Breiter unbefestigter Weg in einem Wald

Grenztrail

Großprojekt "Grenztrail" 

Europaweit einzigartig: Das ist das Mountainbike-Projekt der 14 Kommunen, welche gemeinsam mit dem Landkreis Waldeck-Frankenberg im Jahr 2020 die Planung aufgenommen haben. Radfahren und Mountainbiken boomt – und das nicht erst seit den Auswirkungen der Covid19-Pandemie. Immer mehr Menschen zieht es mit dem Rad in die Natur und in den Urlaub, besonders E-Bikes liegen dabei voll im Trend.

Mit der Schaffung eines innovativen Mountainbike-Wegenetzes reagiert der Landkreis auf die aktuellen Entwicklungen im Fahrradmarkt. Ein Wegenetz, welches im Kern auf einzelnen Trailparks basiert, deren Hauptmerkmal schmale und mittelbreite Pfade (sog. „Singletrails“) sind, die in der Natur eingebettet, überwiegend durch Wälder verlaufen. In diesen Trailparks können verschiedene Runden miteinander kombiniert werden, so dass jeder einzelne Park ein Highlight für Besucher und Einwohner darstellt. Eine zusätzliche Besonderheit bietet auch die Verbindung der Parks untereinander. Denn wer möchte, kann mit dem Bike von Diemelsee bis nach Hatzfeld auf ausgeschilderten Wegen fahren und auf den Pfaden einiges erleben.

Nicht nur die Größe und die Art dieses Projekts ist einzigartig, sondern auch die vorbildliche interkommunale Zusammenarbeit. Die Kommunen Bad Arolsen, Bad Wildungen, Battenberg, Diemelsee, Diemelstadt, Edertal, Hatzfeld, Korbach, Lichtenfels, Twistetal, Vöhl, Volkmarsen, Waldeck sowie Willingen beteiligen sich an dem Vorhaben. Unterstützt werden sie dabei durch den Landkreis Waldeck-Frankenberg, der die Koordinierung und Leitung übernommen hat. Gemeinsam mit den beauftragten Planungsbüros, einer Arbeitsgemeinschaft bestehend aus Bioline (Lichtenfels), Diddie Schneider (Bischofsmais) und Bike Projects (Ratingen), wird gemeinsam das Projekt stetig weiterentwickelt.

Wesentliches Ziel ist es, durch die Schaffung der neuen Mountainbike-Infrastruktur zusätzliche touristische Wertschöpfung zu generieren. Diese zusätzliche Wertschöpfung wird sich auf alle Projektbeteiligten Kommunen verteilen. Denn in jedem Ort entstehen neue, attraktive Angebote, die sich nicht nur an Besucher aus ganz Deutschland, sondern auch an Gäste in den angrenzenden Ländern wie zum Beispiel Belgien, den Niederlanden und Dänemark richten. Zudem gibt es noch viele positive Nebenfaktoren, die dieses Projekt mit sich bringt. Unter anderem sollen Wanderer zukünftig wieder mehr Ruhe auf ihren Wanderwegen genießen und der Wald allgemein durch die Lenkung und Kanalisierung, der immer mehr werdenden Mountainbiker, geschont werden.

 

Neue Zielgruppen stehen im Vordergrund

Im vergangenen Jahr wurde bereits eine Zielgruppen-Prognose erstellt die aufzeigte, dass gänzlich neue Zielgruppen angesprochen werden. Das neue Wegenetz wird nicht nur die im Landkreis bereits bekannten sportlichen Mountainbiker begeistern, sondern vor allem Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren.

Abhängig von den speziellen Gegebenheiten jedes einzelnen Ortes entwickelt das Projektbüro Trailkonzepte mit individuellen Schwerpunkten, damit das Gesamtprodukt möglichst vielfältig ausfällt.  Insgesamt werden für die Planung und den Bau der Trailparks rund 19,8 Millionen Euro investiert. Die Kosten werden aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung "Investition in Ihre Zukunft" sowie aus der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur gefördert. Diese Fördermittel stammen vom Land Hessen sowie von der Europäischen Union. Die übrigen Kosten werden unter den Kommunen und dem Landkreis Waldeck-Frankenberg aufgeteilt.

Parallel zu den Planungen des Projektbüros wird derzeit eine Organisationsstruktur vorbereitet, in der alle Kommunen gleichberechtigt vertreten sind. Die neu gegründete Organisation kümmert sich um den Betrieb, die Vermarktung und die Pflege des „Grenztrails“. „Grenztrail“, so lautet der Arbeitstitel des Projekts, der schon bald einen passenderen Namen weichen wird.

Die nächsten Schritte bestehen darin, die Standorte und Streckenverläufe der Trailparks in den einzelnen Kommunen zu entwickeln. Dazu laufen die Gespräche auf verschiedenen Ebenen: Von den Kommunen über den Landkreis bis zum Domanium als Flächeneigentümer, vom Naturschutz bis zu den unterschiedlichsten Interessenvertretern. Auch die Vorschläge lokaler Bike-Experten werden einbezogen, damit ganz am Ende ein schlüssiges Gesamtkonzept entsteht. Sobald die ersten Strecken genehmigt sind, kann die Bauphase beginnen.

Wenn alles gut läuft, können Gäste wie auch Einwohner, im Frühjahr 2022 die ersten Trails in der Region befahren. Die Fertigstellungen aller Strecken und Parks sind nach und nach bis Ende 2025 anvisiert.