Ein Mädchen kniet am Boden und malt in einem Malbuch

Einschulungsuntersuchung

Einschulungsuntersuchung

In Waldeck-Frankenberg werden rund 1.500 Kinder pro Schuljahr untersucht, Tendenz seit 2015/2016 steigend. Die Einschulungsuntersuchungen erfolgen auf Grundlage des Hessischen Schulgesetzes, wonach alle schulpflichtigen Kinder vor Eintritt in das Schulsystem untersucht werden müssen. Diese Untersuchungen finden im Fachdienst Gesundheit in Korbach und in Frankenberg statt. Durchgeführt werden Hörtest, Sehtest, Größe, Gewicht, Farbsehen, räumliches Sehen, Blutdruck, eine eingehende körperliche Untersuchung mit Inspektion der Ohren und des Nasen- und Rachenraums und Zahnstatus. Weiterhin erfolgt eine vorschulische Diagnostik von Fähigkeiten und Lernvoraussetzungen, um einen vorhandenen Förderbedarf festzustellen oder zu konkretisieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten.

Dazu wird in Hessen das standarisierte Verfahren SOPESS (Sozialpädiatrisches Entwicklungsscreening für Einschulungsuntersuchungen) angewandt, welches eine orientierende Überprüfung des Entwicklungsstandes im Vorfeld der Einschulung ermöglicht. Mit SOPESS liegt ein Screening zur ökonomischen Untersuchung aller Kinder eines einzuschulenden Jahrgangs vor. Es dient zur Bestimmung von Entwicklungs- und Verhaltensdefiziten, wodurch die Kinder bei Bedarf einer weiteren, differenzierten Diagnostik zugeführt werden können. Bei vorliegendem Bedarf kann dann vor der Einschulung von passenden Fördermaßnahmen bzw. Therapien und/oder sog. Vorlaufkursen (Sprachkursen) profitiert werden. 

Es werden bei der Einschulungsuntersuchung Fähigkeiten erhoben, die als spezifische oder unspezifische Prädikatoren für den Erwerb von Lesen, Schreiben und Rechnen gelten. Die Früherkennung von Entwicklungsrisiken stellt eine wichtige Voraussetzung dafür da, negative Schulerfahrungen durch Lern- und Verhaltensstörungen vorzubeugen. 


Wie läuft die Einschulungsuntersuchung ab?

Alle Kinder, die bis zum 1. Juli eines Jahres sechs Jahre alt sind, werden in diesem Sommer schulpflichtig. Diese Kinder müssen vor der Einschulung schulärztlich untersucht werden. Da der komplette Jahrgang untersucht wird, sollen dadurch insbesondere auch die Auswirkungen sozialer Ungerechtigkeit auf die Gesundheit der Kinder abgemildert werden.

Für diese Untersuchung wird ihr Kind in den Fachdienst Gesundheit eingeladen, je nach Wohnort in Frankenberg oder Korbach. Da nur eine begrenzte Auswahl an Terminen besteht, bitten wir Sie, den vorgeschlagenen Termin wahrzunehmen oder – falls es nicht anders möglich ist – so früh wie möglich abzusagen, sodass wir diesen an ein anderes Kind vergeben und mit Ihnen einen Ersatztermin vereinbaren können. Bei unzureichenden Deutschkenntnissen ist es hilfreich, wenn die Familie eine Person des Vertrauens zum Übersetzen mitbringt. 

Hinweis: Die Untersuchung entfällt, wenn bereits eine Einschulungsuntersuchung, z. B. in einem anderen Bundesland durchgeführt wurde.

  • Was muss ich mitbringen?

    Damit die Einschulungsuntersuchung reibungslos ablaufen kann, werden einige Unterlagen benötigt, die direkt zum Termin mitgebracht werden sollten: 

    • gelbes Kinder-Vorsorge-Untersuchungsheft
    • Impfpass
    • (falls vorhanden) weitere ärztliche Unterlagen, Therapieberichte von Logopädie, Ergotherapie etc.
    • Den ausgefüllten Anamnesebogen (wird per Einladung an Sie versendet oder Sie können ihn hier herunterladen)



  • Wie läuft die Untersuchung ab?

    Die Untersuchung dauert etwa anderthalb Stunden und gliedert sich in zwei Teile:

    1. Der erste Teil besteht u. a. aus strukturierter Erhebung von Anamnese und Impfstatus, Tests für Konzentration, Mengenverständnis und Auge-Hand-Koordination sowie ein Hör- und Sehtest. Größe, Gewicht, Blutdruck werden gemessen. Dieser Teil wird von den Medizinischen Fachangestellten ausgeführt.
    2. Der zweite Teil besteht u.a. aus einem Sprachtest, Aufgaben zu logischem Denken und Schlussfolgern, fein- und grobmotorischen Tests und Aufgaben zur auditiven und visuellen Wahrnehmung. Eine körperliche Untersuchung schließt sich an. Dieser Teil wird von der/ dem Schulärztin/-arzt durchgeführt.  Anschließend findet eine auf Ihr Kind abgestimmte Beratung statt. Hier können Fragen besprochen werden wie z.B.:
    • Welche Schule ist besser für mein Kind geeignet?
    • Ist evtl. eine Rückstellung sinnvoll mit Weiterbesuch des Kindergartens oder Besuch der Vorklasse?
    • Besteht evtl. Anspruch auf Sonderpädagogischen Förderbedarf?
    • Welche gezielte Förderung ist für mein Kind sinnvoll?
    • Oder auch: Alles prima!

    Kinder, die vorzeitig eingeschult werden sollen, werden erst im Mai oder Juni vor der geplanten Einschulung eingeladen. Die meisten Vorschulkinder haben, nach einer kurzen Eingewöhnungsphase, viel Spaß daran zu zeigen, was sie schon alles können. 

  • Termine für Einschulungsuntersuchung

    Wer einen Termin für eine Einschulungsuntersuchung vereinbaren oder verschieben möchte, kann eine E-Mail an den Fachdienst Gesundheit in Korbach oder Frankenberg schreiben.