Bundesweit einzigartig: Landkreis stellt Bildungspass für Geflüchtete vor

Veröffentlicht am: 24.04.2017
Landkreis stellt Bildungspass für Geflüchtete vor

Gemeinsam mit Landrat Dr. Reinhard Kubat hat die Fachstelle für Migration und Integration den Bildungspass für Geflüchtete vorgestellt. In dieses hosentaschen-große Dokument sollen die Bildungsbiographie und Kompetenzen von Geflüchteten eingetragen werden – um besser nachvollziehen zu können, welche Bildungsmaßnahmen bereits absolviert wurden und welche sich für den Passinhaber als nächstes anbieten.

Hintergrund ist, dass Geflüchtete oftmals Hilfe für die Teilnahme an Bildungsmaßnahmen, fortführenden Angeboten oder der Ausbildungs- und Jobsuche brauchen. Diese Unterstützung erhalten sie bei ehrenamtlichen Unterstützern, Bildungsträgern, Bildungsberatungsstellen, der Bundesagentur für Arbeit, im Jobcenter oder bei den Mitarbeitern des Landkreises Waldeck-Frankenberg. „In den Gesprächen zwischen den Bildungsakteuren und den Geflüchteten ist es jedoch oft schwer zu erfassen, an welchen Bildungsangeboten bereits teilgenommen wurde – und somit auch, welche Qualifikationen und Kompetenzen erreicht wurden“, erklärt Dr. Reinhard Kubat. „Die Geflüchteten wissen oft nicht, welche Bildungsangebote sie bereits besucht haben.“ Auch Teilnahmebescheinigungen und Zertifikate werden oftmals nicht mitgeführt.

Der Bildungspass für Geflüchtete soll gewährleisten, dass für die Bildungspartner des Landkreises Waldeck-Frankenberg unkompliziert erkennbar ist, welche Qualifikationen der Passbesitzer bereits erreicht hat. „Durch ein handliches Format des Passes soll dafür gesorgt werden, dass der Bildungspass ständig mitgeführt wird“, erläutert die Bildungskoordinatorin des Landkreises Lara Baumann. „Neben belegten Informationen von Bildungsträgern können im Pass auch freiweillige Angaben zur Bildungsbiographie im Heimatland oder der Besuch von ehrenamtlichen Sprachkursen gemachen werden.“

Dadurch sollen Geflüchtete schneller zum richtigen Angebot kommen und die Integration durch Bildung so vorangetrieben werden. Zusätzlich soll es durch den Bildungspass für den Arbeitgeber einfacher sein, dass Bildungsniveau des Arbeitssuchenden zu erkennen. Der Bildungspass wird zunächst als Modell für die Region Korbach in 200-facher Auflage an Geflüchtete ausgegeben. Wenn sich die Methode bewährt, soll dies auf den gesamten Landkreis ausgeweitet werden.