Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Korbach und Frankenberg: Bauarbeiten gestartet

Veröffentlicht am: 07.07.2014

Baubeginn der Bahnstrecke zwischen Korbach und Frankenberg
Der offizielle Startschuss ist gefallen: die Bauarbeiten zur Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Korbach und Frankenberg sind im Rahmen einer Auftaktveranstaltung offiziell gestartet. Dazu brachte Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir drei Bewilligungsbescheide über insgesamt 8,2 Millionen Euro mit. Landrat Dr. Reinhard Kubat sieht in dem Projekt einen „Startschuss mit Signalwirkung", der künftig ein deutliches Plus an Lebensqualität für die Menschen im Kreis bringe.

Allein 6,2 Millionen Euro erhält die Stadt Frankenberg, um ihren Bahnhof zu modernisieren und den Busbahnhof, Taxiplätze, Park and Ride-Parkplätze und Lademöglichkeiten für Elektroautos und -fahrräder auszubauen. Weitere 1,1 Millionen Euro gehen ab die Kurhessenbahn für neue Bahnsteige, die ein stufenloses Besteigen der Züge ermöglichen.

915.000 Euro erhält der Landkreis Waldeck-Frankenberg, um in Thalitter, Herzhausen, Schmittlotheim, Ederbringhausen, Viermünden und Goßberg Park and Ride-Parkplätze, Fahrradabstellanlagen und neue Bushaltestellen anzulegen. Am Ausbau der eigentlichen Strecke beteiligt sich das Land Hessen mit 14,7 Millionen Euro; die restlichen 3,7 Millionen bringen der Landkreis, die Gemeinde Vöhl, die Stadt Frankenberg sowie der Nordhessische VerkehrsVerbund auf.

Bereits im Bau sind seit Mai die Bahnübergänge in Frankenberg. Zeitgleich beginnen im Juli die Sanierung der Ittertunnel und der Bau von Brücken, Stützmauern und Durchlässen. Weitere Bauabschnitte werden ab Frühjahr 2015 folgen, sodass ab Sommer nächsten Jahres die touristischen Ziele wie der Edersee, der Nationalpark Kellerwald oder das Skigebiet Willingen mit der Bahn komfortabel zu erreichen sind.

„Bei diesem Projekt geht es nicht nur um die Wiederherstellung einer stillgelegten Schienenverbindung", sagt Landrat Dr. Reinhard Kubat, „sondern um die Umsetzung eines integralen Verkehrskonzeptes, das auf die Bedürfnisse des ländlichen Raums abgestimmt ist." Dieser Lückenschluss stelle nicht nur für den Landkreis eine wichtige Maßnahme dar, sondern sei auch ein bedeutender Baustein für das Funktionieren und die Effizienz des überregionalen Schienenverkehrs insgesamt.

„Dabei kommt das Angebot nicht nur älteren Menschen zu Gute, die im Gegensatz zu früheren Generationen heute länger aktiv bleiben. Auch junge Menschen werden profitieren, wenn sie beispielsweise zum Studieren oder Arbeiten nach Marburg oder in das Rhein-Main-Gebiet fahren", so Dr. Kubat. „Die Reaktivierung der Bahnstrecke bringt ein deutliches Plus an Lebensqualität für alle Menschen in und außerhalb von Waldeck-Frankenberg."

Wenn die Strecke in Betrieb genommen werden kann, werden Fahrgäste in Zukunft die stündlich bediente Strecke R42 zwischen Marburg und Frankenberg weiter bis Korbach im Zwei-Stunden-Takt nutzen können. Diese Verbindung habe im auf klaren Bedarfsanalysen beruhenden Angebotsmix eine zentrale Bedeutung so der Landrat. „Denn gerade im ländlichen Raum gibt es einen immensen Bedarf an sinnvollen Angeboten im Rahmen des öffentlichen Personennahverkehrs."