Blaualgen im Edersee: Landkreis rät vom Baden bei Rehbach ab
Wer aktuell am Edersee ins Wasser springen möchte, sollte die Badestelle Rehbach vorerst meiden: Der Landkreis Waldeck-Frankenberg rät ab sofort vom Baden in diesem Bereich ab. Der Grund ist eine starke Vermehrung von Blaualgen in den vergangenen Tagen. Das warme Wetter, die hohe Sonneneinstrahlung und der niedrige Wasserstand im Edersee begünstigen die Entstehung der so genannten Cyanobakterien.
Regelmäßige Kontrollen an offiziellen Badestellen
Am Edersee gibt es zwei offizielle Badestellen – in Rehbach und Waldeck West. In Rehbach wurde bei einer der regelmäßigen Testungen der Wasserqualität durch den Fachdienst Gesundheit des Landkreises ein erhöhtes Vorkommen der Blaualgen festgestellt. In Waldeck haben die Kontrollen noch keine bedenkliche Entwicklung gezeigt. Das kann sich aber in den kommenden Tagen schnell ändern. „Blaualgen können sich in sehr kurzer Zeit entwickeln – und im Übrigen genauso schnell auch wieder verschwinden“, erläutert Hygienekontrolleur Hendrik Graf. „Das hängt maßgeblich vom Wetter, der Wassertiefe, Sonneneinstrahlung und der Nährstoffkonzentration im Wasser ab.“
Appell an Eigenverantwortung
Der Fachdienst Gesundheit kontrolliert alle Badestellen während der offiziellen Badesaison, die vom 1. Juni bis zum 16. August geht, zwar in regelmäßigen Abständen. Da Blaualgen aber auch sehr kurzfristig entstehen können, appelliert er hier auch an die Eigenverantwortung der Badegäste: Wenn Wasser in Seen stark grünlich oder blaugrünlich getrübt ist, es muffig riecht, sich auf der Oberfläche grüne Schlieren oder Teppiche bilden oder aber eine so geringe Sichttiefe aufweist, dass man die eigenen Füße im knietiefen Wasser nicht mehr sehen kann, sollte man vorsichtshalber auf das Baden an dieser Stelle verzichten – auch wenn hier noch keine offizielle Warnung ausgesprochen wurde.
Gesundheitliche Probleme bei Kontakt mit Blaualgen
Andererseits kann es bei Kontakt mit Blaualgen zu gesundheitlichen Problemen wie Hautreizungen, Magen-Darm-Beschwerden, Übelkeit, Erbrechen oder Atemproblemen kommen, die durch den Kontakt mit den Bakterien ausgelöst werden können. Kinder und Haustiere sind hier besonders gefährdet. Beim Auftreten von Symptomen dieser Art sollte vorsichtshalber eine Hausarztpraxis aufgesucht werden.
Baden im Twistesee und Diemelsee noch unbedenklich
Neben den beiden offiziellen Badestellen am Edersee gibt es eine weitere am Twistesee am Strandbad sowie am Diemelsee eine in Heringhausen und in Helmighausen. Auch diese werden während der Routinekontrollen regelmäßig getestet. Am Twistesee und am Diemelsee ist – Stand jetzt – noch kein Aufkommen von Blaualgen festgestellt worden.
Grundsätzlich wird beim Baden in Seen immer empfohlen, die offiziellen Badestellen zu nutzen. Oft nutzen Badegäste aber auch andere Zugänge zum Wasser, die nicht regelmäßig kontrolliert werden. Blaualgen können an allen Stellen in Seen vorkommen. Badegäste sollten daher immer und überall achtsam sein und vor dem Sprung ins kühle Nass einen Blick auf das Wasser werfen.
Am Edersee wird die Gemeinde Edertal nach Rücksprache mit dem Landkreis an der Badestelle in Rehbach entsprechende Hinweisschilder platzieren, um die Besucherinnen und Besucher entsprechend zu informieren und für das Thema zu sensibilisieren. Bei Rückfragen zum Thema Blaualgen steht der Fachdienst Gesundheit des Landkreises Waldeck-Frankenberg unter Tel. 05631 954-1554 oder per E-Mail zur Verfügung. Weitere Infos gibt es auch hier.
Bildunterschrift: Am Edersee wurden bei Rehbach bei der regelmäßigen Wasserkontrolle Blaualgen festgestellt. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg rät gemeinsam mit der Gemeinde Edertal vom Baden in diesem Bereich ab. (Foto: Landkreis Waldeck-Frankenberg)
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