Barrierefreiheit in Gastronomie und Tourismus: Landkreis ist Modellregion für Inklusion

Veröffentlicht am: 06.05.2014

Barrierefreiheit in Gastronomie und Tourismus: Landkreis ist Modellregion für Inklusion
Inklusion, in einem weiten Sinne verstanden als die Ermöglichung voller gesellschaftlicher Teilhabe für alle Menschen, unabhängig von ihrer geistigen, körperlichen, seelischen oder sonstigen Konstitution, steht seit geraumer Zeit auf der Agenda des Landkreises. Dafür setzt sich unter anderen auch Landrat Dr. Reinhard Kubat nachdrücklich ein. Am Dienstag, 29. April, erhielten diese Initiativen und Bemühungen nun eine große Anerkennung: Waldeck-Frankenberg wurde vom hessischen Sozialministerium als Modellregion Inklusion anerkannt.

Sozialminister Stefan Grüttner empfing Landrat Dr. Kubat und Dr. Jürgen Römer, Fachdienstleiter Dorf- und Regionalentwicklung und mit der organisatorischen Leitung der kreisweiten Inklusionsaktivitäten beauftragt, um ihnen den entsprechenden Bescheid für eine damit verbundene Förderung zu übergeben. Für zwei Jahre sollen nun im Landkreis unter der Überschrift „Barrierefreiheit in Gastronomie und Tourismus" die Chancen und Möglichkeiten dieses Themas ausgelotet werden. Hessens größte und meistbesuchte Urlaubsregion bietet sich dafür an wie kein anderer Landkreis.

Landrat Dr. Kubat betonte bei der Bescheidübergabe im Gespräch mit Minister Grüttner, dass neben der Untersuchung und Förderung von Barrierefreiheit in gastronomischen und touristischen Angeboten auch die Frage nach Arbeitsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderungen in diesen Bereichen gestellt werden solle. „Wir haben", so der Landrat, „im Landkreis mit CorVita in Korbach und dem Hotel Frankenauer Hof in Frankenau bereits zwei Unternehmen, die das praktizieren. Das wollen wir nicht zuletzt auch unter den Vorzeichen des drohenden Fachkräftemangels weiter ausbauen."

Dr. Kubat hatte bereits 2012 in einem Interview seine Vision eines Landkreises beschrieben, der Menschen mit Behinderungen gegenüber offen ist: „Im Bereich Bildung und Sport werden wir deutlich weiter gekommen sein. In der Schule werden Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam lernen, im Sport wird viel mehr gemeinsam trainiert und an Wettkämpfen teilgenommen. Bauliche Barrieren werden zum großen Teil abgebaut sein. In der Grundhaltung werden die Menschen offen sein und die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen unterstützen. Da bin ich mir sicher." Er bezeichnete die Anerkennung als Modellregion als wegweisenden Schritt in diese Richtung.

Mit der Anerkennung ist ein hoher fünfstelliger Förderbetrag für zwei Jahre verbunden. Für diese Zeit wurde eine eigene Koordinationsstelle geschaffen und besetzt. Unmittelbar nach Beginn der Arbeit zum 1. Mai wird die Stelle Kontakte zu allen Beteiligten im Hotel- und Gastronomiesektor, zu Tourismusfachleuten und weiteren Personen sowie Institutionen aufbauen. Mit einer Kick-off-Veranstaltung und gezielter Pressearbeit soll auch die Öffentlichkeit möglichst bald informiert und einbezogen werden.