Sanieren und neu nutzen: Landkreis investiert 500.000 Euro in alte Bauten

Veröffentlicht am: 30.06.2020
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Um individuellen Wohnraum zu fördern, strebt der Landkreis Waldeck-Frankenberg seit einiger Zeit neue Nutzungskonzepte alter Bauten in Waldeck-Frankenberg an. Traditionelle und moderne Bauformen lassen sich hier gut vereinen. Auch in diesem Jahr investiert der Landkreis wieder eine halbe Million Euro in historische Bausubstanz – und fördert Bauherren mit bis zu 25.000 Euro.

Ob der Umbau einer alten Scheune in ein modernes Loft, die Sanierung eines antiken Fachwerkhauses zu zweckmäßigen Büroräumen oder die Renovierung eines historischen Bauernhauses in altersgerechte Wohnungen – durch das Förderprogramm des Landkreises zur Umnutzung alter Bausubstanz werden derzeit zahlreiche Bauvorhaben in Waldeck-Frankenberg umgesetzt. Das Ziel: Der Fülle an historischen Gebäuden im Landkreis neues Leben einhauchen – und sie zu individuellem Wohn- oder Arbeitsraum umgestalten.

Dafür stellt der Landkreis seit vergangenem Jahr bis 2023 jährlich 500.000 Euro bereit. In 2020 fließen sie in 23 Maßnahmen, die jeweils mit bis zu 25.000 Euro gefördert werden. „Wir möchten dadurch den ländlichen Raum als Lebensmittelpunkt attraktiver machen – insbesondere auch für jüngere Generationen – und gleichzeitig alte Gebäudebestände erhalten“, erläutert der Erste Kreisbeigeordnete und Baudezernent Karl-Friedrich Frese. „Damit stärken wir auch alte Ortskerne – und erhalten gleichzeitig ein Stück Landkreis-Geschichte aufrecht.“

So auch die Familie Eckel aus Rennertehausen, deren Projekt beispielhaft für das Sanierungsprogramm steht: Die Familie baut derzeit das seit Jahren leer stehende ehemalige Gemeinschaftshaus der Evangelischen Kirchengemeinde Rennertehausen um – und zwar zu einem Mehrgenerationenhaus mit drei Wohneinheiten. Ziel ist es, das Gebäude barrierefrei umzugestalten, um in allen Lebensphasen weitestgehend selbstbestimmt dort wohnen und leben zu können.

„Durch diese Maßnahme wird eine lange leerstehende Immobilie einer neuen Nutzung zugeführt“, so der Erste Kreisbeigeordnete und Baudezernent Karl-Friedrich Frese. „Das Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zum Verbleib junger Familien in der Region – und somit auch zur Verbesserung der Wohnqualität im Dorfgebiet.“ Der ländliche Raum werde durch Maßnahmen wie diese deutlich gestärkt.

„Das ist ein Musterbeispiel für die Umnutzung eines leer stehenden ehemaligen Funktionsgebäudes“, lobt Walter Schumann, der das Förderprogramm „Alte Bausubstanz sanieren und neu nutzen“ im Fachdienst Bauen des Landkreises koordiniert. Was er aber auch ausdrücklich betont: „Das Kriterium für eine Teilnahme am Förderprogramm ist nicht, dass das Bauvorhaben unter Denkmalschutz steht. Es sollte sich lediglich um alte Bausubstanz handeln.“

Gefördert werden können Städte und Gemeinden, Privatpersonen, Vereine, Verbände oder Unternehmen. Finanziell unterstützt werden bauliche Investitionen an Gebäuden und Grundstücken, die die Verwendung von Elementen des regionaltypischen Baustils beibehalten. Für die Förderung in Frage kommen Investitionen mit einer Mindestsumme von 10.000 Euro. Die Höhe der Förderung beträgt 30 Prozent der förderfähigen Kosten – jedoch höchstens 25.000 Euro.

Wer das Förderprogramm in Anspruch nehmen möchte, kann sich beim Fachdienst Bauen des Landkreises melden. Vor Ort findet dann eine Beratung statt. Danach kann man einen Förderantrag mit Projektbeschreibung und inklusive aller nötigen Unterlagen beim Landkreis stellen. Der Fachdienst Bauen steht dabei gern beratend zur Seite. Weitere Informationen über die Richtlinie zur Förderung und Sanierung alter Bausubstanz gibt es online unter www.landkreis-waldeck-frankenberg.de oder unter Tel. 05631 – 954 413.