OBR 2026: Landkreis setzt Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen
Auch in diesem Jahr beteiligt sich der Landkreis Waldeck-Frankenberg am 14. Februar wieder an der weltweiten Kampagne One Billion Rising, die seit 2012 jährlich auf Gewalt gegen Frauen und Mädchen aufmerksam macht. Weltweit erheben sich an diesem Tag Menschen mit Tanzdemos und kreativen Aktionen gegen Gewalt, Ausbeutung und Unterdrückung – und für Gleichberechtigung, Selbstbestimmung und ein gewaltfreies Miteinander. Das deutschlandweite Motto lautet in diesem Jahr: „Women on fire“.
Feuer und Flamme für eine Welt ohne Gewalt
Der Landkreis Waldeck-Frankenberg geht in diesem Jahr bewusst einen anderen Weg und setzt statt eines Tanz-Events auf ein wechselndes Aktionsformat, um neue Zielgruppen anzusprechen. Gemeinsam mit der Buchhandlung Thalia in Korbach wurde bereits vor einigen Wochen eine Fotoaktion unter dem Titel „Women on fire in Waldeck-Frankenberg“ umgesetzt. Daran beteiligten sich rund 50 Menschen und machten mit einem Foto deutlich, dass sie „Feuer und Flamme“ sind für eine Welt ohne Gewalt an Frauen und Mädchen.
„Betroffene sind nicht allein“
Aus den entstandenen Bildern wurde eine großformatige Fotocollage gestaltet, die ab dem 14. Februar sowohl im Thalia Korbach als auch im Kreishaus Korbach ausgestellt wird. „Sie soll Solidarität sichtbar machen, Mut geben und Präsenz zeigen“, sagt die Frauenbeauftragte des Landkreises Waldeck-Frankenberg Beate Friedrich. Gewalt zu erleben gehe häufig mit Scham und dem Gefühl einher, allein zu sein – insbesondere bei häuslicher Gewalt. „Die Aktion macht deutlich: Betroffene sind nicht allein. Es gibt Menschen im direkten Umfeld, in Familien, am Arbeitsplatz und in der Gesellschaft, die Gewalt klar verurteilen und an der Seite der Betroffenen stehen“, ergänzt die stellvertretende Frauenbeauftragte Miriam Drüppel.
Eine Welt ohne Gewalt an Frauen und Mädchen sei auch eine, in der das gesellschaftliche Klima ohne frauenfeindliche Einstellungen auskommt, sind sich die beiden Mitarbeitenden des Fachdienstes Frauen und Chancengleichheit des Landkreises einig. Denn auch das ist Gewalt gegen Frauen. Das ist aber nur als ganze Gesellschaft zu schaffen. Umso schöner ist es, dass wir auch Männer und Familien mit Kindern für die Aktion gewinnen konnten – als Verbündete für eine solche Welt.“ Aber auch die klassische Tanzdemo wird stattfinden – und zwar am Samstag, 14. Februar um 15 Uhr auf dem Postplatz in Bad Wildungen. Interessierte sind herzlich eingeladen, mit dabei zu sein. Veranstaltet wird sie vom Bündnis von Frauen aus Bad Wildungen und Edertal.
Eine von drei Frauen weltweit erlebt in ihrem Leben Gewalt
Laut einer UN-Statistik erlebt eine von drei Frauen weltweit in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt. Auch aktuelle Zahlen aus Deutschland zeigen die Dringlichkeit des Themas: Laut dem Bundeslagebericht des Bundeskriminalamts zu geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichteten Straftaten ist die Zahl der weiblichen Opfer im Jahr 2024 erneut gestiegen. Häusliche Gewalt erreichte einen Höchststand, mehr als 265.000 Menschen wurden als Opfer erfasst, davon überwiegend Frauen. Zudem waren über 53.000 Frauen und Mädchen von Sexualstraftaten betroffen, mehr als die Hälfte von ihnen unter 18 Jahre alt. Fachstellen gehen davon aus, dass insbesondere bei Partnerschaftsgewalt nur ein Bruchteil der Taten tatsächlich angezeigt wird. Mit der Beteiligung an One Billion Rising 2026 unterstreicht der Landkreis Waldeck-Frankenberg sein Engagement für Gleichberechtigung, Solidarität und eine Gesellschaft, in der Gewalt keinen Platz hat.
Bildunterschrift: Zum weltweiten Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen hat der Landkreis in diesem Jahr eine Foto-Aktion gemeinsam mit der Buchhandlung Thalia organisiert. Die stellvertretende Frauenbeauftragte des Landkreises Miriam Drüppel, der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese, Frauenbeauftragte Beate Friedrich, Tanja Schreiber vom Fachdienst Frauen und Chancengleichheit und Sabine Hasler von der Buchhandlung Thalia präsentieren die Foto-Collage, die ab sofort ausgehangen wird. (Foto: Landkreis Waldeck-Frankenberg)
Schlagworte:
Fachdienst Frauen und Chancengleichheit Gemeinsam gegen Gewalt
