Wegsehen ist auch kein Kompliment – Betroffene unterstützen
Wegsehen ist auch kein Kompliment - Betroffene unterstützen
Du bekommst mit, wie jemand belästigt wird, oder Du hast das Gefühl da stimmt gerade etwas nicht? Catcalling ist Kein Kompliment. Wegsehen hilft Betroffenen auch nicht. Zivilcourage beginnt bei Dir! Hier findest Du verschiedene Möglichkeiten, um Betroffene zu unterstützen. Die Folgenden Tipps orientieren sich am 5D Modell der Bystander-Intervention.
Wichtig: Du musst und sollst nichts Heldenhaftes tun. Hilf, wenn Du kannst - aber bring dich selbst nicht in Gefahr. Auch kleine Handlungen können viel bewirken.
Das kannst Du tun:
Unterbrich die Situation
Eine einfache Möglichkeit um jemanden zu unterstützen, der belästigt wird ist, die Situation zu unterbrechen und so die Aufmerksamkeit von der betroffenen Person abzuwenden. Das Betroffenen die Möglichkeit, sich aus der Situation zu lösen.
So geht’s:
- Lenke die Aufmerksamkeit von der betroffenen Person ab.
- Sprich die betroffene Person direkt an.
- Ignoriere die Person, die belästigt.
- Sprich über etwas völlig anderes, als die Belästigung, die gerade stattfindet & thematisiere die Belästigung auch nicht.
Entschuldigung, wo finde ich hier die nächste Apotheke?
Du hast tolle Schuhe, darf ich fragen, wo Du die gekauft hast?
Können Sie mir sagen wie die nächste Bushaltestelle heißt?
Die Stärke der Ablenkung liegt darin, dass niemand merken muss, dass Du gerade gegen die Belästigung vorgehst.
Bitte andere um Mithilfe
Du musst nicht alleine handeln. Bitte andere um Hilfe, damit Sie Dir bei der Unterstützung der Betroffenen helfen.
So geht’s:
- Suche dir in der Nähe jemanden, der dich darin unterstützen kann, zu helfen. Oft ist die Person direkt neben Dir eine gute Wahl.
- Beschreibe kurz, was du beobachtet hast und überlegt gemeinsam wie ihr helfen wollt.
- Je nach Situation können auch Autoritätspersonen eine gute Unterstützung sein z.B. Mitarbeitende oder die Filialleitung im Geschäft, im Bus eine Busfahrerin.
Ich brauche Ihre Hilfe bei etwas, dass ich gerade beobachtet habe.
Ich glaube, die Person dort wird belästigt. Können Sie mir kurz helfen?
Dokumentiere, was Du siehst
Für die Person, die belästigt wird kann es hilfreich sein, wenn es Beweise für das gibt, was ihr widerfahren ist. Auch mit dem dokumentieren der Situation kannst Du Betroffenen helfen.
So geht’s:
- Versichere dich: Wird der Person bereits geholfen? Wenn nicht wende lieber eine der anderen Methoden an
- Dokumentiere den Vorfall (Notizen, Sprachnachricht, Video).
- Frage die betroffene Person anschließen, was mit der Dokumentation passieren soll; erkundige dich, ob die Person das Material haben möchte.
Ich habe gesehen, was passiert ist und Notizen/ein Video/eine Sprachnachricht gemacht. Wenn Du möchtest kann ich Dir das schicken.
Zeig dich solidarisch
Manchmal gibt es die Situation nicht her, dass man eingreifen kann oder möchte. Trotzdem kann es helfen im Nachhinein ein Gespräch mit der betroffenen Person zu suchen und nachzufragen, ob alles okay ist – sich solidarisch zu zeigen und deutlich zu machen, dass Belästigung nicht okay ist.
So geht’s:
- Lass die betroffene Person wissen, dass Du gesehen hast, was passiert ist, und mach deutlich, dass das Verhalten nicht in Ordnung war.
- Erkundige dich, wie es der Person geht.
- Frag, ob Du sie gerade unterstützen kannst. Wenn Du den Vorfall dokumentiert hast, biete an, die Dokumentation zur Verfügung zu stellen.
Hey, ich habe gesehen, was passiert ist– kann ich Dich gerade unterstützen?
Das war heftig. Bist du okay?
Belästigung benennen
Manchmal möchten wir auf Belästigungen direkt reagieren, indem wir unangemessenes Verhalten benennen und die Person, die den Schaden verursacht, damit konfrontieren. Geh mit dieser Methode vorsichtig um – direktes Eingreifen ist riskant und kann die Situation verschärfen.
So geht’s:
- Bevor du Belästigung benennst – stell dir folgende Fragen:
- Bin ich physisch sicher?
- Ist die Person, die belästigt wird physisch sicher?
- Ist es unwahrscheinlich, dass die Situation eskaliert?
- Ist erkennbar, dass die belästigte Person möchte, dass jemand eingreift?
2. Wenn Du alle Fragen mit ja beantworten kannst, kannst Du diese Intervention wählen.
Das ist Belästigung. Lassen Sie die Frau in Ruhe.
Das geht gar nicht. Lassen Sie das.
Stop! Hören Sie auf.
Wichtig: Du musst und sollst nichts Heldenhaftes tun. Hilf, aber bring dich selbst nicht in Gefahr. Wenn eine Situation bedrohlich wirkt oder eskaliert, ruf im Zweifel lieber die Polizei.
