Schweinepest: Landkreis arbeitet an Schutzzone
Nachdem es bei Bad Berleburg im nordrhein-westfälischen Landkreis Siegen-Wittgenstein einen erneuten positiven Fall der Afrikanischen Schweinepest gibt, der in direkter Nähe zur Landes- und Kreisgrenze liegt, bereitet der Landkreis zum Schutz der Tiere in Waldeck-Frankenberg derzeit eine Allgemeinverfügung zur Einrichtung einer Sperrzone vor.
Infektionsketten erkennen, Tiere Schützen
Ziel ist es, Infektionsketten frühzeitig zu erkennen und schweinehaltende Betriebe bestmöglich zu schützen. Denn: Die hochansteckende Tierseuche breitet sich seit Juni 2025 in Nordrhein-Westfalen auch in Richtung Hessen aus. In unmittelbarer Nähe zur hessischen Landesgrenze wurden bereits zahlreiche ASP-positive Wildschweine gefunden.
Schutzzone wird erarbeitet
Aufgrund des jüngsten Fundes wird demnächst auch in Waldeck-Frankenberg eine Allgemeinverfügung für die Einrichtung einer Sperrzone erlassen werden. Die Sperrzone wird derzeit erarbeitet und steht aktuell noch nicht vollständig fest. Voraussichtlich werden aber Gebiete der Gemeinden Allendorf (Eder) und der Städte Hatzfeld und Battenberg (Eder) betroffen sein. Die genauen Gebiete werden aber noch ausgewiesen und – sobald die Allgemeinverfügung erlassen werden wird – dann auch mit entsprechendem Kartenmaterial hinterlegt werden. Das wird voraussichtlich zum Anfang der kommenden Woche der Fall sein.
Verschärfte Vorschriften für Jagd und Schweinehaltungen
Innerhalb der Sperrzone werden dann auch besondere Vorschriften gelten, was die Jagd und Beprobung von Schweinen angeht, aber auch für schweinehaltende Betriebe – von intensiveren Hygienemaßnahmen über veränderte Haltungsvorschriften bis hin zu verstärkten Meldepflichten. Bereits jetzt bittet der Landkreis hier um besondere Aufmerksamkeit und Umsichtigkeit. Nur durch ein gemeinsames und verantwortungsbewusstes Handeln kann die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest verhindert werden.
Schutzzaun errichtet, Durchlässe vorerst provisorisch verschlossen
Dazu beitragen soll außerdem der errichtete wildschweinsichere Schutzzaun entlang der Bundesstraßen 236 und 253 und der Landesstraße 3382 von Bromskirchen Richtung Battenberg und weiter bis zur Sackpfeife. Dieser ist zwar fertiggestellt, es fehlen aber momentan noch manche Tore und Viehgitter an einigen Durchlässen und Wegen. Diese werden nun vorerst provisorisch verschlossen – unter anderem mit Holzgittern.
In diesem Zusammenhang wird noch einmal deutlich darauf aufmerksam gemacht, dass diese provisorischen Verschlüsse nur übergangsweise sind und nach und nach durch komfortablere Tore und Viehgitter ersetzt werden, die aber momentan aufgrund von Lieferschwierigkeiten noch nicht eingebaut werden können. Aufgrund der Ausbreitung der Tierseuche ist aber Eile geboten, weswegen vorerst auf die Provisorien zurückgegriffen wird. Der Landkreis weist noch einmal darauf hin, dass alle Tore, Zäune und Durchlässe am Zaun nun unbedingt geschlossen gehalten werden müssen und bittet Anlieger um Mitarbeit und Verständnis für eventuelle Einschränkungen.
Hintergrund
Die Afrikanische Schweinepest verläuft für Haus- und Wildschweine nahezu immer tödlich. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich. Dennoch kann ein Ausbruch erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen – insbesondere für landwirtschaftliche Betriebe und die regionale Fleischwirtschaft. Weitere Informationen und häufig gestellte Fragen und Antworten zu dem Thema gibt es hier.
