Gelebte Denkmalpflege: Nico Lange erhält Förderung für Sanierung eines alten Fachwerkhauses

Veröffentlicht am: 09.07.2020
Förderung Lange Berndorf_1

Große Freude herrschte im Hause Lange in der Haubertstraße in Twistetal-Berndorf über den Besuch von Erstem Kreisbeigeordneten Karl-Friedrich Frese. Denn mitgebracht hatte der Kreisbaudezernent einen Förderbescheid über 3.000 Euro, die Nico Lange als Zuschuss für seine Investition in die 11 neuen Fenster seines Fachwerkhauses aus dem ausgehenden 18. Jahrhundert erhielt – als Denkmalschutzmaßnahme für die Erneuerung von Gebäudeteilen nach historischem Vorbild.

„Die Investition in die Sprossenfenster aus Holz hat sich auf jeden Fall gelohnt“, sagt Nico Lange. Selbst vorherige Skeptiker seien durch das nun rundum passende Erscheinungsbild des Hauses überzeugt worden. Innen von brauner Farbe, außen weiß gestrichen, bildeten die neuen Fenster das I-Tüpfelchen auf einem wahren Vorzeigeprojekt in der gelebten Denkmalpflege. Auch die Entscheidung, den Baustoff Lehm durchgehend zu verwenden, hat sich lt. Lange bezahlt gemacht – so konnte der Fachwerkcharakter des Gebäudes erhalten bleiben, ohne moderne Anforderungen, z. B. an das Raumklima, außer Acht lassen zu müssen.

Bei einem Rundgang durch das Haus in der Haubertstraße konnten sich Baudezernent Frese und Bauamtsleiterin Susanne Paulus sowie Denkmalschutz-Sachbearbeiter Walter Schumann von der überaus gelungenen Umsetzung des Sanierungskonzepts überzeugen. Für den Grundausbau hatten Nico Lange und seine Freundin Laura bereits eine Förderung in Höhe von 25.000 Euro (Höchstsumme) aus dem Programm „Sanierung alte Bausubstanz“ erhalten. Die Gesamtinvestitionssumme liegt deutlich im sechsstelligen Bereich, ausgeführt werden die Fremdleistungen weit überwiegend durch heimische Firmen.

Während die Wohnung im ersten Stock des Hauses bereits genutzt wird, ist die geplante Einliegerwohnung im Erdgeschoss noch im Werden begriffen. Dort befand sich früher ein Kaufmannsladen - die gesamte ehemalige Ladenfront an der Hauptseite des Gebäudes musste zur Zimmerwand umgestaltet werden. Die vier kleinen, unpraktisch angeordneten oberen Räume wurden zum durchgehenden Wohnbereich aus Küche, Ess- und Wohnzimmer umgebaut. Besonders ansprechend: Die 150 – 200 Jahre alten Eichendielen haben eine neue Verwendung als Fensterbretter und Verkleidung für die sichtbaren tragenden Balken im Wohnbereich gefunden.

Karl-Friedrich Frese lobte das tolle Sanierungsprojekt als Paradebeispiel, wie vorhandene Werte in der Bausubstanz der Ortschaften optimal genutzt werden. „Hier haben sich junge Leute mit viel Liebe zum Detail, mit Enthusiasmus und auch einer gehörigen Portion Mut um ein altes, historisch wertvolles Objekt gekümmert.“ Nico Lange und seiner Freundin Laura, aber auch den vielen freiwilligen Eigenleistungs-Helfern aus deren Verwandten-, Freundes – und Bekanntenkreis könne gar nicht genug Respekt und Anerkennung ausgesprochen werden.

„Wir wollen genau solche Projekte in unserer Denkmalschutzarbeit fördern und damit vor allem auch gegen die Verödung der Ortskerne vorgehen“, so Frese weiter. Mehrere Hunderttausend Euro an Haushaltsmitteln ständen für derartige Aktivitäten bereit, die erfreulicherweise überall im Landkreis festzustellen seien. Erfreulich sei es außerdem, dass sich langsam die Erkenntnis durchsetze, dass durch den Denkmalschutz keineswegs verhindert, sondern vielmehr erhalten und entwickelt und somit junges, modernes Wohnen in denkmalgeschützten Objekten ermöglicht werde. Das konnte Nico Lange zum Abschluss des Besuchs des Baudezernenten bestätigen: „Vielen Dank an den Denkmalschutz, wir haben hier wirklich supergut mit dem Landkreis zusammengearbeitet.“

Hintergrund

Im Jahr 2020 stehen insgesamt 75.000 Euro in der Kreis-Denkmalschutzförderung bereit. Es wurden 48 Förderanträge gestellt, die alle berücksichtigt werden konnten.

Bildunterschrift:

Nico Lange und Freundin Laura freuen sich über den Förderbescheid, den Kreisbauderzernent Karl-Friedrich Frese überbracht hat. Mit im Bild die Eltern von Nico Lange, Fachdienstleiterin Bauen Susanne Paulus, Denkmalschutz-Sachbearbeiter Walter Schumann und Mitarbeiterin im Fachdienst Bauen Kristin Nebel.