Schweigen brechen: Bund und Landkreis bieten Hilfsangebote für Frauen

Veröffentlicht am: 24.08.2020
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Auch und insbesondere während der Corona-Pandemie sind Frauen oft Opfer von Gewalt. Gerade in dieser Ausnahmesituation fällt es Betroffenen oft noch schwerer, Hilfe von außen hinzuzuziehen. Vom Hilfetelefon gegen Gewalt bis zur medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung gibt es auf allen Ebenen zahlreiche Hilfsangebote.

„Wir möchten erreichen, dass alle Frauen in Waldeck-Frankenberg die Hilfsangebote kennen – und sie im Ernstfall tatsächlich auch nutzen“, ermutigt die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Beate Friedrich alle Betroffenen, ihr Schweigen zu brechen. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ des Bundes beispielsweise berät Frauen unter Tel. 08000 116 016 rund um die Uhr kostenfrei, anonym und vertraulich – in Waldeck-Frankenberg und ganz Deutschland.

Doch auch im Landkreis gibt es zahlreiche Hilfsangebote für Frauen, die Opfer von Gewalt jeglicher Art geworden sind – unter anderem die medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigung: „Jede Vergewaltigung ist ein medizinischer Notfall. Im Kreiskrankenhaus Frankenberg erhalten Frauen vertraulich und unbürokratisch Hilfe“, erklärt Friedrich. „Diese reicht von der medizinischen Akutversorgung über die „Pille danach“ bis zur Sicherung von Spuren.“

Das Programm hat zum Ziel, die medizinische Versorgung nach Sexualstraftaten zu verbessern – und den schnelleren und besseren Zugang zu Hilfsangeboten nach einer Vergewaltigung sicherzustellen - und zwar unabhängig von einer Strafanzeige bei der Polizei. Dass es sich dabei um ein niedrigschwelliges Angebot handelt, ist besonders wichtig. Denn viele Frauen schrecken zunächst vor einer Anzeige zurück – und nehmen so auch nicht die nötige medizinische Hilfe und Spurensicherung in Anspruch, die nötig wird, auch wenn man sich noch zu einem späteren Zeitpunkt für eine Anzeige entscheidet. 

Wer Opfer einer Sexualstraftat geworden ist und eine Anzeige erstatten möchte, kann sich direkt an die Kriminalpolizei in Korbach wenden. Telefonischer Kontakt werktags von 7.30 bis 16 Uhr: 05631 - 971 - 310 oder - 312. Außerhalb dieser Zeiten helfen die Beamtinnen und Beamten der vier Polizeidienststellen in Waldeck-Frankenberg weiter: in Korbach unter der Rufnummer 05631 - 971 - 0, in Frankenberg unter 06451 - 7203 - 0, in Bad Wildungen unter 05621 - 7090 - 0 und in Bad Arolsen unter 05691 - 9799 - 0. Sie nehmen die Anzeige auf und bringen Frauen zur medizinischen Versorgung und zur Spurensicherung in ein Krankenhaus. Wer (zunächst) keine Anzeige erstatten möchte, wendet sich an das Kreiskrankenhaus Frankenberg unter der Rufnummer 06451 - 55 - 0. Es gilt die ärztliche Schweigepflicht. Ohne Zustimmung der Traumatisierten werden von den Ärzten keine Informationen an die Polizei weitergegeben.

Neben dem Hilfetelefon und der medizinischen Soforthilfe nach Vergewaltigung gibt es aber noch zahlreiche weitere Angebote:

Frauenberatungsstelle, Tel.: 05621 -  91689
Frauenhaus, Tel.: 05621 - 3095
Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen, Tel.: 05631 - 7549
Weißer Ring (Opferschutz). Tel.: 0151 - 55164799
Telefonseelsorge, Tel.: 0800 - 1110111
Unterstützung für Männer für ein gewaltfreies Handeln „Trau dich – hau nicht!“ Anbieter „Aattacke“, Tel.: 0151 - 41697040


Zum Thema steht auch das Frauenbüro des Landkreises Waldeck-Frankenberg unter der Telefonnummer 05631 954-317 bzw. -318 zur Verfügung.