Mehr Eigenkapital für den Fortbestand der Kreisklinik: Kreistag soll Zuschüsse von 5,5 Millionen Euro beschließen

Veröffentlicht am: 24.09.2014

Geld
Der Kreisausschuss hat sich dafür ausgesprochen, das Eigenkapital des Kreiskrankenhauses Frankenberg bis 2017 stufenweise um insgesamt 5,5 Millionen Euro zu erhöhen. Darauf haben sich die Kreisausschussmitglieder in der aktuellen Sitzung geeinigt. Eine entsprechende Empfehlung an den Kreistag für die anstehenden Haushaltsberatungen 2015 wurde abgegeben.  

Ebenso hat der Kreisausschuss als Gesellschafterversammlung den Jahresabschluss 2013 der Kreisklinik mit einem Fehlbetrag in Höhe von rund drei Millionen Euro festgestellt. Das Ergebnis wurde von einer unabhängigen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bestätigt. Laut der im Kreisausschuss ebenfalls beschlossenen Mittelfristplanung wird sich der Verlust der Klinik bis 2017 auf insgesamt rund 8,257 Millionen Euro steigern.

Durch die Erhöhung des Stammkapitals im vergangenen Jahr sind bereits 1,5 Millionen Euro davon abgedeckt. Um den Fortbestand der Kreisklinik zu sichern, ist vorgesehen, die Verluste mit insgesamt rund 5,5 Millionen Euro auszugleichen. So empfiehlt der Kreisausschuss, das Eigenkapital des Krankenhauses in den Jahren 2015 und 2016 um jeweils zwei Millionen Euro zu erhöhen; im Jahr 2017 um nochmals 1,5 Millionen Euro. Die Differenz von 1,257 Millionen Euro soll die Klinik durch zusätzliche Einsparungsmaßnahmen selbst tragen.

„Dies ist eine große Herausforderung für unser Haus", sagt Geschäftsführer Ralf Schulz. „Da dieser Betrag zusätzlich zu den bereits eingeleiteten und geplanten Maßnahmen in den nächsten drei Jahren zu kompensieren ist. Große Erwartungen setze ich jedoch in die laufenden Tarifgespräche." Es werde zu großen und schmerzhaften Einschnitten kommen und er erwarte, dass sich die Gewerkschaften in den Verhandlungen deutlich bewegen. „Nichtsdestotrotz sind wir der festen Auffassung, dass unser Haus genesen und auch langfristig auf gesunde Füße gestellt werden wird."

„Das Kreiskrankenhaus Frankenberg hat eine sehr gute Basis und ist grundsätzlich geeignet, die stetige Unterfinanzierung zu kompensieren, wenn alle eingeleiteten Maßnahmen erfolgreich sind", ergänzt Landrat und Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Reinhard Kubat. Hierzu zähle aber nicht nur eine Verbesserung der Erlöse, sondern auch eine Verbesserung auf Aufwands- und Kostenseite. Der nunmehr vorgesehene  Defizitausgleich in Höhe von 5,5 Millionen Euro sei ein Schritt in die richtige Richtung und ein klares Bekenntnis des Kreisausschusses zum Kreiskrankenhaus, wenngleich noch eine zusätzliche Lücke klafft, die durch zusätzliche Anstrengungen in den nächsten drei Jahren geschlossen werden muss.