Kooperation des Geoparks GrenzWelten mit der Universität Bonn

Veröffentlicht am: 09.11.2020

Die Korbacher Spalte als eines der 30 bedeutendsten Geotope Deutschlands und die App OutcropWizard

Zusammenarbeit_Geopark_Uni Bonn

Die gesamte Erdgeschichte in einer Hand? Das geht dank der neuen App OutcropWizard, die von der Arbeitsgruppe für Umweltgeologie an der Universität Bonn unter der Leitung von PD Dr. Gösta Hoffmann entwickelt wurde.

Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich u.a. mit der Digitalisierung in den Geowissenschaften. Ziel ist es, die spannenden Informationen zur Entstehungsgeschichte unseres Planten einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In einem ersten Ansatz wurde dazu die Smartphone App OutcropWizard entwickelt. Die App beruht auf einer online abrufbaren Datenbank.

Mit Hilfe der App kann der Nutzer zielgenau geologische Highlights finden und spannende Informationen zu dem Ort abrufen. Dies können Texte und Bilder sein, wie sie z.B. auf klassischen Informationstafeln zu finden sind. Darüber hinaus können aber auch Audio- und Videodateien sowie 3D-Modelle eingebunden werden. Das Angebot ist multilingual und interaktiv, da Nutzer selber Punkte anlegen können. Zudem ist es möglich, in der App zwischen verschiedenen Kartenansichten zu wechseln. Insbesondere die Option, seinen Standort auf einer geologischen Karte verorten zu lassen, eröffnet völlig neue Wege in den Geowissenschaften. So kann man mit Hilfe der App z.B. schnell und einfach herausfinden, welche Gesteine sich aktuell unter seinen Füßen befinden.

Die Geotope und naturräumlichen Besonderheiten des Geoparks GrenzWelten werden aktuell in die App eingepflegt und sind für Interessierte abrufbar. „Wir freuen uns sehr über die gemeinsame Arbeit mit der Arbeitsgruppe Umweltgeologie, die ähnliche Ziele verfolgt wie der Geopark GrenzWelten. Auch wir möchten einen schnellen und einfachen Zugang zu unserer, unseren Erdgeschichte(n) bieten und mit Hilfe modernster Technik junge und junggebliebene Menschen begeistern“, sagt Kim Peis vom Geopark GrenzWelten. Geologie sei schon lange nicht mehr nur „die merkwürdige Person mit dem Hammer“ – sie nutze 3D-Modelle, Drohnen und Laserscans… dieses moderne Bild möchte der Geopark in die Öffentlichkeit tragen. „Ein erstes Projekt, die Korbacher Spalte digital mittels Augmented Reality zu erleben, haben wir gemeinsam mit dem Geopark und mit intertex aus Frankenberg im vergangenen Sommer bereits umgesetzt“, ergänzen Dr. Wilhelm Völcker-Janssen vom Korbacher Wolfgang-Bonhage-Museum und Dr. Marc Müllenhoff vom Stadtmarketing. Dies sei nun ein erfreulicher zweiter Ansatz, der auch die wissenschaftliche Bedeutung der Fossilfundstätte unterstreiche.

An 30 ausgesuchten Standorten werden momentan 3D-Modelle erstellt. Federführend sind hier die Bonner Geologen beteiligt, daneben aber auch andere Universitäten und Landesbehörden. Hintergrund ist das 175-jährige Jubiläum der Deutschen Geologischen Gesellschaft – Geologische Vereinigung (DGGV) im Jahr 2023. Die DGGV ist damit eine der ältesten wissenschaftlichen Gesellschaften Deutschlands. Beginnend im Februar 2021 werden über 30 Monate die bedeutendsten Geotope Deutschlands dreidimensional in einem digitalen Format präsentiert, um diese online einem breiten Publikum zugänglich zu machen.

Die Korbacher Spalte wurde als einer der bedeutendsten Orte in die Liste aufgenommen und daher Ende Oktober vom OutcropWizard-Team besucht. Sie ist die älteste fossilführende Spalte Europas und mit den Funden des Procynosuchus (oder „Korbacher Dackel“) nicht nur regional, sondern weltweit bekannt. Die Gesteine der Korbacher Spalte sind Ablagerungen des Zechstein-Meeres, das sich vor rund 255 Millionen Jahren von Norden aus über Mitteleuropa erstreckte.

Gemeinsam mit dem Geopark GrenzWelten, dem Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie und der Kreis- und Hansestadt Korbach wird die Arbeitsgruppe spätestens Anfang 2021 die notwendigen Aufnahmen und Arbeiten an der Korbacher Spalte durchführen und für die Öffentlichkeit zugänglich machen. Bei Fragen rund um den Verlauf des Projektes und die Korbacher Spalte steht das Projektbüro des Nationalen Geoparks GrenzWelten gerne zur Klärung zur Verfügung.

Bildunterschrift: Die Arbeitsgruppe Umweltgeologie der Universität Bonn und die Projektleiterin des Geoparks GrenzWelten an der Korbacher Spalte (v. l.: Kim Peis vom Geopark GrenzWelten; Valeska Decker, Dr. Gösta Hoffmann, Sabine Kummer, Edouard Grigowski und Roman de Giorgi von der Uni Bonn; in der Bildmitte der digitale Procy).

Foto: AG Umweltgeologie Uni Bonn, am 23.10.2020 aufgenommen mit der Drohne der Arbeitsgruppe

Kontakt
Projektbüro des Nationalen Geoparks GrenzWelten
Auf Lülingskreuz 60
34497 Korbach
Tel. 05631-954-512, E-Mail geopark@lkwafkb.de