Netzwerk für Toleranz nimmt Schwung auf – Zweites Treffen im März

Veröffentlicht am: 24.04.2014

Netzwerk für Toleranz nimmt Schwung auf  – Zweites Treffen im März
Das vom Landkreis Waldeck-Frankenberg ins Leben gerufene Netzwerk für Toleranz hat sich zu einer zweiten Diskussionsveranstaltung getroffen. Rund 60 Menschen kamen ins Kreishaus, um bisherige Ergebnisse vorzustellen und weitere Schritte zu planen.  

So stellte Stephan Bürger, der Koordinator des Projekts „Gewalt geht nicht" das erfolgreiche Netzwerk gegen Rechtsextremismus im Schwalm-Eder Kreis vor. Neustes Standbein dabei ist der Internetauftritt „Gud so", mit dem vor allem Jugendliche angesprochen werden sollen. Daneben hat das Projekt eine Ausstellung gegen Rechtsextremismus entwickelt, die in diesem Jahr auch in Waldeck-Frankenberg zu sehen sein wird. Der Landkreis Schwalm-Eder ist in Größe und Struktur mit Waldeck-Frankenberg vergleichbar. Dort wird beispielsweise das Projekt „Schule ohne Rassismus" sehr erfolgreich umgesetzt.

Mit dem ersten Netzwerktreffen im November letzten Jahres haben sich fünf Arbeitsgruppen gebildet, die sich thematisch mit den Themen Toleranz- und Demokratieerziehung, Soziale Integration, Bekämpfung von rechtsextremistischen Bestrebungen, Interkulturellem und interreligiösem Lernen sowie Kultureller und geschichtlicher Identität befassen. Im Rahmen eines World Cafés präsentierten die Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse und luden die Teilnehmenden ein, sich zukünftige Projekte und Ziele erläutern zu lassen und über diese zu diskutieren.

Zu den Rahmenbedingungen gehört, dass die Projekte möglichst breit und nachhaltig wirken und die Gegebenheiten des ländlichen Raums berücksichtigen sollen. So wird beispielsweise in der Arbeitsgruppe Demokratie- und Toleranzerziehung die Erweiterung des Teamtrainingangebots „stark bewegt" um die Sekundarstufe eins angeregt. Voraussetzung hierfür ist die Ergänzung der Teamerausbildung  um die Module interkulturelles Training sowie Demokratieerziehung. Eine Sensibilisierung zum Thema Demokratieförderung, interkulturellem Training soll perspektivisch auch Vereinen und anderen Institutionen angeboten werden. Der Themenbereich „Rechtsextremismus und seine Erscheinungsformen in Waldeck-Frankenberg" wird mit einem Vortragsangebot bereits abgedeckt.

Mit dem hessenweiten Netzwerk für Demokratie und Courage ist die Ausbildung von jugendlichen Multiplikatoren angedacht. Jugendliche für Jugendliche - Lernen in der Peergroup ermöglicht neue Perspektiven und erzeugt Interesse an einem sonst nicht so wahrgenommenen Thema im schulischen Kontext. Dies stellt auch ein Ergebnis der Arbeitsgruppe zur Bekämpfung rechtsextremistischer Bestrebungen dar. Eine Kultur des Hinsehens schaffen und Zivilcourage fördern sind ebenso Forderungen der Arbeitsgruppe.

Wie kann man die soziale Integration von Migranten, aber auch von sogenannten sozialbenachteiligten Menschen fördern? Welche Rahmenbedingungen sind für eine funktionierende Teilhabe nötig? Die Arbeitsgruppe Soziale Integration schlägt dazu beispielsweise Befragungen in Dörfern vor. Wie werden Neubürger aufgenommen, welche Unterstützung gibt es? Der Einbezug der Thematik „Integration von Neubürgern und Umgang mit diesen" könnte in den Wettbewerb „Unser Dorf" eingebaut werden. Möglich ist der Arbeitsgruppe nach auch die Entwicklung eines Leitfadens für Ortsbeiräte. Lokale Unterstützungsnetzwerke durch engagierte Einzelpersonen, Vereine, Gemeindeverwaltungen könnten für Neubürger geschaffen werden und zu einer positiven Willkommenskultur führen. Berufliche Aus- und Weiterbildungsangebote müssen transparent gemacht werden, um zur Sicherung des Fachkräftebedarfs beizutragen.

Patenmodelle (z.B. Sprachpaten) zur Unterstützung von Migranten und Migrantinnen haben sich bewährt nach Einschätzung der Arbeitsgruppe interkulturelles und interreligiöses Lernen und sollten weiter ausgebaut werden. Dies betrifft sowohl sprachliche als auch kulturelle Begleitung. Die Darstellung von Best practise -Beispielen in den Medien kann gute Ideen befördern sowie Anregungen in die Fläche tragen. Projekte zum Thema kulturelle und geschichtliche Identität sollen in dieser Arbeitsgruppe entwickelt. Die Vernetzung von Projekten und Initiativen, die zu diesem Thema im Landkreis arbeiten, soll betrieben und transparent gemacht werden. Gemeinsam mit Schülern und Schülerinnen der Alten Landesschule sollen u.a. Befragungen zum Thema Toleranz durchgeführt werden.

Das Netzwerk für Toleranz möchte alle kulturellen, religiösen, kommunalen, institutionellen Initiativen und das Engagement vernetzen, bündeln und weiter entwickeln. Nur wenn wir uns alle zusammen aktiv für unsere Demokratie und für Toleranz stark machen, können wir den Rechtsextremismus aus unserer Gesellschaft verbannen. Zusammen können wir ein nachhaltiges Konzept entwickeln für ziviles Engagement, demokratisches Verhalten und den Einsatz für Vielfalt und Toleranz fördern. Interessenten oder Rückfragen per email oder telefonisch an Ursula Müller, Tel.: 05631-954 889 oder ursula.mueller@landkreis-waldeck-frankenberg.de