Gesundheitskonferenz setzt starkes Zeichen für Kindergesundheit

Unter dem Leitmotiv „Kindergesundheit – Akteure vernetzen – Chancen erweitern – Zukunft gestalten“ hat am gestrigen Tag die erste kommunale Gesundheitskonferenz des Landkreises Waldeck-Frankenberg stattgefunden. Zahlreiche Fachkräfte, Institutionen und Entscheidungsträger aus dem Gesundheits-, Bildungs- und Sozialbereich kamen zusammen, um gemeinsam Wege für ein gesundes Aufwachsen von Kindern in der Region zu entwickeln.

Auftakt mit klarer Botschaft: Gesundheit vom Lebensbeginn an stärken
Die Kommunale Gesundheitskonferenz ist ein zentrales Koordinierungsgremium. Gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertreter aus den verschiedenen Bereichen sollen vor Ort Probleme erkannt und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden. Der Erste Kreisbeigeordnete und Gesundheitsdezernent Karl-Friedrich Frese eröffnete die Veranstaltung und betonte die Bedeutung der frühen Lebensjahre für die gesamte Entwicklung eines Kindes. „Kinder sind unsere Zukunft. Ihre Gesundheit beeinflusst nicht nur ihr heutiges Wohlbefinden, sondern auch ihre Chancen morgen – in Schule, Beruf und Gesellschaft“, erklärt Frese. „Deshalb ist es unser gemeinsames Anliegen dauerhafte Strukturen, Netzwerke und Entscheidungswege aufzubauen, damit Gesundheitsförderung nicht zufällig passiert, sondern planbar, abgestimmt und wirkungsorientiert ist. Heute legen wir den Grundstein für eine gemeinsame Zukunft der Gesundheit unserer Kinder und ihrer Familien.“ Bereits im Herbst 2022 hat der Kreistag auf Vorschlag des Kreisausschusses die Gesundheitskonferenz ins Leben gerufen, mit dem Ziel, ein dauerhaftes Forum für Austausch, Vernetzung und gemeinsame Lösungsansätze rund um das Thema Gesundheit zu schaffen.

Impulse aus Wissenschaft und Praxis
Die Teilnehmenden der Konferenz erhielten vielfältige Einblicke in aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen der Kindergesundheit. Die Keynote von Dr. Katharina Böhm, Geschäftsführerin der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, widmete sich dem Ansatz „Health in All Policies“ – der Idee, Gesundheit als Querschnittsaufgabe in allen kommunalen Handlungsfeldern mitzudenken. Darüber hinaus wurden weitere praxisnahe Themen vorgestellt, darunter die Ergebnisse der Einschulungsuntersuchungen im Landkreis, eine neue digitale Karte für Präventionsangebote und die Initiativen zur Förderung der Stillfreundlichkeit im Landkreis Waldeck-Frankenberg. Diese Impulse bildeten die Grundlage für vertiefende Gespräche und Workshops im weiteren Verlauf der Konferenz.

Vernetzung als Schlüssel: Gemeinsam Verantwortung übernehmen
Von Kitas und Schulen über medizinische Fachkräfte bis hin zu Politik, Verwaltung und Krankenkassen: Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung war es, die vielfältigen Akteurinnen und Akteure miteinander ins Gespräch zu bringen. „Unser Landkreis hat starke Potenziale: Engagierte Akteure und Teams in den Ämtern, in den Lebenswelten, in den Vereinen, in der Versorgung und natürlich viele aktive Bürgerinnen und Bürger. Gemeinsam können wir Strukturen schaffen, die Kinder dort abholen, wo sie sind – dort, wo sie leben, lernen und spielen“, betont Frese. Ziel sei es, im gesamten Landkreis nachhaltig gesundheitsförderliche Strukturen und Lebenswelten zu schaffen und dies durch ein gemeinsames, abgestimmtes Vorgehen aller beteiligten Akteure. Die Koordinierungsstelle im Fachdienst Gesundheit übernimmt hierbei eine zentrale Rolle, um Aktivitäten zu bündeln, Doppelstrukturen zu vermeiden und Synergien nutzbar zu machen.

