Geotope des Jahres 2026 gekürt
Im Jubiläumsjahr seines 20-jährigen Bestehens hat der Nationale Geopark GrenzWelten gleich zwei herausragende erdgeschichtliche Objekte als „Geotop des Jahres 2026“ ausgezeichnet: die Quelle Christborn und ihre Umgebung im Burgwald sowie die Neandertaler Jagdstation in Buhlen, ein Siedlungsplatz früher Menschen. Beide Standorte stehen exemplarisch für die enge Verbindung von Geologie, menschlicher Besiedlung und der Entstehung unserer heutigen Kulturlandschaften. Außerdem machen sie auf eine weitere Besonderheit der Region aufmerksam: den Boden des Jahres 2026, der unter Schirmherrschaft des Landes Hessen steht. Beide Geotope des Jahres sind sogenannte „Archivböden“ – sie bewahren die Spuren der Vergangenheit.
„Mit der Wahl dieser beiden Geotope möchten wir im Jahr unseres 20-jährigen Bestehens besonders hervorheben, wie sehr die Geologie die Natur- und Kulturlandschaften unsere Region geprägt hat“, erläutert Geoparkpleiter Dr. Georg Bresser. Dies gelte insbesondere für die Besiedlung durch den Menschen und das Zusammenwirken von Natur und Mensch. „Beide Standorte zeigen, dass der Untergrund nicht nur unsere Landschaft formt, sondern auch die Geschichte der Menschen, die hier leben.“
Der Geopark lädt alle Interessierten ein, die GrenzWelten im Rahmen von Führungen und Veranstaltungen zu erkunden. Beide Geotope des Jahres 2026 werden am 20. September, dem diesjährigen Tag des Geotops, vor Ort vorgestellt. Weitere Informationen zu den Geotopen des Jahres sowie zu den Veranstaltungen des Geoparks sind online unter www.geopark-grenzwelten.de zu finden.
Kontakt:
Projektbüro Nationaler Geopark GrenzWelten
Auf Lülingskreuz 60
34497 Korbach
eMail geopark@lkwafkb.de
Tel. 05631 954-1512
Bildunterschrift: Eines der beiden Geotope des Jahres im Jubiläumsjahr 2026 des Geoparks: die Quelle Christborn und ihre Umgebung im Burgwald. Foto: Lothar Koch
Quelle Christborn – Naturphänomen von großem Nutzen Die Quelle Christborn ist nicht nur ein faszinierendes geologisches Phänomen, sondern auch ein Ort, der seit Jahrhunderten die Besiedlung und Nutzung des Burgwalds geprägt hat. Es ist eine überaus ergiebige und stetige Quelle, deren Wasser vielfältig genutzt wurde. Nicht zuletzt als Mühlenantrieb und als Möglichkeit der Besiedlung durch den Menschen. Die Verbindung zur Geologie und zu den grundwasserführenden Schichten macht den Christborn beispielhaft für die Quellen und Moore des Burgwalds zu einem Symbol für die Bedeutung des Untergrunds als Lebensgrundlage.
Neandertaler Jagdstation Buhlen – Zeugnis früher Menschheitsgeschichte Die Fundstätte in Buhlen belegt, dass bereits vor vielen zehntausenden von Jahren Menschen die geologischen Gegebenheiten der Region nutzten – etwa als Jagdgrund oder Schutzraum. Sie verwendeten die vorkommenden Ressourcen, etwa den Kieselschiefer, um Werkzeuge herzustellen. Die Jagdstation ist damit ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie Geologie und menschliche Kultur untrennbar miteinander verwoben sind.
