Weitere Förderung für das Netzwerk für Toleranz: 625.000 Euro fließen nach Waldeck-Frankenberg

Veröffentlicht am: 22.01.2020

Netzwerk für Toleranz des Landkreises wird für weitere fünf Jahre gefördert: 625.000 Euro fließen nach Waldeck-Frankenberg
Demokratie fördern, Vielfalt unterstützen, Engagement vernetzen: Seit 2015 setzt sich das Netzwerk für Toleranz des Landkreises für ein buntes, tolerantes und demokratisches Waldeck-Frankenberg ein – und gegen Rassismus und Rechtsextremismus. Auch für die kommenden fünf Jahre erhält der Landkreis die Förderung vom Bund – und das Netzwerk für Toleranz 625.000 Euro für seine weitere Arbeit.

Demokratische Werte stärken

In den vergangenen fünf Jahren lag der Schwerpunkt der Netzwerkarbeit insbesondere auf der Integration von Neuankömmlingen im Landkreis. „In der kommenden Förderperiode wird es verstärkt um Demokratieförderung gehen“, betont Landrat Dr. Reinhard Kubat. „Wir müssen unsere demokratischen Werte stärken und uns klar und eindeutig gegen Rechtsextremismus positionieren.“ Dass mit dem Netzwerk für Toleranz in Waldeck-Frankenberg ein starkes Bündnis für Demokratie stehe, sei von großer Bedeutung. „Wir freuen uns über die erneute Förderung des Bundes, die uns in unserer Arbeit bestätigt.“

Engagement gegen Rassismus

Jetzt soll der Fokus auf die Ziele der kommenden fünf Jahre gerichtet werden: „Wir möchten bestehende Erfolgsgeschichten weiterführen, aber auch neue Projekte umsetzen, um Waldeck-Frankenberg als Demokratiezentrum stark zu machen“, berichtet die Koordinatorin des Netzwerks Ursula Müller. „Hier soll ein Fokus auf der Stärkung der Grundrechte und der Demokratieerziehung liegen - sprich eine stärkere Zusammenarbeit mit Schulen gegen Rassismus erfolgen.“ Bereits im vergangenen Jahr hat sich das Netzwerk gemeinsam mit Schulen und vielen anderen Akteuren im Rahmen der Aktion „Flagge zeigen für ein tolerantes und weltoffenes Waldeck-Frankenberg“ in der Demokratieerziehung engagiert. In 2020 soll das Projekt weitergeführt werden. „Wir werden dank der Mittel des Bundes aber auch viele weitere kleine Projekte zur Demokratieförderung in Waldeck-Frankenberg unterstützen können.“

In der vergangenen Förderperiode hat das Netzwerk für Toleranz über 250 Projekte im Landkreis finanziell gefördert – von Fußball für Toleranz über Interreligiöse Diskussionsveranstaltungen bis hin zu Lesungen oder Multiplikatorenschulungen, um nur einige Beispiele zu nennen. Ab sofort können Vereine, Initiativen und Bündnisse erneut entsprechende Förderanträge stellen. Weitere Informationen und die Antragsformulare gibt es online unter www.toleranzwafkb.de. „Wir freuen uns über zahlreiche Anträge und Projekte, die auch in den kommenden fünf Jahren zur Demokratieförderung beitragen.“

Toleranter Filmwinter

Wie seit 2015 werden auch in den kommenden Jahren die jährlichen Treffen des Netzwerks für Toleranz stattfinden und die bestehenden Arbeitsgemeinschaften und Aktionen weitergeführt. So ist die kostenlose Kinoreihe „Toleranter Filmwinter“ aktuell bereits in vollem Gange: Am 28. Januar wird als nächstes der Film „Deutschstunde“ um 19.30 Uhr in der Wandelhalle in Bad Wildungen-Reinhardshausen gezeigt; am 22. Februar geht es mit „Die andere Seite der Hoffnung“ um 18.30 Uhr im Kilian-Gemeindehaus Korbach weiter.

Grundgesetz im Fokus

Zudem sollen im Jahr 2020 vor allem die Grundrechte als Basis für demokratisches Handeln im Vordergrund stehen: Verschiedene Vereine, Institutionen und Schulen thematisieren im Laufe des Jahres jeweils verschiedene Grundrechte, zu denen im Herbst ein großes Demokratiefest geplant ist. In diesem Rahmen wird am 26. Januar in der ehemaligen Synagoge in Vöhl als erstes der Artikel 2 des Grundgesetzes – die Freiheit der Person, Unverletzlichkeit, Recht auf Leben – verlesen.

Weiterhin findet vom 17. bis 27. Februar gemeinsam mit vielen Kooperationspartnern eine Wanderausstellung „YOUNIWORTH“ im Korbacher Wolfgang-Bonhage-Museum statt, die den Blick auf das Zusammenleben junger Menschen in Deutschland richtet, um für die Themen Jugend und Migration zu sensibilisieren und Vorurteile zu hinterfragen.
Das Netzwerk für Toleranz Waldeck-Frankenberg besteht seit 7 Jahren. Seit 2015 wird es als Partnerschaft für Demokratie durch das Bundesprogramm des Bundesfamilienministeriums „Demokratie leben!“ sowie durch das hessische Innenministerium finanziert – durch die neue Förderperiode künftig zunächst bis zum Jahr 2024. Weitere Informationen zum Netzwerk für Toleranz sind bei der Koordinatorin des Netzwerks Ursula Müller unter E-Mail ursula.mueller@lkwafkb.de zu erhalten.