Jugendliche bilden mit jeweils zwei gespreizten Fingern aneinandergelegt einen Stern

Extremismus vorbeugen

Demokratie fördern, Extremismus vorbeugen

Die Fachstelle für Demokratieförderung und (phänomenübergreifende) Extremismusprävention, kurz DEXT-Fachstelle, im Landkreis Waldeck-Frankenberg fokussiert dem örtlichen Bedarf folgend den Themenbereich Rechtsextremismus/ Rechtspopulismus. Hauptaufgabe ist es, Grundlagenwissen über die rechten Bewegungen im Landkreis zu schaffen und daraus strategische Fragen zu deren Bekämpfung abzuleiten. Im Fokus der DEXT-Stelle stehen Wissensermittlung, -aufbereitung und -verbreitung. Dies sind Bereiche, die in der Arbeit der bereits seit Jahren bestehenden, aus Bundesmitteln geförderten Partnerschaft für Demokratie (PfD) „Netzwerk für Toleranz“ bisher aus Ressourcengründen nur teilweise abgedeckt werden konnten. Die DEXT-Stelle Waldeck-Frankenberg arbeitet in enger Abstimmung mit der PfD an der strategischen Weiterentwicklung und - wo nötig - Neupositionierung der Aktivitäten auf Landkreisebene. Ziel ist es, Kontinuitäten und Diskontinuitäten radikaler Politik zu identifizieren, regionale Resilienz gegenüber rechtspopulistischen und rechtsextremen Tendenzen und Bewegungen zu stärken sowie den sozialen Zusammenhalt von Mehrheits- und Minderheitsteilgesellschaft zu fördern.

Im Rahmen des Landesprogramms „Hessen – aktiv für Demokratie und gegen Extremismus“ (2020 – 2024) werden in Landkreisen, kreisfreien Städten und Sonderstatus-Städten sogenannte Fachstellen für Demokratieförderung und phänomenübergreifende Extremismusprävention (DEXT) gefördert. Die DEXT-Fachstelle soll auf lokaler und regionaler Ebene zu allen Phänomenbereichen des Extremismus Ansprechpartner sein, die Schwerpunkte der Arbeit sollten sich an den örtlichen Bedarfen orientieren. Unter Berücksichtigung der lokalen Bedarfe sollen DEXT-Fachstellen unter anderem als eine Anlaufstelle für Erstberatung dienen sowie Fort-und Weiterbildungsmaßnahmen (auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Behörden) organisieren. Sie sollen zudem zu einer lokalen Vernetzung relevanter Akteurinnen und Akteure beitragen und lokale Projekte fördern. Zum Themenfeld Extremismus arbeiten die DEXT-Fachstellen intensiv mit den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die regionale Prävention von politisch motivierter Kriminalität (PMK) in den Polizeipräsidien zusammen.


Angebote

Gemeinsam mit den vier anderen nordhessischen DEXT-Fachstellen wurde die Veranstaltungsreihe „Demokratiegespräche Nordhessen“ ins Leben gerufen. Regelmäßig werden Vorträge und Workshops angeboten. Aktuelle Termine gibt es im Veranstaltungskalender des Landkreises Waldeck-Frankenberg und weiter unten auf der Seite auf einen Blick in einer Übersicht. Einige dieser Vorträge werden aufgenommen und als Podcast angeboten:

  • Meinungsbildung im Netz

    Social Media ist ein zentraler Bestandteil unseres Lebens und wird häufig nicht nur zum Austausch, sondern auch zur allgemeinen Informationsgewinnung genutzt. Doch hierbei ergeben sich Fragen und Schwierigkeiten: Woher stammen die Informationen, mit denen wir uns unsere Meinung bilden? Wie erkennen wir Desinformation/Fake News und wie gehen wir damit um? Wie schaffen wir einen fairen demokratischen Diskurs in sich immer wieder wandelnden Medienwelten? Der Vortrag beleuchtet Phänomene des digitalen Wandels, Probleme, Chancen und Risiken und liefert eine medienpädagogische Einschätzung. (Referent: Julian Kasten)

  • Rechtsextreme Strukturen in Nordhessen

    NSU (Nationalsozialistischer Untergrund), NSU 2.0 und der Mörder von Walter Lübcke – alles Einzeltäter? Mit Blick auf rechte Strukturen seit den 2000ern bis heute wird in der Veranstaltung herausgearbeitet, dass die rechte Szene regional und überregional vernetzt und organisiert ist. Dafür werden aktuelle Ereignisse wie die Bombendrohung des NSU 2.0 an der Wolfhager Walter-Lübcke Schule, die als Reaktion auf das Engagement der Schüler:innen für Vielfalt und Demokratie anzusehen ist, thematisiert und eingeordnet. Es spielen insbesondere die Perspektiven von Betroffenen von rechter Gewalt eine Rolle. (Referentin: Kirsten Neumann)

  • Die extreme Rechte in (Nord-)Hessen

    Die rechtsterroristischen Morde von Wolfhagen und Hanau haben viele Menschen erschüttert. Doch dies waren nicht die einzigen Taten, die in jüngster Vergangenheit in Hessen als rechtsterroristisch gewertet werden müssen. In Hessen existiert seit vielen Jahren eine aktive extrem rechte und gewaltbereite Szene. Doch viele scheinbar unorganisierte Militante treten öffentlich kaum in Erscheinung, sondern agieren in häufig kaum wahrgenommenen Netzwerken. Demgegenüber treten Parteien des rechten Spektrums oder rechte Gruppierungen öffentlich kaum noch in Erscheinung. Der Vortrag beleuchtet, wie stark die extrem rechte Szene in Hessen ist, welchen Einfluss sie auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen hat und welches Gefahrenpotential in ihr schlummert. Dabei geht er im Besonderen auch auf die Situation in Nordhessen und das Verhältnis von Social-Media-Präsenz und realen Kräfteverhältnissen der extremen Rechten ein. (Referent: Sascha Schmidt)

  • Was macht Islamismus attraktiv? - Islamismusprävention in der Bildungsarbeit

    Islamismus ist ein breites Phänomen, welches sich nicht auf Aufrufe zu Gewalt beschränkt, sondern ganz unterschiedliche Ausdrucksformen annehmen kann. Aber nicht jeder Konflikt, der sich an Religion festmacht, ist Ausdruck einer islamistischen Ideologie. In der Präventionsarbeit geht es vor allem darum, die Fragen und Themen zu kennen, die in islamistischen Ansprachen aufgegriffen werden, und die Frage nach den Motiven und Bedürfnissen zu stellen, die diese Angebote für Jugendliche und junge Erwachsene interessant machen können. Und darum, alternative Angebote zu entwickeln, die attraktiver sind als das, was islamistische Szenen versprechen.

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