Stark bewegt
STARK BEWEGT
Für ein soziales und demokratisches Miteinander: In 2012 startete der Landkreis Waldeck-Frankenberg das Programm „STARK BEWEGT“. In diesem Rahmen werden junge Menschen durch regelmäßige Trainings zielgerichtet in der Entwicklung ihrer sozialen Fähigkeiten unter Förderung von Bewegungsaktivitäten unterstützt. Dies wirkt sich unmittelbar positiv auf das Sozial-, Gesundheits- und Umweltverhalten aus. Die Schülerinnen und Schüler können zudem den Anforderungen im schulischen Kontext sowie in Familie, Lebensalltag und später im Beruf besser gerecht werden.
Programm
Eine Chance zur Entwicklung: Zeitdruck, mediales Überangebot, hohe Erwartung, Überforderung, Orientierungsverlust, usw. nehmen den Kindern in ihren Familien mehr und mehr den Raum zum Hineinwachsen in die menschliche Gemeinschaft. Während das einzelne Kind im Kreis der Familie meist im Kontext bewertet wird, entlädt sich abhängig vom Umfeld und Situation manch innerer Konflikt. Von den Schulen wird erwartet, dies zu kompensieren, doch allein können sie diesem hohen Anspruch nicht gerecht werden. STARK BEWEGT sieht die Chance darin, über spezielle Aus-, Fort- und Weiterbildung der verantwortlichen Erwachsenen, den Kindern außerhalb von Leistungsdruck oder Anspannung eine Option zu schaffen, in der sie die für ihr Leben wichtigen zwischenmenschlichen Kompetenzen früh entwickeln können. Integration, soziale Kompetenz, Teamfähigkeit, Empathie, Kommunikation, Konfliktlösung und andere Schlüsselqualifikationen sind Grundsteine, die im Miteinander stets ihre Wertschätzung finden.
Hierzu werden flächendeckend mit Beginn des ersten Schuljahres STARK BEWEGT Trainings in Kombination Lehrerteamer und weiterer Teamer durchgeführt. Unterschiedliche Bildungsträger verbinden schulinterne und -externe Sicht sowie Handlungsweisen bei der Gestaltung von Lernprozessen. Somit ergeben sich zahlreiche Synergieeffekte im Hinblick auf den Lernerfolg und den Entwicklungsprozess der Kinder. Außerdem lernen Lehrer, Übungsleiter und Eltern voneinander und erweitern ihre Handlungskompetenzen. Der Klasse werden dabei Problemlöseaufgaben gestellt, die sie nur gemeinschaftlich bewältigen kann. Stärken, Schwächen, aber auch Konflikte und Störungen (z. B. Gewalt, Mobbing, etc.) werden in der Klassengemeinschaft besprochen. Veränderte Handlungsmöglichkeiten, um Probleme zu lösen und die Teamfähigkeit zu verbessern, werden entwickelt und auf alltägliche Situationen in der Schule übertragen. Diese Vorgehensweise wirkt sich unmittelbar positiv auf das Sozial-, Gesundheits- und Umweltverhalten aus. Die Schüler können zudem den Anforderungen im schulischen Kontext sowie in Familie, Lebensalltag und später im Beruf besser gerecht werden.
Training
Gemeinsam interagieren, gemeinsam reflektieren: Das Training wird immer von zwei erwachsenen Teamern durchgeführt: Lehrerteamer und schulexterner Teamer begleiten die Klasse durch den Trainingsprozess. Ob durch das Seiltor, über den Schokofluss oder durch das Spinnennetz – nur gemeinsam ist es möglich. Die Problemlöseaufgaben werden je nach Struktur und Ziel der Klasse individuell gestaltet. Durch angemessene Rahmenhandlungen, die die einzelnen Aufgaben wie ein roter Faden verbinden, wird die ernsthafte Auseinandersetzung mit Gruppenprozessen möglich. Die Aufgaben während des Trainings sind als Lernzirkel aufgebaut, d.h. Stärken aus der ersten Aufgabe werden in die nächste mitgenommen. Schwächen werden gemeinsam analysiert und daraus resultierende alternative Herangehensweisen ausprobiert. Dadurch wird die Basis zum Erreichen der gesetzten Lernziele geschaffen.
Berührt vom gemeinsamen Erleben spricht die Gruppe über das, was sie bewegt, was ihr hilft, wie sie erfolgreich war usw. Durch vielfältige Reflexionsmethoden wird die Verknüpfung in den Alltag unterstützt. So entstehen aus prägenden Momenten Impulse für zukünftiges selbstständiges Handeln der Gruppe. Eine zentrale Rolle nimmt die Übertragbarkeit zwischen der Trainingssituation und der Schulalltagssituation in der Klasse ein. Wenn zwischen Trainingssituation und der Alltagswirklichkeit eine erkennbare strukturelle Ähnlichkeit gewährleistet ist, können in den Auswertungsgesprächen konkrete Maßnahmen für den (Schul-) Alltag erarbeitet werden. Die gemeinsam bestandenen Aufgaben schaffen eine tragfähige Basis für ein effektives Miteinander sowie für erfolgreiches Lehren und Lernen in der Klasse.
Aus- und Weiterbildung
Im Rahmen der Ausbildung sollen die Teilnehmenden das STARK BEWEGT Training als Methode im Einsatz für Schulklassen (Primarstufe, Sekundarstufe 1) umsetzen lernen. Hierbei werden sie das Training aus Sicht der Schüler erleben, diskutieren und sukzessive die eigenständige Prozessbegleitung als Anleiter erlernen. Grundlage für die achttägige Ausbildung bildet das Konzept STARK BEWEGT des Fachdienst Sport und Jugendarbeit des Landkreises Waldeck-Frankenberg. In der jährlichen eintägigen Weiterbildung werden die erlernten Fähigkeiten und Fertigkeiten der Ausbildung durch spezielle Schwerpunktsetzung vertieft.
In individuell gestaltbaren Fortbildungen sollen die Teilnehmenden das STARK BEWEGT Training als Methode im Einsatz für Schulklassen kennenlernen. Hierbei werden sie zum einen das Training aus Sicht der Schüler erleben, gleichzeitig aber auch in den Reflexionsphasen die Prozessbegleitung aus Sicht des Anleiters erfahren und diskutieren. Gemeinsam werden ein möglicher Trainingsverlauf durchgeführt und Einsatzmöglichkeiten verschiedener Interaktionsübungen und Problemlöseaufgaben mit deren Zielsetzungen vorgestellt. Zudem werden auch Methoden des Transfers auf den Schulalltag erörtert.


