schmale Straße mit Fachwerkhäusern rechts und in der Bildmitte geradeaus

Denkmalschutz

Denkmalschutz in Waldeck-Frankenberg

Baudenkmäler sind nicht nur Kirchen, Schlösser und Burgen - auch normale Häuser oder Fabriken können Baudenkmale sein. Bauherren können aber Aufatmen: Denkmalschutz heißt nicht Stillstand, es müssen nur alle baulichen Veränderungen mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg als Denkmalschutzbehörde genehmigt werden. Meistens ist die Genehmigung in der Baugenehmigung enthalten. Die Baudenkmäler unseres Landkreises sind in sogenannten Arbeitslisten aufgeführt, die auch bei den Städten und Gemeinden eingesehen werden können. Der Landkreis unterstützt und berät hier gern. 

Das Landesamt für Denkmalpflege hat eine Datenbank erstellt, in der alle Kulturdenkmäler Hessens online vorgestellt werden – inklusive Lageplänen, Bildern und Informationen.

Die Denkmaltopographie im Bereich Nordkreis Waldeck-Frankenberg wird aktuell erstellt.

Bei Fragen zum Denkmalverzeichnis kann das Land Hessen unter der E-Mail-Adresse denkmalverzeichnis.mr@lfd-hessen.de kontaktiert werden.

Offizielle Denkmalbescheinigungen werden vom Landesamt für Denkmalpflege, Außenstelle Marburg, Ketzerbach 10, 35037 Marburg ausgestellt.


Denkmalschutzpreis

Der Landkreis Waldeck-Frankenberg stiftet zur Förderung des Denkmalschutzes regelmäßig einen Preis. Die Auszeichnung ist mit 2.500 Euro dotiert. Der Preis wird für besondere, beispielhafte, denkmalschutzpflegerische Leistungen an natürliche und juristische Personen verliehen, die im Landkreis als private Bauherren eine entsprechende Baumaßnahme umgesetzt haben. Neben der finanziellen Zuwendung wird zur Würdigung der besonderen Leistungen eine Urkunde verliehen. Die Aufteilung des Preises auf mehrere Personen ist möglich.

Vorschlagsberechtigt sind die Denkmalbehörden, Gemeinden, Verbände, Vereine und einzelne Bürger. Eigenbewerbungen sind ebenfalls zulässig. Der Bewerbung oder Benennung müssen für die Beurteilung der Leistung ausreichende Unterlagen beigefügt werden, wie z. B. ein chronologischer Abriss der Baugeschichte und der Restaurierungsgeschichte mit Bildern, die den vorherigen und den neuen Zustand zeigen sowie die Umbauphase dokumentieren. Darüber hinaus sind entsprechende weitere Planungsunterlagen, die das Vorhaben dokumentieren, von Vorteil. Über die Preisverleihung entscheidet der Kreisausschuss auf Vorschlag einer Jury. Der Preis wird dem Preisträger im Rahmen einer Feierstunde überreicht. Die durch die Preisverleihung anerkannten beispielhaften denkmalpflegerischen Leistungen sollen in geeigneter Weise veröffentlicht werden.


Beantragen einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung

  • Nutzung und mögliche Veränderung  

    Das Denkmalschutzgesetz verlangt von der Eigentümerin oder dem Eigentümer,

    • dass das Denkmal weiterhin so genutzt wird wie bisher, wirtschaftlich und sorgsam mit dem Objekt umgegangen wird und es nicht verkommen gelassen wird. Auch bei Erhalt im öffentlichen Interesse gilt, dass das Denkmal vor allem privatgenutzt wird. Der Eigentümer oder die Eigentümerin soll das Objekt für sich nutzen und nicht im Auftrag der Allgemeinheit. 
    • dass bei Veränderungsabsichten eine Genehmigung erfragt wird. Einerseits ist jedes Denkmal unwiederbringlich verloren, sobald es vorschnell der Abrissbirne anheimfällt; andererseits haben die Fachleute der Denkmalbehörden vielfältige Spezialkenntnisse in der Behandlung historischer Bausubstanz, die der Eigentümerin oder dem Eigentümer helfen können, kostspielige Fehler zu vermeiden und bautechnisch korrekte Lösungen anzuwenden.
  • Erforderlichkeit einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung  

    Genehmigungspflichtig sind alle Maßnahmen, die auf das Erscheinungsbild oder die Substanz des Denkmals verändern. Das gilt nicht nur für Eingriffe, die den Denkmalwert negativ beeinflussen können, sondern auch für Baumaßnahmen, die dem Denkmal zugutekommen, denn auch sie bedürfen denkmalfachlicher Begutachtung.

    Beispiele für genehmigungspflichtige Vorhaben sind: Abriss und Entkernung, Einbau und Anbau von Treppen oder Aufzügen, neuer Putz und Neuanstrich, Reparatur und Erneuerung von Fenstern, Türen, Wandverkleidungen und Dacheindeckungen, Einbau von Schaufenstern und Werbeanlagen, PV und Solarthermie, energetische Ertüchtigung sowie statische Eingriffe wie Dachgeschossausbau und Fachwerkreparatur. Auch Neubauten in der Umgebung des Denkmals sind genehmigungspflichtig.

    Bei Einzelkulturdenkmalen stehen im Innern (Böden, Wände, Decken, Türen, Treppen) unter Denkmalschutz.

  • Beantragung einer denkmalschutzrechtlichen Genehmigung  

    Der Eigentümer oder die Eigentümerin stellt für geplante Sanierungsmaßnahmen bei der zuständigen Unteren Denkmalschutzbehörde einen Genehmigungsantrag. Der Antrag muss in Textform mit allen erforderlichen Anlagen 2fach per Post eingereicht werden.

  • Welche Unterlagen sind dem Genehmigungsantrag beizulegen? 

    Für einen reibungslosen Ablauf muss dem Antrag auf denkmalrechtliche Genehmigung folgende Unterlagen beiliegen:

    • Antragsformular
    • Beschreibung der geplanten Maßnahme
    • Lageplan, Grundrisse, Ansichtszeichnung und Fotos des Hauses im aktuellen Zustand
    • Fotos aus der Umgebung ihres Gebäudes
    • genaue Darstellung der geplanten Änderung
    • Kostenschätzung oder Kostenvoranschläge Handwerker
    • Zeitplan für die Umsetzung der Baumaßnahmen

    Es empfiehlt sich, mit den Denkmalbehörden frühzeitig einen Beratungstermin zu vereinbaren, damit die geplanten Maßnahmen mit den Vorstellungen des Denkmalschutzes – sowohl in Planung als auch in Ausführung – zusammengeführt werden können.

    Die Prüfung des Antrags einschließlich der Herstellung des Einvernehmens mit der Denkmalfachbehörde endet mit der Entscheidung durch die Untere Denkmalschutzbehörde.

    Dabei ist entweder eine uneingeschränkte Genehmigung, eine Genehmigung mit Nebenbestimmungen oder eine Versagung bzw. Teilversagung möglich.