedrich Frese, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises Waldeck-Frankenberg, ergänzt, dass in Zukunft jeder Jugendliche in unseren Landkreisen ein für ihn und seine Lebensumstände passendes Angebot erhalten soll.

Schon die Auftaktveranstaltung hat die Jugendberufsagentur diesem Ziel einen Schritt näher gebracht. Nach einem Fachvortrag über „Faktoren für gelingende Zusammenarbeit“ von Larissa Meinunger, wissenschaftliche Referentin des Deutschen Vereins für öffentliche und private Vorsorge e.V., Berlin, haben regional zugeordnete Thementische zum ersten Austausch über Erwartungen und Herausforderungen der künftigen Zusammenarbeit eingeladen.

Einen großen Beitrag für die erfolgreiche Umsetzung leistet auch das Land Hessen. So konnte an diesem Tag bekannt gegeben werden, dass das Hessische Ministerium des Innern und für Sport die interkommunale Zusammenarbeit mit einer Fördersumme in Höhe von 50.000 Euro unterstützt. Musikalisch wurde die Veranstaltung durch den Auftritt der Streetdance-Gruppe F 26, einem Projekt im Rahmen von „JUGEND STÄRKEN im Quartier“ der Jugendwerkstatt Felsberg e.V., bereichert.

Hintergrund

Jugendberufsagentur ist ein abstrakter Begriff für verschiedene Formen von Zusammenarbeit zwischen den Sozialleistungsträgern Arbeitsagentur, Jobcenter und Jugendamt. Ziel ist, die einzelnen Leistungen zu bündeln und zu verzahnen, um den Übergang von der Schule in Ausbildung zu verbessern.

In den letzten Jahren sind deutschlandweit fast 300 Jugendberufsagenturen mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten bei Städten und Landkreisen entstanden. Zum Teil gibt es Kooperationen „unter einem Dach“, in größeren Flächenlandkreisen wird die Zusammenarbeit der Akteure meist durch Kooperationsvereinbarungen geregelt.  Das Angebot richtet sich an junge Menschen, die aufgrund eines erhöhten Unterstützungsbedarfes von mehr als einem Sozialleistungsträger betreut werden.