Blick auf die Lebenswelten der Kinder
In verschiedenen Gesprächsrunden wurden zentrale Themen der Kindergesundheit beleuchtet – von Bewegung und Ernährung über seelische Gesundheit bis hin zur Bedeutung von Familie, Kita und Schule. Frese rief die Teilnehmenden dazu auf, den Tag aktiv zu nutzen: „Ich lade Sie ein, Perspektiven zu teilen, voneinander zu lernen und gemeinsam tragfähige Wege für unsere Region zu entwickeln. Statt zu fragen: ‚Wie versorgen wir Krankheit?‘ wollen wir heute fragen: ‚Wie schaffen wir Gesundheit?‘“

Ergebnisse der Workshops, Fazit und Ausblick
Auf vier Stellwänden konnten die Teilnehmenden der Gesundheitskonferenz die unterschiedlichen Chancen und Herausforderungen für Kinder festhalten. „Die Ergebnisse aus dem Workshop werden im nächsten Schritt ausgewertet. Während der diversen Gespräche und Rückfragen nach den Fachvorträgen stellte sich jedoch schon raus, dass besonders der Übergang zwischen Kindertagesstätte und Schule ein Thema ist, welches Aufmerksamkeit erfordert“, erklärt Julia Brand vom Fachdienst Gesundheit. Weitere Schritte seien nun anhand der gesammelten Informationen die Bedarfe herauszustellen und in einem nächsten Workshop gemeinsam mit den Mitarbeitenden der Kreisverwaltung, die mit Kindern arbeiten, eine bedarfsgerechte Angebotsstruktur zu schaffen, führte Karl-Friedrich Frese weiter aus. „Die Gesundheitskonferenz hat sehr deutlich gezeigt, dass die Teilnehmenden ein großes Interesse daran haben, sich zu vernetzten und das Thema Kindergesundheit voranzubringen. Die aktive Beteiligung hat das sehr stark verdeutlicht“, schließt Brand. Die Gesundheitskonferenz soll zukünftig zu unterschiedlichen Altersgruppen stattfinden und als Motor für eine vernetzte, präventionsorientierte Gesundheitsstrategie im Landkreis dienen.

 

Bildunterschrift: v. l. Julia Brand vom Fachdienst Gesundheit, Jacqueline Stärklow, Hessisches Ministerium für Familie, Senioren, Sport, Gesundheit und Pflege, Dr. Katharina Böhm, Geschäftsführerin der Hessischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung, Erster Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese und Katharina Wilke vom Fachdienst Gesundheit freuen sich auf den gemeinsamen Austausch bei der Gesundheitskonferenz. Foto: Landkreis Waldeck-Frankenberg


Hintergrundinformationen: 
Die Kommunale Gesundheitskonferenz ist ein zentrales Koordinierungsgremium und soll als Kommunikations- und Koordinationsplattform genutzt werden. Es geht in der Konferenz darum vor Ort Probleme zu erkennen und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Dazu kommen Vertreterinnen und Vertreter aller Einrichtungen und Bereiche zusammen, die vor Ort bei der Förderung, Erhaltung und Wiederherstellung von Gesundheit mitwirken. 

Auf kommunaler Ebene trägt die Gesundheitskonferenz dazu bei, kommunale Ziele für die Gesundheitsförderung, Prävention, medizinische Versorgung sowie Pflege festzulegen und eine regional bedarfsgerechte Verteilung und Gestaltung der Versorgungsstrukturen zu unterstützen. Die Gesundheitskonferenz behandelt bürgernah, angepasst an die jeweils örtlichen Verhältnisse und unter Einbeziehung aller maßgeblichen Akteure und Interessengruppen vor Ort, kontinuierlich die Themen Gesundheitsversorgung, Gesundheitsförderung und Prävention und identifiziert Defizite und Handlungsbedarfe.


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Fachdienst Gesundheit